Die Schweden schämen sich zu fliegen

Wer fliegt, gefährdet die Umwelt – und sollte sich darum für seinen ökologischen Verrat an der Erde schämen. Bei den Schweden ist dies bereits der Fall. Und bei dir?

Die Eisbären sterben aus, in Kalifornien wüten Feuerstürme, während in Italien ganze Landesteile weggeschwemmt worden sind. Und was machen wir dagegen? Gutwillig die weissen und grünen Glasflaschen getrennt entsorgen, den Karton gebündelt vor die Haustüre stellen statt ihn neben dem ganzen Plastik in den Müllsack zu pressen und trotzdem auf die Malediven jetten oder sich einen Kurztrip nach Berlin gönnen. Zumindest die meisten von uns.

Wieso muss es immer das Flugzeug sein?

Nicht alle setzen sich aber in ihrer Hipster-Montur für die ökologische Verantwortung gegenüber unserer Erde ein, während sie gleichzeitig ihr Jet-Set-Leben zelebrieren. Einige gehen mit gutem Vorbild voran. So etwa meine Freundin, die sich demnächst lieber neun Stunden von Zürich nach Berlin in einem Bus zwängt, als mit ihren Reisegpändli in einen Flieger zu steigen und den Kurztrip bis zum letzten alkoholischen Tropfen auszukosten.

«Wieso der Umwelt schaden, wenn eine Car-Fahrt zwar etwas unbequemer, aber günstiger und ökologischer ist». Eine nachvollziehbare Argumentation. Reiseziele, die nicht mit dem Zug oder dem Bus zu erreichen sind, hat sie darum gestrichen. Und mit ihrer Abneigung gegen jede zurückgelegte Flugmeile ist sie in meinem Freundeskreis nicht die einzige.

Die Schweden schämen sich

Auch in Schweden herrscht Umbruchstimmung. Wie «Die Tageszeitung» in einem Artikel vermerkt, bleiben die einstig vielfliegenden Nordeuropäer beim Reisen immer öfter auf dem Boden und verwandeln den Zug in das drittcoolste Fortbewegungsmittel. Gleich nach dem Velo und dem Trottinett.

Die Bewegung weg von der Fliegerei und hin zum klimaschonenderen Bahnverkehr wurde sogar mit einem ebenbürtigen Begriff versehen: «flygskam», was übersetzt so viel wie «Flugscham» heisst. Um sich nicht schämen zu müssen, legen darum immer mehr schwedische Reisefüdli Strecken auf dem Boden zurück. Wegen der erhöhten Nachfrage wird laut der «TAZ» demnächst sogar das Nachzugangebot erweitert.

Und wie sieht es mit deinem ökologischen Radar aus? Hast du sämtliche Destinationen aus dem Ferienrepertoire gestrichen, die lediglich mit einer Passagiermaschine zu erreichen sind, oder bleibst du hartnäckig beim Pro-Kartonbündeln, das deinen Pro-Flugzeug-Comfort legitimiert? Erzähl es uns in den Kommentaren!


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96 Kommentare

Mörder vor 15 Tagen
Für was eine Welt wenn man sie nicht sehen kann? Alles hat ein Ende und die Erde wird am Tag X in die Sonne fallen! Also wird eine Generation sowieso ausgelöscht! Geniess das Leben oder geh sterben!
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Bianca vor 16 Tagen
Fliegen ist schlecht für die Umwelt, da stimme ich zu. Vergessen geht der Kreuzfahrt-Hype, der die letzten Jahre aufgekommen ist. Kreuzfahrtschiffe sind noch schlimmere Dreckschleudern als Flugzeuge. Also auch da bitte mit mega-schlechtem Gewissen reisen oder am besten gleich auf Kreuzfahrten verzichten.
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Alex vor 16 Tagen
Bahn ist immer konfortableste Fortbeegungsmittel Nr. 1 . Viel Platz, keine Einschränkung beim Gepäck, dennoch schnell 300 km /h, Geht direkt ins Zentrum der Stadt. Und jetzt auch noch günstig, gehe für 78.- Fr. Hin und Zurück nach Hamburg. Da gibt es keinen Grund mehr das Flugzeug nehmen zu wollen.
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K. Meier vor 16 Tagen
Es ist nur konsequent, die sinnlose Fliegerei zu reduzieren. Wenn ich die z. T. extrem egoistischen Kommentare hier lesen muss, kommt mir das K...
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