«Wir müssen Pädophilen helfen»

Eine deutsche Medizinstudentin will den gesellschaftlichen Umgang mit Pädophilen neu denken. Unsere Leser sind gespaltener Meinung.

«Pädophilie ist eine sexuelle Vorliebe, die man nicht ändern kann – genauso wie Heterosexualität», sagte die Medizinstudentin Mirjam Heine bei einem TEDx-Talk an der Universität Würzburg. Ihr Anliegen – welches ihr hier detaillierter nachlesen könnt – ist kurz gesagt: Menschen mit pädophilen Neigungen, die diese aber nicht ausleben, sollen angemessen therapiert, statt von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Ihr Plädoyer ging viral und löste bei Menschen auf der ganzen Welt so ziemlich jede Emotion von Liebe bis zu purem Hass aus. Auch bei uns hagelte es Kommentare. Und auch wenn tendenziell eine gewisse Ausrichtung erkennbar ist, sind eure Meinungen ziemlich vielfältig.

Nicht heilbar

Gerade Mal vorneweg: Viel zu viele Kommentatoren haben entweder den Text nicht aufmerksam gelesen (Note: 1, setzen, Kevin) oder die Studentin gar bewusst missverstanden. Entsprechend lassen wir Comments wie «Was würde die wohl machen, wenn ihr Kind von einem Pädophilen missbraucht wird?» hier aussen vor.

Dass Pädophilie als Neigung nicht heilbar ist – diese These unterstützen die meisten von euch – entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. Wie man aber mit Betroffenen umgehen soll, da scheiden sich die Geister.

Von Todesstrafe bis Therapie

Diverse Leserinnen und Leser, wie beispielsweise «Luca», fordern die Todessstrafe: «Dann ist man krank oder vom Teufel besessen», meint er. Den Pädo-Diskussionsklassiker schlechthin liest man ebenfalls oft: «Man muss denen die Geschlechtsteile abschneiden», findet beispielsweise «Der Realist». Das Problem daran: Wenn wir Menschen einzig aufgrund einer gottgegebenen (lies: angeborenen) Neigung umlegen, ist der Schritt zur weiteren «Optimierung» der Menschheit ein kleiner und wir landen rasch wieder bei KZs.

Etwas gefasster geht beispielsweise Leser «Iri» vor: «Ich wünschte mir so fest, der Vierfachmörder von Rupperswil hätte lange vor der Tat eine Therapie gemacht. Dann wäre das nicht passiert», schreibt er. «Was passiert, wenn diese Leute sich verstecken müssen? Was verhindert das? Ich finde die Hassbekundungen hier nicht tröstend, ganz im Gegenteil.»

«Enttabuisierung ist hilfreich»

Viele von euch sehen es auch bereits als positiv an, dass das Thema etwas breiter diskutiert wird, warnen gleichzeitig aber auch vor den Gefahren davon: «Eine Enttabuisierung wäre für Betroffene sicher hilfreich», meint «Max Power». «Das birgt aber die Gefahr, dass dann Stimmen laut werden, die eben nicht nur die Neigung, sondern auch die Handlungen enttabuisieren wollen. Und das darf nicht passieren.»

Zusammengefasst: Das Thema wird noch viel Gesprächsstoff liefern. Bevor eure Emotionen überkochen, wenn ihr darüber diskutiert – der Leser «Auch Medizinstudent» hat einen kleinen Reminder für euch: «Der Chefarzt der Forensik hat es in einer Vorlesung mal ausgezeichnet ausgedrückt: ‹Wir alle sollten sehr dankbar sein, wenn sich unsere Sexualität im Rahmen des gesellschaftlich Akzeptierten befindet!›»


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129 Kommentare

vor 6 Tagen
Die meisten Täter von Kindesmissbrauch sind übrigens nicht pädophil veranlagt sondern viel eher sadistisch. Ihnen geht es um Macht.
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Sibylle vor 8 Tagen
Ich wurde als Kleinkind vergewaltig und über Jahre hinweg von meinem Grossvater Missbraucht. Wie soll man einen alten Mann therapieren, wenn er sich nicht outet? Töten ist auch keine Option. Leider gibt es das und wird es so etwas immer geben. Vieles geschieht in der Familie und da bekommt die Öffentlichkeit nichts mit. Mein Kinder sind jetzt 7 und 12, bis jetzt konnte ich sie schützen und niemand tat ihnen so etwas an.
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Alexander vor 8 Tagen
Wirklich traurig, wie wenige in der Lage sind zu lesen! All die Hasskommentare tun nur eines, UNTERSTÜTZUNG UND FÖRDERUNG DER Pädophilien STRAFTATEN! Mag hart klingen, entspricht aber genau der Realität. Würden wir diese Leute vorgängig therapieren und nicht von der Gesellschaft ausgrenzen, sind die Chancen, das Kindsmissbrauch präventiv verhindert wird, einiges grösser, als wenn wir einfach nur sinnlosen Hass und Wut äussern, und einfach GAR NICHTS tun und keine wirkliche neue Entwicklung in diesem Bereich anstossen... Die Studentin hat einen sehr mutigen Schritt gemacht. GEGEN Kindesmissbrauch um diesen in Zukunft zu verhindern. Und was erntet sie dafür? Sie muss um ihre Sicherheit fürchten, nur weil ein paar Leute nicht geistig in der Lage sind zu lesen und verstehen. Das ist ein Schlag ins Gesicht von jedem Opfer von Pädophilie! Wer bitteschön soll nach diesem Verhalten gegenüber dieser Studentin, noch für Prävention und Schutz unserer Kinder einsetzen? FICKT EURE LYNCHJUSTIZ GEGENÜBER DIESER STUDENTIN, IHR PÄDOPHILENUNTERSTÜTZER!
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Antwort von pascal vor 7 Tagen
du kannst pädophile nicht heilen. in der therapie lernen sie, dass sie ihre neigung nicht ausleben dürfen. es gibt die, die sich daran halten und die, die es nicht schaffen. würdest du dein kind einem menschen der zu seiner pädophilen neigung steht, anvertrauen? der schutz der kinder hat oberste priorität!
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