Beauty-Marke verkauft Schminke für 4-Jährige

Die Kosmetikmarke «Petite 'n Pretty» wird für ihre Make-up-Produkte speziell Kleinkinder nicht nur bejubelt. Lippenstift und Lidschatten für Kindergarten-Kinder scheinen vielen besorgten Eltern zu extrem.

Das junge Kosmetikunternehmen «Petite 'n Pretty», das seit seiner Markteinführung vergangenen Sommer von Kinder-Influencern rund um den Globus wie verrückt gehypt wird, richtet sich an eine sehr spezielle Zielgruppe: Kleinkinder und junge Menschen, die spätestens im Jahr 2000 zur Welt gekommen sind.

Eltern müssen tief in die Tasche greifen

Binnen kürzester Zeit hat sich die Marke eine weltweite Fangemeinde aufgebaut, die vor allem aus schminkbegeisterten Kids und/oder deren noch schminkbegeisterteren Müttern besteht. Ihre Produktpalette reicht von Lipgloss bis hin zu superpigmentiertem Lidschatten in fast allen Farben des Regenbogens – und ist natürlich mit jeder Menge Glitter versehen.

Bei Starpreisen von rund 40 Franken für eine kleine Lidschatten-Box können die Produkte nicht gerade als kostengünstige Verkleidungs- und Scherzartikel eingestuft werden – die Marke positioniert sich klar im professionelleren Make-up-Segment.

Sogar Kim Kardashians Tochter ist Fan

Samantha Cutler, Gründerin von «Petite 'n Pretty» und selbst Mutter von zwei Kindern, sagt aus, dass ihre Idee für die Marke «mit meiner ersten Make-up-Erinnerung an meine Mutter begann, die ihren Lippenstift auffrischte. Ich fühlte mich so hübsch, als sie einen Hauch von Rpuge über meine Wangen tupfte, und jetzt – da ich eine Mutter bin – liebe ich es, das Gesicht meiner Tochter leuchten zu sehen, wenn ich einen Hauch von Glanz auf ihre Wangenknochen lege».

Die Story und das Konzept kommen offenbar an. Alleine auf Instagram hat das Unternehmen etwa 35'000 Fans, zu denen sich unter anderem auch die Urmutter aller Influencerinnen zählt: Kim Kardashian-West. Deren Töchterchen North sammelte gar als Kinder-Model erste Laufstegerfahrungen bei einer Beauty-Show des Labels.

Immerhin nicht gesundheitsschädlich

Aber nicht jeder ist ein Fan der Marke. Autorin Zobel Yong schrieb in einem Artikel für das Magazin «Allure»: «Ich habe Angst vor der Idee, Kindern diese Art von Sprache und Weltbild zu vermitteln, die bestimmte spezifische Ästhetik- und Schönheitsstandards in scheinbar harmlose, funkelnde Verpackungen einfliessen lässt».

Das Unternehmen hingegen behauptet, dass seine glitzernden Pastelltöne und ultraleichten Lippenprodukte die Kreativität von Kids schon im jüngsten Alter fördern sollen: «All unsere Produkte sind so konzipiert, dass sie kinderleicht zu handhaben sind, jeder Farbton und jede Oberfläche wurden so entwickelt, dass sie altersgerecht und gesundheitlich unbedenklich sind.»

Förderung von Kreativität oder falschem Körperbild
?

Kritiker wie Yong haben dennoch Bedenken. Mit einer Marke namens «Petite 'n Pretty» (dt. etwa: «Hübsch und zierlich») sei die Botschaft ganz klar – sie stehte bereits im Namen. «Hübsch» und «zierlich» seien Worte, die im Kontext von Schönheit und Körperbild eine grosse Bedeutung annehmen, vor allem in so beeinflussbaren jungen Jahren.

Wie denkst du darüber? Würdest du deinen Kindern teure Make-up-Produkte kaufen, um ihre Kreativität zu fördern? Oder bist du strikt dagegen, dass sich so junge Menschen schon mit Oberflächlichkeiten wie Schminke beschäftigen? Sags uns in den Kommentaren!


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30 Kommentare

CH-Mann vor 14 Tagen
Früh übt sich. Dekadent und verdreht. Aber ja, Frauen... oder so
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Lydia vor 16 Tagen
Ich selber schminke mich nur an Hochzeiten, Weihnachtsessen etc., also ca. 2 x im Jahr, und natürlich an den Theateraufführungen, dann macht es richtig Spass, wenn mich niemand mehr kennt! Meine Tochter hat sich schon mit 12 angefangen zu schminken, aber auch nur für Feste etc. Heute, als junge Frau, schminkt sie sich ganz dezent. Mir gefällt sie ohne Schminke besser, aber es muss ihr ja gefallen. Sie hat selber Freude daran und macht es für sich.
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Mike vor 16 Tagen
Die werden schon sehr früh angefixt ! Aber Geld stinkt nicht !
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Bümi vor 16 Tagen
Die Menschheit verblödet dank Instagram und Co. Oberflächliche Welt für oberflächliche Menschen. Wenn einem nur noch Geld wichtig ist, verkauft man eben auch sein Kind.
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