Eine tierische Alternative zu Airbnb

Ein Start-up will Airbnb konkurrenzieren. Die Macher zielen nicht nur auf Touristen ab, sondern wollen mit ihrer Idee Hunde- und Katzenbesitzern einen beschwerdefreien Urlaub ermöglichen.

Tierbesitzer kennen dieses Szenario nur zu gut: Sie wollen verreisen. Wohin aber mit den Vierbeinern? Weder will man sie in einem Heim versorgen, noch wildfremde Leute dafür bezahlen, halbherzig auf die Tiere aufzupassen. Und langsam aber sicher – etwa nach dem vierten Mal – reagiert der Nachbar angepisst auf die Bitte, die Haustiere doch netterweise zu füttern. Wer schaut also auf das Büsi und geht mit dem Hund Gassi?

Petsnflats bietet nun Abhilfe für alle Tierliebhaber, die nicht wissen, wo sie ihre haarigen Freunde während der Ferienzeit unterbringen sollen. Ähnlich wie bei Airbnb können Gastgeber ihr Haus für andere zur Verfügung stellen. Der Unterschied: Während der Mietdauer muss das Haustier des Gastgebers gehütet werden. Dafür fallen die Übernachtungskosten weg. Hinter der Idee stehen drei Mittdreissiger. Mit einem von ihnen, Johannes Kettmann, haben wir gesprochen. 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Petsnflats zu gründen?

Nachdem Büşra und ich unsere Katzen – Alter, Felix und Kiri – bekommen haben, waren wir sehr an unsere Wohnung gebunden. Ab und zu, wenn wir wegfahren wollten, haben wir unsere Nachbarin um Hilfe gebeten. Sie kam dann ein paar Mal am Tag zum Füttern vorbei. Für kurze Zeit war das auch immer okay, aber länger ging das nicht.

Wieso?

Weil die Tiere spätestens nach einer Woche einsam und sehr unglücklich werden. Letztes Jahr wollten wir dann zum ersten Mal für einen Monat verreisen. Wir hatten ziemliches Glück – eine Freundin von uns war auf der Suche nach einer Wohnung. Wir haben abgemacht, dass sie bei uns wohnen kann ohne Miete zu bezahlen und sie dafür auf unsere Katzen aufpasst. Das war perfekt.

So entstand also Petsnflats.

Genau. Im Herbst 2017 haben wir mit der Entwicklung unserer Idee angefangen und gingen schon nach ein paar Monaten im Dezember online.

Kann man sich weltweit registrieren?

Ja. Aber bisher haben wir nur in Deutschland einige hundert Nutzer. Die Nachfrage ist gross. Ich hoffe, dass Menschen im Ausland auch von diesem Angebot profitieren wollen.

Wie viel kostet eine Übernachtung bei Petsnflats?

Weil wir momentan in der Beta-Phase sind, ist alles kostenlos. Irgendwann erheben wir vielleicht eine Gebühr von drei Euro pro Nacht.

Besteht nicht die Gefahr, mit Petsnflats die falschen Menschen anzuziehen?
Natürlich. Wir arbeiten aber daran, nur Tierliebhaber anzusprechen, die sich auch fürsorglich um die Vierbeiner kümmern. Dafür müssen sie ein Foto von Pass oder Ausweis hochladen. Dadurch sollte jedem bewusst sein, dass man eine echte Verantwortung übernimmt. Ausserdem wird es bald auch weitere technische Lösungen geben, welche die Kommunikation von Gastgeber und Sitter vor und während der Reise moderieren. Dies erhöht die Sicherheit deutlich.

Würdet ihr eure Katzen einem Wildfremden überlassen?

Ganz wildfremden Menschen vertrauen wir natürlich nie unsere Katzen an. Dafür ist erstmal ein Kennenlernen notwendig, sei es nur digital. So spürt man heraus, wie ernst es das Gegenüber meint und ob es auch Erfahrung mit Tieren hat. Wenn ich dann noch weiss, dass ein Ausweis hinterlegt wird, wäre das für mich ausreichend.

Was ist, wenn ein Tier stirbt?
Das wäre natürlich der Super-GAU. Aber ehrlich gesagt sind die Alternativen nicht unbedingt besser. Der Nachbar hat im Zweifel wenig Erfahrung mit Tieren und in einer Tierpension gibt es meist andere Tiere, die eventuell Krankheiten übertragen könnten. Niemand kann eine Garantie abgeben. Wenn etwas Fahrlässiges geschieht, wäre das ein Fall für eine zivilrechtliche Klage oder die Haftpflichtversicherung.

Welche lustigen Anekdoten kannst du uns erzählen?

Einmal gab der Gastgeber dem Sitter die Nummer seines besten Freundes, für den Fall, dass er was benötigte. Es stellte sich dabei heraus, dass der Freund des Gastgebers früher mit dem Sitter zur Schule ging, sie hatten sich jedoch mit der Zeit aus den Augen verloren. So sind sie sich wieder ein bisschen nähergekommen.  

Lassen sich auch Babys sitten?

Jeder kann sich bei uns registrieren. Wir können nur nicht garantieren, dass sich ein Babysitter findet.


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6 Kommentare

N.D. vor 6 Monate
Ich würde nie und nimmer mein Tier mit einem fremden alleine lassen. Wisst ihr nicht, wieviele kranke Menschen es auf dieser Welt gibt?? Unfassbar naiv so was...
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Antwort
Antwort von L.K. vor 6 Monate
Gibt ja Sterne Bewertung
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Antwort
Nelson vor 6 Monate
Gute Sache, aber neu ist die Idee längst nicht mehr. Da gibts schon seit Jahren andere Anbieter.
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Antwort von SchrodingersKatzen vor 6 Monate
Ah cool, ich habe sowas immer mal gesucht aber noch nix gefunden. Welche Seiten gibt's da noch, auf petsnflats.com ja noch nicht soo viel Angebot...
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