Die extravaganteste Künstlerin der Schweiz

Wie kaum eine andere schafft es Valerie Reding, einen Spagat zwischen märchenhaftem Story-Telling, irritierender Tanzperformance und ausuferndem Partyleben zu spannen. Wir haben die Diva portraitiert.

Das erste Mal treffen wir Valerie Reding aka VulVenim im «Klaus», direkt an der Zürcher Langstrasse. Hier verwandelt sie – zusammen mit ihren Kollegen Evalyn Eatdith und Tropikahl Pussy – den Club für eine Nacht in ein Paradies für Paradiesvögel. Das Drag House und Party-Label «House of Kumkrete» lädt Menschen aus allen Ecken des Lebens zu einem Fest, das Liebe, Kreativität, Toleranz und Vielfalt feiert.

Die in Zürich ansässige Künstlerin mit luxemburgischen Wurzeln ist ein wahres Unikat. Mit aufwändigem Kopfschmuck, Alien-Diva-Attitüde und bargelegten Plastikbrüsten begrüsst uns Valerie vor dem Club. Viel Zeit zum Plaudern hat die Veranstalterin einer der jetzt schon kultigsten Queer-Partys des Landes leider nicht. Sie muss sich auf ihre Perfomance vorbereiten und für Fotos mit Fans posieren.

Natürlicher Charme und Alien-Diva-Attitüde

Natürlich wollten wir herausfinden, wer hinter all dem fabelhaften Glitzer und Glamour steckt, der hier in der Schweiz vielerorts so fehlt. Also fragen wir um eine Privataudienz an – und dürfen wenige Tage später den realen Menschen hinter der Kunstfigur kennenlernen.

Die natürliche, charmante junge Frau, die wir heute im Zürcher Tanzhaus – einem der wichtigsten Orte für die aufstrebende Künstlerin – antreffen, hat mit der eindrucksvollen extravaganten Queen vom Wochenende auf den ersten Blick kaum noch etwas gemein. Ruhig und fast sogar ein bisschen schüchtern erzählt uns Valerie Reding von ihrem Werdegang von einer wissenschaftlichen Karriere hin zur Kunst, ihrem Zugang zu Tanz und Performance und dem Einfluss von Gender-Normen auf ihr Schaffen.

Künstlern geht es finanziell schlecht

Trotz internationaler Erfolge mit ihren Drag-Shows, Fotos und anderen Werken ist das Künstlerinnen-Dasein kein einfacher Brotjob. Sie erklärt: «Es ist gerade im Moment sehr hart für Künstler. Ständig bekomme ich Anfragen, gratis zu arbeiten oder für eine Gage, mit der nicht einmal die Materialausgaben gedeckt sind.»

Es gäbe zwar Geld in der Kunstwelt, aber das fände man entweder bei den Kunsthändlern oder ganz wenigen international anerkannten Künstlern – die Medien liessen die Allgemeinheit oft fälschlicherweise glauben, dass es allen Künstlern finanziell blendend gehe.

Viel mehr als nur ein Hobby 

«Ich sehe um mich herum, wie wir alle am Limit des Burnouts kämpfen und wie verrückt arbeiten, um irgendwie über die Runden zu kommen. Kunst wird eben leider nach wie vor von vielen als ein Hobby angesehen – und erhält nicht die gleiche Wertschätzung wie andere Jobs.»

Auch deshalb arbeitet Valerie neben ihrer Kunst-Karriere als selbstständige Make-up-Artistin. Zudem kreiert das Multitalent all seine Kostüme für Bühnenshows und Fotoshoots selbst. Wer sich selbst von der bezaubernden und zugleich irgendwie irritierenden Kunst einer der wohl märchenhaftesten Frauen des Landes überzeugen will, hat dazu das nächste Mal am 1. Dezember beim «Queer Little Lies Festival» in Luxemburg die Möglichkeit.

Oder du schaust dir einfach unser Video oben an!
 


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6 Kommentare

Guido vor 26 Tagen
Uff, irgendwie harter Stoff. Kunst kommt von Können. Okay, sie kann sich sich ausziehen. Aber so sympatisch das Mädel auch in natura ist, Brüste in das Publikum zu strecken ist nicht DIE Kunst und versteht in der Interpretation nur sie selbst. Der Zuschauer selbst sieht schlicht eine Stripperformance, für die er früher eine Ausrede benötigt hatte - ausser während der Fasnacht.... Eigentlich schade, da Valerie grundlegend wohl tiefgründiger sein könnte, nicht verstanden oder reduziert wird mit ihrer Performance. Dabei fällt mir spontan Ekeltoni ein, welcher in Phantasie wohl bald eine Abhandlung in Bezug der Valerie und seinem Lustspender hier niederschreibt... Was will man sagen, grundlegend ist es schlicht ein Dämon im Kopf des Künstlers, welcher die wahre Performance verhindert. Die wirren Gedanken werden nicht auf das Wesentliche gebündelt und nicht verstanden. Somit entsteht ein Abklatsch von Milo Moire und eine Reduktion auf Sex im Stil von Andy Warhol. Grundlegend sollte die Valerie ihre Interpretationen und der Kern derer überdenken. Denn so wird das in der Tat nix.
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Antwort von L vor 26 Tagen
Wenn du weiterhin so ignorante Kommentare schreibst, wird das für dich, lieber Guido, in der Tat nichts. Was erlaubst du dir so zu urteilen, der Einzige, der tiefgründiger sein könnte, bist hier du. Dein Auffassungsvermögen geht offensichtlich nicht über “boah BRÜSTE!“ hinaus, darum reflektier du doch mal darüber.
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Antwort von Guido vor 25 Tagen
Liebe/r "L" - lesen und verstehen. Ich habe aus Neugier im Netz nach der Dame gesucht und die Werke kurz angeschaut. Das mit der Nacktheit, das ist nicht mein Auffassungsvermögen, sonder das vom Mainstream. Valerie wird vom Publikum in ihrer Performance gefeiert, und zwar in dem Moment als sie sich die Kleider vom Leib reisst. Ja, der "Künstler" wird nun der Auffassung sein, der Jubel gelte der Transformation. Okay, wer das glauben mag, bitte... Es gibt Künstler, die begeistern ohne zu sexualisieren. Darum schrieb ich, das geht besser - und hat nichts mit Ignoranz zu tun, da die Künstlerin selbst jammert, mit ihren Darbietungen kaum ihre Kosten decken zu können. Daher schiebe ich den schwarzen Peter zurück und sage, der Mainstream versteht sie nicht. Klar lebt Kunst auch von der Kontroverse. Aber dann bitte nicht jammern, wenns nicht monetarisiert wird, zumal nur eine Randgruppe angesprochen wird. Als Beispiel: Es verhält sich ähnlich bei Musikern. Da wird die persönliche Interpretation verwirklicht in der Hoffnung, Geld zu verdienen. Leider interessiert sich kaum jemand dafür. Da kommt schnell der Gedanke auf, die haben halt keine Ahnung. So ist es leider nicht. Nun machen aber auch gewisse Musiker ihr Ding und begeistern eine kleine Gruppe, sind glücklich, jammern danach aber nicht, dass sie nicht davon leben können. Also was bleibt? Entweder die Valerie macht ihre Darbietung offener für eine breitere Masse oder bleibt eine Randnotiz. So einfach ist das.
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Antwort von DaDave79 vor 25 Tagen
Kritik und Meinungen sind wohl nicht mehr gefragt liebe 'L'? Sehr traurige Reaktion auf einen wirklich guten Kommentar der ohne zu trollen auskommt. Bei nem Kommentar von oben erwähntem 'Ekeltoni' würdest du wohl n Anheurisma oder nen Schlaganfall bekommen. Schneeflöckchen
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