Die Tatortreiniger in der Horror-Wohnung

Wir begleiten die Desinfektoren Gebrüder Guggenbichler aka «Crime Scene Cleaners» bei einem Auftrag. Statt Blut und Gedärmen an der Wand gibt es heute eine Messie-Höhle voller Spinnen auszuräumen.

Hört man den Begriff Tatortreiniger, denkt man wahrscheinlich an grausame Mordszenen, Eingeweide an Wänden und riesige Blutpfützen. Kann so schon auch mal vorkommen, ist aber eher die Ausnahme. «Die wenigsten Morde passieren in Wohnungen», erklärt Adrian Guggenbichler. Der 23-Jährige ist Geschäftsführer seiner eigenen Desinfektions- und Tatortreinigungs-Firma. Zusammen mit seinem Bruder André hat er sich vor rund einem halben Jahr selbstständig gemacht.

Während der Rheinfeldner schon seit mehreren Jahren im Business ist und als Angestellter bei anderen Firmen viel Erfahrung gesammelt hat, ist André ein totaler Quereinsteiger – er arbeitete in der Versicherungsbranche. Die Geschwister absolvierten eine Ausbildung in Deutschland, die weltweit anerkannt wird. Die Idee zur Selbstständigkeit entstand durch den Mangel an seriösen Angeboten in der Schweiz: «Unser Gewerbe ist hierzulande nicht geregelt und es gibt keine richtige Ausbildung. Viele heimische Anbieter arbeiten nicht korrekt und wir wollen es besser machen.»

Man muss denken wie ein Mikroorganismus!

Woraus besteht denn jetzt aber der Job, wenn es gar nicht so viele Mordszenerien zu reinigen gibt? André weiss Bescheid: «Meistens sind es lange Liegezeiten von Toten, Suizide oder auch Arztpraxen und Operationssäle in Krankenhäusern, die wir desinfizieren.» Hört sich immerhin doch recht blutig – oder zumindest unappetitlich – an. Wohl nichts für Personen mit schwachem Magen. «Man gewöhnt sich an sehr viel, ein ausgesprochen starkes Ekelgefühl ist aber eher von Nachteil», grinst der 27-Jährige.

Abgesehen vom Reinigen der Tat- und Leichenfundorte besteht die Aufgabe der Brüder auch darin, eventuelle Viren, Bakterien oder Pilze abzutöten und Infektionen vorzubeugen. Diesen Aspekt ihrer Arbeit fänden beide sehr spannend, erklärt Adrian. «Es ist ein bisschen wie Detektivarbeit. Man muss denken, wie ein Mikroorganismus! Sonst könnte man die unsichtbaren Erreger nie ganz tilgen.»

Meterhoher Müll und tausende Spinnen

Bei ihrem heutigen Einsatz werden sie dann wohl ganz schön viel Detektivarbeit leisten dürfen. Der Auftrag lautet nämlich: «Entrümpelt und entgiftet eine Messie-Wohnung.» Die junge Auftraggeberin leidet unter einer psychischen Wertbeimessungsstörung, die sie daran hindert, Wert und Nutzen von Gegenständen abzuwägen. Heisst: Sie sammelt Müll. Das hat ihre vier Wände mittlerweile in einen unzumutbaren Zustand versetzt.

Vom teilweise meterhoch gestapelten Müll mal abgesehen, teilt sich die Mittzwanzigerin ihre Wohnung auch mit Schimmelpilzen und tausenden von Spinnen. Zum Glück konnte sie ihr Problem selbst erkennen und befindet sich derzeit in Therapie. Währenddessen stehen Adrian und André vor der Aufgabe, Herr über das Chaos zu werden – und wir dürfen mit! Mit Mundschutz, Latexhandschuhen und einer Kamera bewaffnet betreten wir die Horror-Höhle, die nicht nur bei Sauberkeitsfanatikern und Spinnenphobikern blankes Entsetzen hervorrufen dürfte. Das Video siehst du oben!

(Dieser Artikel wurde im Februar 2017 das erste Mal veröffentlicht.)


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85 Kommentare

G.K. vor 5 Monate
ICH HÄTTE GERNE EIN VORHER NACHER BILD GESEHEN......SCHADE
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Antwort
Res S. vor 5 Monate
Ja, liebe Anna Ida... urteilen, ohne eine Ahnung zu haben ist auch eine Krankheit... Dafür gibt ws sicher auch eine Behandlung...
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Anna Ida vor 5 Monate
die Frau ist ein Schwein, JEDER andere Kommentar erübrigt sich
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Antwort von betroffener vor 5 Monate
sie kennen die frau und ihr schicksal nicht. ihr urteil ist verachtend und daneben.
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