Ist unsere Jugend wirklich so verdorben?

Zwei 70-Jährige haben ein Buch geschrieben, in dem sie 111 Gründe auflisten, über die Jugend den Kopf zu schütteln. Wir haben uns bei jungen Leuten umgehört und nachgefragt, was sie davon halten.

Dietrich von Horn und Hein-Dirk Stünitz mussten sich in ihrer langen beruflichen Laufbahn als Lehrer stark mit der Jugend auseinandersetzen. Ihre jahrzehntelange Erfahrung haben sie niedergeschrieben und daraus ein 260 Seiten langes Buch mit dem provokanten Titel «111 Gründe, über die Jugend den Kopf zu schütteln», verfasst.
Wir haben die beiden Kritiker zum Interview geladen und nachgefragt, ob es gerechtfertigt ist, der Kritik an uns Jungen ein ganzes Buch zu widmen.

Was genau möchten Sie mit dem Buchprojekt anregen?
Wir haben nicht den Traum, dass Jugendliche in Scharen die Buchhandlungen stürmen, um das letzte Exemplar unseres Werkes zu ergattern. Wir wünschen uns, dass sich ältere Mitbürger unsere 111 Gründe zu Gemüte führen, sich in unseren Gedanken wiederfinden und zum Schmunzeln gebracht werden. Wenn dann der eine oder andere «Vorwurf» mit den eigenen Kindern thematisiert würde, wäre viel erreicht. Zudem könnten wir uns als ehemalige Lehrer fabelhaft vorstellen, das Buch zum Unterrichtsgegenstand zu machen.

Finden Sie die heutige Jugend gesellschaftlich gefährlich?
Ohne Wenn und Aber: Nein. Aber sie sollte sich – und  das laut und deutlich und in grösserer Vielzahl – zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen.

Worin liegt denn die gesellschaftliche Verantwortung von Jugendlichen?
Wer, wenn nicht sie, haben das Recht, das Maul gegen Ausgrenzung oder soziale Missstände richtig aufzureissen. Wenn sie das nicht nutzen, haben sie in ihrem Lebensskript etwas versäumt. Ihnen sei verziehen, wenn sie sich in Utopien verlieren. Gefährlich werden sie dann, wenn sie die Parolen der Ewiggestrigen nachplappern.

Was ist das Allerschlimmste, das Ihnen zur heutigen Jugend einfällt?
Der leichtfertige Umgang mit ihrem eigenen Körper. Dazu gehören für uns nicht nur Piercings und Tattoos, sondern auch Fettleibigkeit und Magersucht. Und wir Alten, die der technologischen Entwicklung hinterherhinken, sehen mit grossem Bedenken, wie unemanzipiert die Jugend mit den neuen Medien umgeht.

Wie darf man sich den unemanzipierten Umgang mit Medien vorstellen?
Daten von sich selber werden in Hülle und Fülle ins Netz gestellt. Bei Facebook werden Fotos aus allen möglichen privaten Situationen veröffentlicht, ohne zu bedenken, dass man damit das Recht auf das eigene Bild verwirkt. Wer so viel in der Technik beherrscht, aber von dem Medium beherrscht wird, verhält sich unemanzipiert.

Waren Sie in Ihrer Jugend Revoluzzer, die ebenfalls von der älteren Generation kritisiert wurden?
Wenn ich mich recht erinnere, ist das Revoluzzerhafte erst später durchgebrochen. Nach dem Dienst bei der Bundeswehr haben wir den Kriegsdienst verweigert. Auch wenn es langweilig klingt, in der Familie gab es kein grosses Aufbegehren. Das lag nicht an unserer Unfähigkeit zu pubertieren, sondern vor allem an der Liebe und dem Verständnis unserer alleinerziehenden Mütter.

Wie darf man sich den perfekten jungen Menschen vorstellen, der frei von Kritik der Vorgeneration ist?
Da es den perfekten Menschen nicht gibt, gibt es auch keinen perfekten jungen Menschen. Wäre auch eine Horrorvision. Schliesslich ist der eine arme Sau, der sein Leben dem Streben nach Perfektion widmet.

Mich würde interessieren, ob Sie über die gesellschaftliche Entwicklung von Sexualität den Kopf schütteln.
Ein Kopfschütteln unsererseits gibt es schon, aber nur darüber, dass der Prozess der Menschlichkeit so träge verläuft. Wir beide begrüssen auf das Ausserordentlichste den Normalisierungsprozess, der die Homosexualität und die Geschlechterproblematik in unserem Land bestimmt. Aber die Beantwortung der Frage zeigt einen 112. Grund auf: Warum seid ihr jungen Leute nicht lauter, wenn die ewig gestrigen Alten immer noch die Homosexualität verteufeln?

 


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38 Kommentare

Triang123 vor 17 Tagen
Ja leiter ist die neue Generation von jugendlichen fast jeder 3 so man will dazu gehören trinkt bier raucht Drogen uvm und wenn sich schon 5jährige den Erwachsenen den Finger zeigen erklärt alles das fängt beim den Eltern an Erziehung und sind übervortert und lassen Sie jedoch kommt hinzu das erwachsene zum Teil noch schlimmer sind nimmt Mann den Jugendlichen einen Tag das Natel weg sind Sie krank haben borterlein Störungen usw traurig drotz anderer und wichtigerer Themas die wir auf dieser Welt schon haben wird jeder der sich eine eigene Meinung hat schön als gestört bezeichnet und alle sprechen von Akzeptanz und hintendurch wird über schwule Lesben transsexuelle hingezogen tolle aktzeptanz der Krieg hat ja schon begonnen und niemand gönnt einem was und nun ins der Weihnachtszeit beruhigen Sie ihr Gewissen inne dem sie uns armen 10.- oder mehr in die dose hinein tun und durchs jahr wieder über Sie lästern dieses pack und weiss Gott was alles und denken Sie seien grosszügig hilfsbereit der Mensch zählt und nicht was er ist und wie er ist und dan machen Sie aus purer Langweiligkeit cyperkriminalität und häcken und klauen Daten was sich die Balken biegen bin selbst ein Opfer von moping und alle machen mit drotz meiner Behinderung und sogar Anwälte denken Sie seien die grössten und erzählen eim das blaue vom Himmel und sagen kommen Sie wenn Sie Hilfe brauchen und nicht wenn es zu spät ist kommt man und bietet um hilfe geht es jahre wenn überhaupt und wenn sich der die betroffene umbringt heisst es warum sind Sie nicht gekommen es ist doch jeder 2 schon überfortert und macht aus den Opfern Täter und umgekehrt woni ist hier noch die Gerechtigkeit????? Alles wird mit Füssen betreten und man wird terrorisiert und mehr
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basilea vor 23 Tagen
Oh mein Gott liebe Leute!! lest den Text richtig, das Buch ist nicht Wort für Wort ernst zu nehmen. Auch ist es im allgemeinen geschrieben, d.h. nicht das ALLE Jugendliche genau so sind. Es soll zum nachdenken anregen.
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Mutti vor 24 Tagen
Ich kenne einige, und die sind genauso verdorben wie ich...
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Kim vor 24 Tagen
Hauptsache man kann dem Islam die Schuld geben für alles. Anstatt das ihr begreift sas ihr zuerst vor der eigenen Tür wischen müsst und euch eure Fehler selbst eingesteht. Ehrlich? Bei dieser Jugend die heute so rumläuft wird mir schlecht. Da habe ich lieber Muslime als Nachbarn die weder Musik hören noch Alkoholeskapaden haben!
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