Ist schweizerdeutscher House möglich?

Elektronische Tanzmusik und Mundartgesang: Das hört man selten. Doch immer mehr DJs wagen sich in lyrisches Neuland.

«Schwerelos» heisst der neuste Wurf von Wandervogel. Darin singt der Zürcher DJ über eine gemütliche House-Melodie in schweizerdeutschem Dialekt. Ein Einzelfall, denn die hiesigen Produzenten im elektronischen Musikbereich setzen meist auf englischen Gesang. Doch warum ist das so?

«Stop!» der Flop

Der erste DJ, der es mit Schweizer Lyrics versuchte, war DJ Antoine. 2008 releaste der Basler die Mundartsingle «Stop!» und erhoffte sich, so gross zu punkten. Doch der Song, der ein Appell für mehr Zivilcourage sein sollte, floppte. Nach nur vier Wochen in den Charts verabschiedete sich «Stop!» wieder aus der Hitparade.

Hymnen an die Stadt

Während Antoines Song etwas bieder daherkam, hauchte die Zürcher DJ-Combo 2011 ihrem Song «Bazh» mit schweizerdeutschem Sprechgesang das gewisse Etwas ein. Der Track entwickelte sich zum Hit in der Clubingszene der Limmatstadt. So entstanden ganze sechs Remixes von Jimi Jules, Gleichschritt und weiteren Lokalmatadoren. «Es konnten sich sicher viele mit dem Text, der von Zürcher Clubs und Bars handelt, identifizieren. Zudem war es nicht alltäglich, dass ein House-Song auf Schweizerdeutsch gesungen wird», erklärt Boris Hilton den Erfolg des Songs. Der Clubdekorateur und Szene-Insider sprach damals den Songtext ein. In dieselbe Kerbe schlug 2012 Kalabrese. Mehr gesprochen als gesungen, ist «Sihltal» seine schweizerdeutsche Ode an die Stadt Zürich.

Der Mangel an Vorbildern

Zwar kann man mit Mundartsongs lokal viel Aufmerksamkeit erregen, doch setzt es einem als Künstler auch Grenzen. «Mit Schweizerdeutsch kommst du nie weiter als bis zum Röstigraben, Rhein und Gotthard und somit auch nicht an Gigs im Ausland», sagt Samuel Gmür vom Zürcher DJ-Duo Animal Trainer. Im Gegensatz zu einem Polo Hofer und Bligg sei man als DJ von den Auftritten im Ausland abhängig.

Kalabrese selbst sieht das Problem im Mangel an Vorbildern, bzw. Pionieren. «Vielleicht fehlt es einfach an guten Textern, wie sie zum Teil die Rap-Szene hier hervorbringt», sagt Sacha Winkler, so der Clubchef und DJ bürgerlich. Produzenten von elektronischer Musik seien eher stille Heimstudio-Tüftler, die sich normalerweise weniger mit dem Schreiben von Texten auseinandersetzen. «Ich glaube, man muss sich einfach getrauen», fügt Kalabrese hinzu. Ihm sei die Idee zum Mundartsong eher spontan gekommen. «Es wäre komisch, eine Geschichte, die vor der Haustüre spielt, auf Hochdeutsch zu singen», sagt der 41-Jährige.


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14 Kommentare

dreamdemon vor 4 Jahre
Die Idee ist an sich nicht schlecht. EDM hört man in jeder Sprache gern. Aber dieses billig Rap, Pop mix scheisse nervt echt. Gut wurden meine Ohren dieses Wekend von nem Heissen Q-Dance event zwar nicht geschont aber verwöhnt.
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Mäge K vor 4 Jahre
Sihltal
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Zulauf vor 4 Jahre
Warum mues immer Alles englisch sie?Vili chöi jo nid e mol richtig schribe oder läse.Allso was söll das?
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TechnoKid vor 4 Jahre
Bitte höred uf house z'pushe und lönd dä hype endlech loh sterbe... Pseudo elektronischi Pop Musik *chotz*
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