Dating-Show zwingt Teilnehmer zur Verlobung

Eine neue Verkuppel-Sendung sorgt für kontroverse Diskussionen: «The Proposal» lässt die Kandidatinnen um den Heiratsantrag eines Mannes kämpfen – den sie bei der Ringübergabe das erste Mal zu Gesicht bekommen.

Wer Sendungen wie «Die Bachelorette» jedoch aufgrund ihres kultigen Trash-Faktors liebt, wird von der US-Show «The Proposal» hellauf begeistert sein. Das Konzept ist wie eine komprimierte Version der altbekannten «Ich verliebe mich mal eben auf Knopfdruck»-Formate, bei der liebeshungrige (oder fame-geile) Personen sich für die «wahre Liebe» vor laufender Kamera prostituieren.

Twist: «The Proposal» gibt ihnen dafür genau eine Stunde Zeit. Mega-Twist: Die glückliche Gewinnerin bekommt den Mann ihrer Träume bei der Ringübergabe das erste Mal zu Gesicht. Warum? Vielleicht, weil unsere Gesellschaft am Ende ist und nicht einmal die fundamentalen Grundlagen zwischenmenschlicher Beziehungen noch etwas wert sind. Vielleicht wollen auch einfach alle nur ins Fernsehen, um ihre fünfzehn Minuten Ruhm abzustauben.

Demütigung vor Millionenpublikum

Die erste Folge der viel-diskutierten Sendung entwickelt sich schnell zum Sumpf der Absurditäten. Mit Over-the-Top-Fremdscham-Level inklusive Bademoden-Schönheitswettbewerb, tränenreicher Liebesbekundungen und einem Haufen hysterischer Damen, die kein Problem damit haben, sich vor einem Millionenpublikum der Lächerlichkeit preis geben zu lassen.

Das hört bei der erzwungenen Verlobung mit einem vollkommen Fremden auf, beginnt aber schon bei der Vorstellung der einzelnen Kandidatinnen. Ganz klar verfolgen die Produzenten der Sendung das Ziel, die Frauen in möglichst dümmliches Licht zu rücken. «Vor ihrem Medizinstudium arbeitete Riona als Flugbegleiterin. Sie ist deswegen sehr stolz – auf ihre schönen Waden», heisst es da. Oder: «Begrüssen wir Kendal Maxwell, eine 30-jährige Stabdreherin aus Los Angeles. Manchmal brennen ihre Stäbe sogar! Ausserdem ist sie Neuropsychologin.»

Liebe funktioniert nur mit Bikini-Body

Was folgt, ist eine qualvoll lange Stunde der Demütigungen, in der die – eigentlich ziemlich sympathisch, selbstbewusst und unabhängig wirkenden Frauen – in aufreizenden Bikinis posen, um dem ihnen vollkommen unbekannten Typen, der sich hinter einer Schattenwand versteckt, zu zeigen, «wer sie wirklich sind». Weil das geht ja nur im Bikini und ausserdem sei «körperliche Kompatibilität ein grosser Teil von Liebe», wie der Moderator nonchalant mitteilt. Okay, danke für die Info.

Nach einer Fragerunde, in der die Damen ihre dunkelsten Geheimnisse offenlegen und über ihre sexuellen Vorlieben, Depressionen, Essstörungen und andere einschneidenden Lebensereignisse wie traumatisierende Autounfälle sprechen müssen, dann eine Premiere: Mike, der mysteriöse Unbekannte – der sich als Polizist mit nur einem Bein herausstellt –, zeigt sich den verbliebenen beiden Ladys, die er im Laufe der vergangenen Szenen noch nicht aus dem Off eliminiert hat.

«Ich bin dein!»

Wir nähern uns dem bizarren Highlight der Show. Die Frauen müssen jetzt direkt um die Gunst – und den damit verbundenen Diamant-Verlobungsring – des ihnen absolut vollkommen fremden Mannes betteln, den sie vor etwa zehn Sekunden das erste Mal im Leben zu Gesicht bekommen haben.

Als Zuschauer hofft man auf späte Erkenntnis und einen halbwegs würdevollen Abgang der Damen. Aber natürlich ist sich zumindest eine der armen Seelen tatsächlich nicht zu schade, in die Vollen zu gehen: «Ich werde dich für immer lieben und jeden Tag nur für dich da sein, jeden Schritt mit dir gehen – in guten, wie in schlechten Zeiten. Ich bin dein!». Bedenke: Sie. Kennt. Diesen. Menschen. Nicht.

Ob Mystery-Man Mike diesen traurigen Hilferuf erhört und sich zusammen mit der verzweifelten Frau in den Hafen der Ehe stürzt, wollen wir hier lieber nicht spoilern. Sonst ist ja die ganze Spannung futsch.

«The Proposal» läuft jeweils Samstags auf dem US-Sender «ABC».
 


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9 Kommentare

Knut vor 22 Tagen
Ein Meisterwerk! Wer braucht Gladiatorenspiele wenn wir so was haben können... lol!
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Antwort von Daniele vor 12 Tagen
Ich wünsche mir dass Gladiatorenspiele wieder erlaubt sind. Ohne Sklaven als Hauptprogatonisten jedoch
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Mond vor 22 Tagen
So öppis chunnt oh nume de Heteros ih Sinn...
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Antwort von gayboy vor 22 Tagen
wills bi homos niemer seh will....
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