Erster Zürcher Film über Generation Y

Drei Studenten kreieren mit «Tranquillo» einen Spielfilm, der sich den Fragen unserer Generation annimmt. Wir waren an einem Drehtag dabei.

Auf der Dachterrasse eines Wohnhauses im Zürcher Kreis 4 treffen wir die «Tranquillo»-Crew. Sie ist grösser als wir sie uns vorgestellt haben. Schnell werden Planen über das Equipment gespannt. Die ersten Regentropfen sind zu spüren.

Eine Verzögerung wäre ärgerlich, wenn nicht sogar inakzeptabel. 21 Drehtage sind vorgesehen. Die Drehs sind straff geplant. Weder Budget noch Manpower erlauben viel Spielraum.

Die Geschichte unserer Generation

«Tranquillo» erzählt die Geschichte von Peter. Er ist Mitte Zwanzig, ehrgeizig, engagiert, sportlich und organisiert Partys. Seine Energie wird durch einen plötzlich auftretenden Tinnitus gebremst. «Es beginnt ein Kampf der Zerrissenheit. Ein Hin und Her zwischen Vergangenheit, Zukunft, Sinn und Unsinn des Lebens», so die Macher. Die grossen Fragen der Generation Y eben.

Zum Drehbuch inspiriert wurde Regisseur Johnny Jäggi (22) von seinem guten Freund, der Ähnliches erlebte. Mit Selina Späni (27) und Gabriel Erismann (25) bilden die drei Zürcher das Kern-Team. Das Projekt sei aber ein Werk von allen, betont Selina.

«Riesen Idee mit dem Herz in der Hand»

Jungschauspieler Tobias Bienz konnte sich die Hauptrolle sichern. Der 28-Jährige wurde wie alle anderen Crew-Mitglieder beim Bier rekrutiert. Die ganze Besatzung wusste, dass sie mit dem Projekt nicht reich wird. Es überzeugten andere Werte. «Es ist eine riesen Idee mit dem Herz in der Hand», erzählt Tobias 20 Minuten Tilllate. «Da war es leicht, Ja zu sagen.»

Vom Oberbeleuchter über den Kamera-Assistenten bis zur Runnerin, alle von ihnen sagten Ja zu 15-Stunden-Arbeitstagen und anderen Entbehrungen. Tobias ist Nichtraucher. Sein Charakter Peter nicht. Er raucht sogar ziemlich viel. «Die ersten Male wurde mir schlecht und ich musste mich übergeben», erzählt uns Tobias lächelnd. «Einmal kurz vor einer Liebesszene. Das will man nicht.» Seither darf er Kräuterzigaretten paffen. Die stinken zwar, sind dafür aber etwas besser verdaulich.

Tobias bereitete sich gleich nach der Zusage auf seine Rolle vor. Er hörte dieselbe Musik wie Peter, zog sogar Kleider an, die Peter tragen würde. Method Acting in Zurich. «Vier Monate später habe ich Tobias getroffen», erzählt Produzentin Selina. «Es war beeindruckend. Da stand Peter vor mir.»

Allein-Finanzierung unmöglich

Die grossen Herausforderungen bei «Tranquillo» stellte das Budget. Von der Filmförderung wurden die Zürcher Studenten abgeblitzt. Dafür hätte man sich mit mehreren Kurzfilmen zuerst einen Namen machen müssen. Diesen Umweg wollten die drei Zürcher nicht gehen.

Ein Balance-Akt zwischen Unabhängigkeit und Sponsoring war gefragt. «Es wäre unmöglich, alles alleine zu finanzieren. Alleine die vielen Kleider, die wir für die Schauspieler benötigen», erklärt die Produzentin. «Wir haben nebst freiwilligen Helfern zum Glück auch Sponsoren gefunden, die zu uns und zum Film passen.» Den Rest finanziert das Team mit Nebenjobs quer.

Die Clubs spielen mit

Eine Mammutaufgabe, der sich die Macher gestellt haben. Gedreht wird auf Zürcher Strassen und in Zürcher Clubs. Dafür wurden 17 vierseitige Bewilligungs-Gesuche verfasst. Und glücklicherweise auch zugelassen.

Die Organisation gestaltet sich manchmal schwierig. Die Aufnahmen werden nämlich bei Dunkelheit gemacht. Dann, wenn Clubs lieber zahlende Gäste als Dollys und Mikrofone bei sich wissen.

Ende April geht «Tranquillo» in die Post-Produktion. Danach wird er bei Filmfestivals eingereicht. «Dort wird es geschätzt, wenn der Film noch keine Premiere hatte», sagt Selina. Deshalb werden wir den Zürcher-Film erst 2018 zu Gesicht bekommen.

 

Für «Tranquillo» werden immer wieder Statisten gesucht. Aktuell für den Donnerstag, 31. März 2016. Wenn du mitspielen willst, melde dich via Facebook bei der Crew.


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12 Kommentare

Silvia vor 3 Jahre
Stolz auf diese Generation. Viel Glück mit dem Projekt.
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markus vor 3 Jahre
hophpohop schololool. yeah geil geil.
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Marlies vor 3 Jahre
Vill Glück. Superidee "Tranquillo" wer ch da scho stillhalte?
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Generation F**** U vor 3 Jahre
Was haben eigentlich alle mit dieser generation Y..... als ob sich vorher noch nie ein mensch über den sinn des gefragt hat!!
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