«Ich hasse mein eigenes Tattoo»

Unser Autor beging in seiner Jugend einen schwerwiegenden Fehler: Er liess sich ein Tattoo stechen, das ihm heute peinlich ist. Wir sind uns jedoch sicher, dass er mit seinem Fail nicht alleine dasteht.

Junge Erwachsene tun manchmal Dinge, die sie später im Leben bereuen. Man lässt sich die Augenbrauen piercen, schmeisst sein Geld für In-App-Käufe aus dem Fenster und hört Bands wie 5 Seconds of Summer.

Ich beging jedoch einen Fehler mit weitaus schwerwiegenderen Konsequenzen: Ich liess mir ein Tattoo stechen, für das ich mich heute so richtig schäme. Mit 18, als Kurt Cobain für mich so etwas wie ein Gott war, hielt ich es für eine gute Idee, den Titel seines Magnum Opus auf meinen Unterarm zu verewigen. Nun steht da in einer krakeligen Schrift «Nevermind». Lach mich ruhig aus. Ich hab es verdient. Mama hatte mich gewarnt.

Tausende Entfernungen jedes Jahr

Offensichtlich bin ich aber nicht der einzige mit einem Schandfleck auf seiner Haut. Jedes Jahr werden alleine im Kanton Zürich Tausende Tattooentfernungen durchgeführt. Aus dem Weglasern ist ein ähnlich grosses Geschäft wie aus dem Stechen selbst geworden.

Ergo: Ganz viele Menschen hatten einst genauso dumme Flausen wie ich im Kopf. Sei es der Name der Liebe, die dann doch nicht ewig hielt; der Totenkopf am Handgelenk, der das Vorstellungsgespräch bei der Bank ruiniert oder die japanischen Schriftzeichen, die eben doch nicht «Lebe, Lache, Liebe» sondern «Zebra, Scheibenwischer, Mundgeruch» bedeuten.

Bei mir ist der Grund völlig banal: Das Tattoo sieht scheisse aus. Würde da in einer simplen Schrift «Nevermind» stehen, könnte ich mit meiner Jugendsünde leben. Dieser Font schreit aber «Emo» und die Engelsflügelchen, mit denen ich Vollpfosten den Schriftzug einrahmen liess, sehen ungefähr so cool aus wie ein Nietengürtel und pinke Strähnchen im Haar.

Keine Ideen für ein Cover-Up, kein Geld für den Laser

Der Punkt ist: Ich will das Ding loswerden. Eine Entfernung via Laser ist aber nicht nur schmerzhaft sondern auch wahnsinnig teuer. Für ein Cover-Up, also ein neues Tattoo, das die Fehlentscheidung meines jugendlichen Ichs überdeckt, fehlt es mir an Inspiration und im Zweifelsfall würde ich meinen albernen Einfall nur verschlimmbessern.

Also bleibt mir momentan nichts anderes übrig, als – genau wie meine Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen – über meine infantile Entscheidung zu lachen. ICH NEHM ES MIT HUMOR, OKAY?! Und falls mich das hässliche Tattoo in einem schwachen Moment doch mal nervt, denk ich einfach: never mind. Badumm-Tsss.

Wir wollen deine Tattoo-Fails sehen. Schick uns ein Foto und die Geschichte dazu an redaktion@tilllate.com oder poste deine peinliche Körperdeko in die Kommentare. Damit du dich danach nicht allzu schlecht fühlst, findest du in der Bildstrecke einige Leidgenossen – und ganz am Ende auch das geschmacklose Tattoo unseres Redaktors.


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73 Kommentare

Lisa vor 5 Monate
Ob das Tattoo nach einigen Jahren optisch noch gefällt ist eine Frage aber wenn man es neu machen lässt sollte man sich wenigstens vergewissern, dass der Tätowierer Englisch kann und die Rechtschreibung beherrscht oder zumindest Jon Bon Jovi kennt. :-D
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Mr. Nasty vor 5 Monate
Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, dass die chinesischen Schriftzeichen alle nach einem ganz bestimmten Alphabet gestochen werden und dadurch die Aussage falsch wird. Meine Meinung zu Tattoos: Wozu? Ist ja sowieso immer persönlich und was persönliches stechen lassen, damit man jeder sagen kann "es ist was persönliches" ist auch doof. Zudem ist die Haut das grösste Organ des menschlichen Körpers. Selber schuld, wer sich tätowiert und es danach bereut. Ich werde mich nie tätowieren lassen.
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Antwort von vor 5 Monate
Mimimimi Interessierte keine Sau.
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Antwort von vor 5 Monate
Hm, warum antwortest du dann? Mimimi?
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