Sind Spanner-Videos genug für eine Haftstrafe?

Diverse europäische Länder diskutieren explizite Strafen für sogenanntes «Upskirting». Brauchen wir das auch?

Immer mal wieder liest man hierzulande von schrägen Spannern, die beispielsweise eine Cam in einer Gitarrentasche verstecken und im Tram fremden Frauen unter den Rock filmen. Ein etwas schräger Fetisch, für den eine scheinbar wachsende Szene im Netz existiert.

In Grossbritannien und Frankreich wird das Thema derzeit heiss diskutiert. Unsere westlichen Nachbarn erliessen kürzlich ein neues Gesetz, das das «Filmen unangebrachter Bilder» mit bis zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 35'000 Franken bestrafen kann. In Grossbritannien stolperte kürzlich ein vergleichbarer Vorstoss, nachdem er von konservativen Politikern blockiert wurden.

Der Auslöser für den Vorstoss in England: Ein Typ filmte einer Frau an einem Festival unter den Rock. Sie wollte rechtlich gegen ihn vorgehen, wurde aber abgewiesen, da sie Unterwäsche trug. Kein Scherz. Und ein ziemlich guter Grund, hier vielleicht etwas an der rechtlichen Lage zu schrauben.

Kein explizites Gesetz

Und hierzulande? Nun, was die Anzahl der Fälle angeht – taugliche Statistiken findet man hierzu kaum. Beratungsstellen und Anwaltskanzleien in Zürich sprechen von wenigen, aber mehr werdenden Einzelfällen, was «Upskirting» betrifft. Wobei man davon ausgehen kann, dass sich garantiert nicht alle Betroffenen bei diesen Ansprechspartnern melden.

Was die rechtliche Lage betrifft: Bisher existiert in der Schweiz kein explizites Gesetz zur Angelegenheit. Wie uns zwei Zürcher Anwälte kurz erläutern, werden solche Vorfälle entweder als sexuelle Belästigung oder als Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes abgehandelt. In beiden Fällen ist ein Strafantrag notwendig.

Ein klares Signal

Das Problem daran: Solch absurd wirkende Entscheidungen wie in England sind möglich. Ein spezifisches Gesetz, wie es nun in Frankreich erlassen wurde, würde einerseits ein klares Signal an die Täter senden, andererseits auch dafür sorgen, dass entsprechendes Verhalten auch tatsächlich gebüsst wird. Unabhängig davon, ob das Opfer nun Unterwäsche trägt oder nicht.

Für Betroffene existieren verschiedene Beratungsstellen, die du hier finden kannst.


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27 Kommentare

Walti vor 29 Tagen
Also so wie auf dem Bild dargestellt, fotografierst Du (mit Stativ) niemandem unter den Rock! Aber schön, dass ihr für Canon Werbung macht.
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Lisa vor 30 Tagen
Also ich würde das nur einführen, wenn es viele Fälle geben würde. Erstens wie will man das Filmen nachweisen, zweitens wer wird hier wieder als Böser abgestempelt: der Mann. Also keine Filme mehr von Eiskunstlauf, Fasnacht, Streetparade, Werbung....etc. Ist ja ein hausgemschtes Problem.
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Antwort von xerox vor 30 Tagen
logik? Wow, das erscheint mir jetzt doch logisch. Wenn ich mich mit einem entsprechenden Kostüm an der Fastnacht, Streetparade oder beim Eiskunstlauf zeige, weiss ich doch, dass dies genau so gesehen wird von anderen. Wenn ich einen Rock anziehe (womöglich noch ziemlich lang) muss ihc mich doch nicht damit abfinden, dass irgend jemand seinen Fetisch auslebt und darunter filmt. Und ech, wie wird es Nachgewiesen? Wie bei so vielem. 99 kommen davon 1 wird per Zufall erwischt. Ein Bruchteil aller straffälligen wird erwischt, in der Schweiz. Wollen wir jetzt alle Gesetzte abschaffen? Nicht mal jeder Mörder wird bestraft, schlicht weil man ihn nicht findet.
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CHwitzer vor 1 Monat
Hab da mal im InterNetz nachgekuckt. Wir Männer sind ja schon schräg wenns um Frauen geht. In Japan soll Mann anscheinend getragenw Unterwäsche an einem Automaten kaufen können. Kopfschüttel. Dieae Filmchen sind ja gar nicht zum schauen. Nix besonderes. Wir sind doch einfach nicht ganz dicht. Ohne Einwilligung der Frau ein absolutes NOGO! Fragt einfach - manche wäre sogar noch einverstanden.
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