Gamer tötet «nervige» Feministin

In «Red Dead Redemption 2» tötet ein Gamer eine Feministin. Das halbe Netz missbilligt diesen virtuellen Gewaltakt. Andere feiern ihn jedoch.

Das Western-Game «Red Dead Redemption 2» erfreut sich seit seiner Veröffentlichung Ende Oktober grosser Beliebtheit. Gelobt werden vor allem die riesige Spielwelt und ihr Detailreichtum. Der «Guardian» bezeichnet das actionreiche Game sogar als einen Meilenstein der Spielegeschichte. «Rockstar Games», das Unternehmen hinter dem Videospiel, nahm allein in den ersten drei Tagen nach der Veröffentlichung 725 Millionen Dollar ein und befindet sich mit ihrem schon jetzt ikonischen Spiel in den Top 50 der meistverkauften Games aller Zeiten.

Wäre da bloss nicht…

Obwohl die Realitätstreue gelobt wird, hagelt es momentan genau deswegen Kritik. Fast jede Figur kann man «GTA»-mässig ausrauben, zusammenschlagen oder erschiessen. Ein besonders beliebtes Opfer: Die Feministin im Game, die für das Frauenwahlrecht kämpft. Game-Fans veröffentlichen auf Youtube vermehrt «Let’s Plays» mit Überschriften wie «Nervige Feministin wird Krokodilen zum Frass vorgeworfen» oder «Verprügle die nervige Feministin».

Vorallem der Vlogger «Shirrako» gerät mit solchen Videos ins Kreuzfeuer. Nachdem er mit seinem «Tötet die nervige Frauenrechtlerin»-Video 1,7 Millionen Views einheimste, löschte das Portal sein Video. Mehr noch: Sein Channel war bis vor kurzem von Youtube deaktiviert worden. Inzwischen hat er ihn wieder zurückerhalten. Das umstrittene Video befindet sich zwar nicht mehr auf seinem Kanal, doch reposten andere Youtuber die blutigen Szenen mehrfach.

«Die einzigen guten Feministinnen sind tote Feministinnen»

Das halbe Netz missbilligt diesen Gewaltakt, die andere Hälfte feiert die Folter der Frauenrechtlerin jedoch. Unter den Videos liest man Kommentare, wie «Ich hab mir schon so oft einen auf dieses Video runtergeholt», «Einen Krokodil mit einer Feministin zu füttern ist Tierquälerei. Die sollten nichts Giftiges essen» oder «Ein Spiel, in dem ich die Scheisse aus einer Feministin prügeln kann? Wo ist mein Portemonnaie?».

Die schockierenden Kommentare zeigen nicht nur, dass die Spielkultur noch immer Probleme mit Sexismus und Geschlechterrollen hat. Sie zeigen ausserdem, dass das Kämpfen für Frauenrecht, was viele Menschen in Zeiten von #MeToo aktiv betreiben, belächelt, ja sogar kritisiert wird. Der Kommentar «Die einzigen guten Feministinnen sind tote Feministinnen» führt das klar auf.


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151 Kommentare

spannend ist die Frage vor 27 Tagen
ob Feministinnen sich überhaupt dessen im Klaren sind, wieviele Frauen & Feministinnen durch Mütter in sich drin getötet werden um sie loszuwerden noch im Mutterleib. Danach werden diese künftigen Frauen & Mütter wie ein Stück Sonderabfall entsorgt. Keine der Mütter und Frauen schert sich einen Dreck darum, ob die Schwächsten und Wehrlosesten überhaupt geschützt werden sollen. Nicht mal Feministinnen sind empört darüber, wie man mit den Schwächsten und Wehrlosesten umgeht und dass man diese weiblichen Menschenkinder hasst und loswerden will. Ich frage mich, wieviele weibliche Kinder bereits durch Feministinnen abgeschlachtet wurden um diese weiblichen Kinder los zu werden.
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Hauri vor 1 Monat
Das ist ja nur virtuell. Würde das etwas mit der Realität zu tun haben, wären in der Schweiz seit 20 Jahren die Strassen täglich von Leichen gepflästert. Die Gedanken sind frei. Ich weiss noch als ich früher, mein Gott ist das lange her, eine Raubkopie von Wolfenstein 3D Anfangs der 90er Jahre hatte. Damals war das Geschrei genau so gross und es war sogar in Deutschland verboten und die Spiele wurden beschlagnahmt, weil es "so gewalttätig" war. Trotzdem ist keiner raus gegangen und wollte das fröhliche Nazi abknallen in die Realität umsetzen. Bei diesem Spiel hier ist es das selbe. Es spielt ja nichtmal heute, sondern vor 150 Jahren. Wenn man heute eine Feministin von 1860 in einem See ertränkt, heisst das nicht, dass man deswegen alle Feministinnen heute auch hasst. Ausser Alice Schwarzer vielleicht. Die hassen alle, ausser den Feministinnen natürlich.
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Dario Sihler vor 1 Monat
Die Freiheit innerhalb eines Videospiels ist absolut heilig! Da 20 Minuten aber was das betrift noch viele Jahre im Hintertreffen ist muss man sich nicht über solch unnötige Artikel fragen.
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ChunntKeineDrus vor 1 Monat
Wir können auch alle unseren Humor verlieren, nicht mehr fortpflanzen, spass am Leben verlieren und möglichs prüde und langweilig werden.
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