Sind die Schlümpfe Nazi-Propaganda?

Die Schlümpfe feiern ihren 60. Geburtstag. In der Welt der blauen Comicfiguren verstecken sich aber diverse Indizien, die auf rassistisches Gedankengut hinweisen.

Selbst nach 60 Jahren sind die Schlümpfe noch nicht totzukriegen. Letztes Jahr erschien nicht nur der Kinofilm «Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf» – regelmässig werden die alten Comics neu aufgelegt und ab und an gibts auch neue Musik: Im letzten Jahr erschien beispielsweise ein Album mit Covers von David Guetta oder Mark Forster. Und die Scheibe landete in Deutschland und Österreich gar in den Charts.

Immer wieder melden sich aber Stimmen zu Wort, die unsere hübschen Kindheitserinnerungen an die Bewohner des Schlumpfdorfs in ein dunkelbraunes Licht tauchen. Neben diversen Homepages und Foren, die sich dem Thema widmen, verfasste auch der französische Politikwissenschaftler Antoine Buéno ein Buch, das faschistische Symbole bei den Schlümpfen untersucht.

These: Ku-Klux-Klan

Das Ganze beginnt bereits beim Outfit der Schlümpfe. Der komplett einheitliche Look erinnert bereits an Uniformierung – der Clou ist aber die Farbwahl. Die weissen Kleider und Mützen erinnern an den Ku-Klux-Klan und dass Papa Schlumpf eine rote Mütze trägt – analog zu den roten Roben der Führungsfiguren des Klans – scheint dies nur noch zu unterstreichen. Das rituelle Tanzen um ein Feuer erinnert ebenfalls an KKK-Zeremonien.

Weiter gehts mit dem Feind der Schlümpfe: Gargamel. Der Schwarzmagier entspricht der typisch-nationalsozialistischen Karikatur eines Juden: Hakennase, prominentes Kinn, Goldgeilheit, buckliger Rücken, ein hebräisch klingender Name. Ebenso ist seine Katze Azrael nach dem Todesengel der jüdischen Mythologie benannt.

Schwarz ist böse

Auffällig ist auch die Darstellung dunkler Hautfarbe. In einer Story wird ein Schlumpf von einer Fliege gebissen, worauf hin er sich schwarz färbt. Er verliert jegliche Intelligenz, gibt nur Glucks-Laute von sich und hüpft aggressiv durch die Gegend. Eine Darstellung Schwarzer, wie sie in der Kolonialzeit aufkam. In gewissen Ländern wurde der Comic entsprechend so umgestaltet, dass aus dem schwarzen ein violetter Schlumpf wurde.

Schlumpfine, lange die einzige Frau in der Schlumpfwelt, wurde von Gargamel geschaffen, ursprünglich mit schwarzem Haar. Und die Schlümpfe mochten sie nicht. Erst als der Führer Papa Schlumpf ihr nach arischem Ideal blondes Haar und High Heels verpasste, wurde sie von der restlichen Gang so richtig akzeptiert. Ausserdem entspricht sie Frauen-Klischées, die man nur noch bei Stand-Up-Shows von Vollidioten oder rechtskonservativen Stammtischen hört: Sie ist ultraoberflächlich, manipuliert Männer mit ihren Reizen und kriegt selbst nichts gebacken. Und während alle anderen nach ihren Fähigkeiten oder Funktionen benannt werden, ist Schlumpfine «nur» eine Frau.  

Kommi-Schlümpfe?

Andere Theorien ordnen die Schlümpfe einem klassischeren Kommunismus nach Marx/Engels zu. Beispielsweise existiert kein Geld und über alle Waren wird gleichermassen von allen verfügt. Des Weiteren lebt es sich im Schlumpfdorf als Kollektiv – ohne Familie und ohne Religion – und die angesehensten Schlümpfe sind die proletarischen Handwerker. Papa Schlumpfs Bart erinnere an die Gesichtsbehaarung von Marx, die rote Mütze stehe statt für den KKK, für den Kommunismus und Gargamel symbolisiere das geldgeile, kapitalistische Feindbild.

Was der verstorbene Schlumpf-Schöpfer Peyo dazu meint, wissen wir leider nicht. Sein Sohn beteuerte gegenüber «L’Express» aber, dass Peyo den zweiten Weltkrieg erlebt habe, aber weder nostalgische Gefühle dafür hege, noch ein nennenswertes Interesse für Politik besitze.


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143 Kommentare

Gion vor 21 Tagen
Also die Charakterisierung von Schlumpfine passt doch ausgezeichnet zur modernen jungen Frau von heute.
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René Gruber vor 21 Tagen
J.R.R. Tolkien hat mal eine Aussage gemacht welche sinngemäss lautete: Herr der Ringe ist Herr der Ringe und ihr müsst nicht versuchen etwas hinein zu interpretieren oder einen Zusammenhang mit Ereignissen der realen Welt her zu stellen. Eine gute Ansicht finde ich!
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Michelle vor 21 Tagen
Soll das euer ernst sein? Also ich habe die Schlümpfe auch als Kind angeschaut, bin eine halbe Ausländerin, meine Mum eine ganze Ausländerin und spricht perfekt Deutsch, ohne Akzet und wenn es rassistisch gewesen wäre, hätte sie mich das wohl nicht schauen lassen. Und noch was, ein rassist wird man nicht durch Trickfilme, sondern weil sich immer mehr Ausländer nicht integrieren und die Medien tun ja auch alles dafür, dass der Rassismus nicht ernst nimmt. PS. ich bin mit Ausländern aufgewachsen und mit Einheimischen. Kümmert euch lieber mal um die richtigen rassistischen Probleme. Übrigens, Rassismus gibts auch auf der anderen Seite, als Blonde erlebt man dies noch häufiger, wenn man in einigen Ländern ist oder auch bei uns, in der Zwischenzeit 😉
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Zack vor 21 Tagen
Früher hat sich über sowas keiner Aufgeregt und heute ist alles Rassistisch, Sexistisch oder jemand fühlt sich beleidigt!!! Chillt mal etwas Leute.
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