Russe kauft iPhone mit Badewanne voller Münz

In Moskau bezahlte ein Apple-Kunde sein neues iPhone mit 350 Kilogramm Kleingeld. Dürften Händler in der Schweiz einen solchen Kauf ablehnen?

Es ist das Klischee schlechthin über Senioren: Beim Einkaufen an der Kasse wühlen sie stundenlang im Portmonnaie, um auch noch das hinterletzte Stück Kleingeld aus den Ecken zu kratzen. Eine Geduldsprobe für jeden anderen Kunden.

Ein Apple-Kunde in Moskau erfüllte sich nun den Traum eines jeden Münzbesessenen Grosis. Der Vlogger Svyatoslav Kovalenko bezahlte ein iPhone ausschliesslich mit Kleingeld – einer ganzen Badewanne voll.

Beinahe verprügelt

Seine Shopping-Tour hielt Kovalenko mit einer Kamera fest. Das Video wurde mittlerweile über 27'000 Mal angeschaut. Darin ist zu sehen, wie der Blogger unzählige Säcke Kleingeld in eine Badewanne abfüllt. Die 100'000 Rubel (umgerechnet zirka 1'500 Franken) wiegen in Münz-Form umgerechnet 350 Kilogramm. Dagobert Duck wäre neidisch.

Auf dem Weg zum Apple Store gerät Kovalenko in ein kleines Handgemenge mit Sicherheitsbeauftragten. Am Ende schafft er es aber und bekommt tatsächlich sein iPhone. «Es hat gereicht», sagt eine Sprecherin der Moskauer Apple Stores. Das Bezahlen mit Unmengen Kleingeld ist in Russland zum Sport geworden, seit im September ein Youtuber ein iPhone mit 100 Kilo Münz bezahlte – Kovalenko hat seinen Rekord nun also gebrochen.

«Es gilt der gesunde Menschenverstand»

Wie sieht das in der Schweiz aus? Wäre es erlaubt, den Grosseinkauf mit Unmengen Kleingeld zu bezahlen? Laut dem Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel ist jeder verpflichtet, «bis zu 100 schweizerische Umlaufmünzen an Zahlung zu nehmen». Eine ganze Badewanne übersteigt dieses Limit. Ausserdem handelt es sich um eine Grauzone: Eigentlich ist es jedem Händler selbst überlassen, ob er überhaupt einen Kaufvertrag mit Kunden eingehen möchte. Viele Läden verbieten auch das Bezahlen mit Tausendernoten oder bieten Kartentransaktionen erst ab einem gewissen Mindestbetrag an.

Die grossen Schweizer Detailhändler lassen allerdings Kulanz walten. Bei der Migros sei das Bezahlen mit Münz immer erlaubt, heisst es auf Anfrage, und auch Coop kennt keine offizielle Beschränkung: «Kleingeld nehmen wir auch bei grossen Einkäufen an», sagt Coop-Mediensprecherin Alena Kress. «Es gilt aber der gesunde Menschenverstand: Wenn an der Kasse eine riesige Schlange wartet und die Kassierer zuerst hunderte Fünfräppler abzählen müssen, können unsere Mitarbeitenden den Kunden bitten, in anderer Form zu bezahlen oder zu warten.»


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27 Kommentare

DerDude vor 25 Tagen
Coop - “wenn an der Kasse eine riesige Schlange wartet...“ Würde ich schleunigst eine zweite öffnen. Ist ja zum davonlaufen wie die Kundschaft zu den Self-Chackouts gedrängt werden.
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Hermine vor 26 Tagen
"Viele Läden verbieten auch das Bezahlen mit Tausendernoten..." Das ist illegal: Laut dem Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel müssen Schweizerische Banknoten von jedem unbeschränkt an Zahlung genommen werden. Ich darf also mein Kaffee im Restaurant mit einer 1000er Note bezahlen.
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Antwort von Andreas vor 26 Tagen
Nein - dürfen Sie nicht. Erstens muss Ihnen niemand einen Kaffee verkaufen, und zweitens muss kein Wirt Stockgeld über 1000 CHF vorrätig haben.
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Antwort von vor 26 Tagen
wie stellen sie sich das den bitte vor wen man einen Stock von 1000 fr hat ein Kunde Zahlt mit einer 1000 Note, ok hoffentlich haben sie genügend Platz für alles Münz was in der Kasse ist! und ich bezweifle das eine Service Angestellte/r einen Stock von 1000fr hat!
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