Snapchat wirbt um deine Grosseltern

Weil Snapchat mehr und mehr User verliert, muss die App ihr Image aufbessern. Das versucht sie durch – ziemlich peinliche – Werbespots im Fernsehen.

So jung, so cool, so fresh. Es ist gerade mal gefühlte fünf Minuten her, als die halbe Welt dem Snapchat-Hype erlegen war. Wir sind da selbst keine Ausnahme. Die App, die es uns erlaubte, Erlebnisse und Dick-Pics so einfach wie noch nie mit all unseren Freunden – und gern auch mal ein paar Fremden – zu teilen, hatte allerdings relativ schnell (und nicht zuletzt wegen Instagram mit seiner Story-Funktion) ihren Zenit erreicht.

Bis vor wenigen Wochen erfreute sich Snapchat immerhin noch einigermassen grosser Beliebtheit beim sehr jungen Zielpublikum. Nachdem Superstar Rihanna ihre Fans jedoch öffentlich zum Löschen der App aufrief, fiel die Aktie des US-Unternehmens um 4,7 Prozent und die Popularität des Hundewelpen-Filter-Wahnsinns verpuffte wie unser Neujahrsvorsatz, 2018 weniger zu trinken und mehr Sport zu machen.

Aus jung mach alt

Während das Konzept von Snapchat eine Weile lang bei Millennials mehr als gut ankam, blieb die App für ältere Semester – zu denen im Hashtag-Zeitalter so ziemlich alle zählen, die alt genug sind, um den «Spice Girls»-Film noch im Kino gesehen zu haben – immer eher ein fernes, unerklärbares Phänomen und Mysterium. Genau dagegen versucht das Unternehmen jetzt anzukämpfen.

Und wie ködert man am besten einen Haufen alter Knacker, die keine Ahnung von hipper Technologie haben? Natürlich: Mit guter, alter Fernsehwerbung. Unter dem Motto «A New Kind of Camera» strahlt Snapchat deswegen einen Clip im amerikanischen TV aus, der mit ziemlich kitschiger Storyline nicht nur die Facebook-Generation einfangen soll, sondern allem Anschein nach auch deren Grosseltern.

Snapchat ist so Ikea

Der Spot, der von der Aufmachung und Stimmung her an ältere Ikea-Werbungen erinnert, ist vollgestopft mit emotionsschwangeren Familien-Momenten, fröhlichen Seniorinnen und niedlichen Tieren. Snapchat wird hier als «neue Art von Kamera, die dich mit deinen Freunden und der ganzen Welt verbindet» dargestellt. Das Ganze wirkt irgendwie eine Spur zu verzweifelt und dadurch ziemlich unangenehm.

Ob und wie das US-Publikum auf den Werbespot reagiert, wird sich wohl in den kommenden zwei Monaten – so lange soll die Reklame ausgestrahlt werden – zeigen. Wer weiss? Vielleicht stehen Omas und Opas ja tatsächlich darauf, Regenbögen zu kotzen oder das eine oder andere Nacktfoto zu versenden.


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