Er lässt seine dreijährige Tochter Auto fahren

Der «schrecklichste Vater» von Instagram versetzt seine Tochter in kleine Extremsituationen. Dahinter steckt eine traurige Story.

Wir alle kennen übervorsichtige Eltern. Solche, die wegen jeder Schramme am Körper des Kindes am liebsten ins Spital fahren würden. Aus Angst, das Kind könne verbluten. Oder sie lassen den Sprössling nicht bei Freunden übernachten, weil sie so nicht kontrollieren können, ob sie ihr Gemüse auch essen. Sogenannte «Helikopter-Eltern» (Eltern, die ständig ihr Kind umschwirren) realisieren meist nicht, dass sie dem Nachwuchs mit dieser Überkontrolle schaden.

Hinter den Fotos steckt eine traurige Story

Stephen Crowley ist ein solcher Vater, der auf seinem Instagram-Profil überbehutsame Eltern auf die Schippe nimmt. Auf der Fotoplattform steht seine dreijährige Tochter im Mittelpunkt. Man sieht Hannah, wie sie mit scharfen Messern hantiert, auf der Autobahn das Lenkrad auf dem Schoss ihres Dads übernimmt oder die Leiter zum Estrich alleine hinaufklettert. Ausserdem befindet der «schrecklichste Vater», wie er sich auf Insta nennt, das Anschnallen im Auto für überflüssig und vergräbt sein Mädchen bis zum Hals im Sand. Bevor nun jemand die Behörden einschalten will: Das Ganze tut Stephen mit Photoshop.

Mit seinen Bildbearbeitungskünsten kämpft der Designer für ein Marketingunternehmen in Dublin gegen zu viel Ängstlichkeit an. Hinter seinen Fotos steckt nämlich eine traurige Story. Als Hannah vier Monate alt war, erkrankte sie an der seltenen Autoimmunkrankheit Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH). «Sie verbrachte nach der Diagnose sechs Monate im Krankenhaus. Hannah erhielt eine Chemotherapie und schliesslich eine Knochenmarktransplantation, die ihr das Leben rettete», erzählt Stephen dem «New Yorker».

Für mehr Humor in der düsteren Zeit

In dieser Zeit schoss er unzählige Fotos von seiner Kleinen, die er mit seiner Familie teilte. Er erkannte kurz darauf, wie sehr seine Nächsten verzweifelt «nach etwas Humor im Leben suchten». Der Designer beschloss also kurzerhand seine kranke Tochter in kleine Extremsituationen zu versetzen. Szenarien, die für eine Einjährige definitiv nicht sicher waren. Wie das Sitzen auf einem Brückengeländer, ohne jemanden, der sie hält.

So sind die Bilder für ihn ein Zeichen, dass man das Leben etwas lockerer sehen sollte. Seine Aktion kommt an: Fast 32‘000 Follower des «schrecklichsten Vaters» feiern ihn für seine originellen Fotos. Unter Stephens Posts stehen beispielsweise Kommentare wie «Bitte hör nie damit auf!» oder «Deine Seite ist einmalig und dein Kind auch».


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32 Kommentare

Pauline Jg 36 vor 24 Tagen
Wenn das Kind zu keiner Zeit in Gefahr war, dann finde ich die Fotos lustig.
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Pausagloon vor 24 Tagen
diesen Vater sllte man das Kind wegnehmen und ihn selber in die Kiste spedieren. Verantwortungsoses Handeln.
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Antwort von Brückenwächter vor 24 Tagen
Lies den Artikel, du vollid...
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Antwort von vor 24 Tagen
Häsches wieder nöd gläse??
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