Alles halb so schlimm am Zürich Openair

Wir haben unseren österreichischen Redaktor zum ZOA geschickt, um ein bisschen Festival-Luft zu schnuppern. Wie beeindruckt er vom Schweizer Kulturgut (aka «079») war, siehst du im Video.

Die Festival-Saison ist (endlich) vorbei und ich hatte die Hoffnung, dem Trubel auch dieses Jahr wieder entgehen zu können. Die Hoffnung stirbt zwar meist zuletzt, am Ende holt der Tod sie aber doch ein. Und so finde ich mich vergangenen Freitag tatsächlich am Gelände des Openair Zürich wieder. Heute sollen Lo & Leduc spielen – das ist dieses Duo mit dem «079»-Lied, dem man dieses Jahr einfach nicht entkommen kann.

Wenig los, gutes Essen


Meine Befürchtungen und Horrorvorstellungen, die ich im Vorfeld hege, bewahrheiten sich grösstenteils nicht. Unübersichtliche, gigantische Menschenmassen, brütende Hitze und aggressiv-pöbelnde Trunkenbolde triggern meine Synapsen kaum – weil sie schlicht und ergreifend nicht vorhanden sind. Stattdessen punktet das ZOA bei mir mit wenigen Besuchern, angenehm kühlen Temperaturen und vor allem jeder Menge Food-Stände, die ich beherzt aufsuche, um mein Doppelkinn endlich zu einem Tripelkinn upgraden zu können.

Alles in allem wirken die spärlich vorhandenen Festival-Gänger entgegen meiner Erwartungen eher müde, statt euphorisiert. Die Grundsstimmung ist wie das Wetter: Trist und grau. Eigentlich genau mein Ding. Einzige Störfaktoren sind die vom Vortagesgewitter herbeigeführten Schlammpfützen, die sich wie brauner, matschiger Ausschlag über das Gelände ausbreiten. Und die Musik. Oder eher: Deren Lautstärke.

Seltsame Tänze, eigene Welt

Ich weiss, ich weiss. Laute Musik gehört eben dazu, zum richtigen Festival-Erlebnis. Nur, weil sich etwas etabliert hat, bedeutet das aber noch lange nicht, dass ich es auch für mich persönlich gut finden muss. Ich finde es eben angenehmer, mich in normaler Lautstärke unterhalten zu können, anstatt meinem Gegenüber ins Ohr brüllen zu müssen, um ihm mitzuteilen, dass ich diesen merkwürdigen Tanz irgendwie entwürdigend finde, bei dem sich das ganze Publikum vor Lo & Leduc gleichzeitig verbeugt.

Immerhin habe ich ein paar Arbeitskollegen getroffen, lustigen Waldmeister-Wodka getrunken und dabei herausgefunden, dass mein Bauchgefühl mich nicht betrogen hat. Festivals sind wirklich nicht die Orte, an denen ich meine Freizeit unbedingt verbringen möchte. Trotzdem kann ich jetzt irgendwie schon etwas besser nachvollziehen, was den Charme dahinter ausmacht, für eine kleine Flasche Apfelsaft sechs Franken zu bezahlen, um sich danach von ohrenbetäubender Musik, die man genausogut auch jeden Tag im Radio hören kann, die Trommelfelle beschädigen zu lassen. Ist halt schon eine ganz eigene Welt.


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16 Kommentare

de Ralle vor 3 Monate
Warum denkt ihr das uns euer persönliche Meinung den Hauptinhalt des Berichts von Bedeutung ist ? Schon ganz schön selbstverliebt hmm ? Ein bisschen was ok, nur bitte nicht soviel davon. Soll er seine eigene Meinung dazu haben ist ja gut so. Nur sehe ich den Informativen Wert so äusserst bescheiden.
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sry ist halt so vor 3 Monate
Ich find dich au en ganz ganz komische Typ. Ich zähle mich jetzt auch absolut nicht zum mainstream und mag das schräge und spezielle. Für dich, fällt es mir aber enorm schwer Verständnis aufzubringen. Gabs da was schlimmes in der Kindheit, gleich mehreres ?
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Toni vor 3 Monate
Seltsamer Humor!
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What? vor 3 Monate
Der dude isch schrecklich .
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