«Ich verurteile keine Eltern, die Ohrfeigen verteilen»

Unser Redaktor findet es völlig okay, dass ihm seine Mutter als Kind auch mal eine geklatscht hat. Unsere Leser sind aber nicht alle derselben Meinung.

Erinnerst du dich noch an früher? Damals, als du solange auf Extrem-Provokation-Modus geschaltet hast, dass deine Eltern: a) entweder kurz vor dem Nervenzusammenbruch mit letzter Kraft das Weite gesucht haben oder b) dir so richtig eine gescheuert haben.

Auch unser Redaktor gehört zur Sorte Mensch, die in der Kindheit seine Eltern so sehr in den Wahnsinn getrieben hat, dass sie ihm die eine oder andere Ohrfeige verpasst haben. Obwohl er seinen Erzeugern damals wohl kaum mit gut durchbluteter Wange schuldbewusst auf die Schultern klopfte und ein «Gut gemacht» entgegenbrachte, würde er es heute tun. Denn: Die ordentliche Klatsche hie und da habe er definitiv verdient.

Schaffen Ohrfeigen wirklich einen respektvolleren Umgang?

Unsere Leser sind da nicht immer gleicher Meinung. «Ein Klaps kann durchaus Wunder wirken», stimmt Leserin Petra unserem Arbeitskollegen zu. «Eine Watschen bringt zumindest ein Minimum an Respekt gegenüber Eltern und Mitmenschen», schreibt ein anderer Befürworter.

Userin Kama vertritt einen weniger gewaltintensiven Standpunkt: «Meiner Meinung nach bringen Schläge gar nichts – im Gegenteil. Sie sind nur Ausdruck der Überforderung der Erwachsenen.» Das findet auch der folgende Leser: «Schlagen ist keine Lösung, sondern nur ein Armutszeugnis.» Gewalt in der Erziehung anzuwenden, zerstöre schliesslich nur heranwachsende Persönlichkeiten.

«Ich verurteile keine Eltern»

«Erzieherisch bringt eine Ohrfeige rein gar nichts», erzählt uns Psychologin FSP Brigitte Pfanner-Meyer. Dem Kind wird so lediglich zu verstehen gegeben, dass die Elternteile dreinschlagen, wenn mal nicht alles zu deren Zufriedenheit läuft. «Es lernt nicht, Konflikte zu lösen und sich auszutauschen», sagt Pfanner-Meyer weiter.

Trotzdem prangert die Psychologin niemanden an: «Ich verurteile keine Eltern, die Ohrfeigen verteilen». Schliesslich gäbe es gelegentlich Situationen, in denen man aus Überforderung die Nerven verliert. Wir verstehen schon, Kinder sind halt Fluch und Segen zugleich. «Um Konfliktsituationen zu lösen, müssen im Vorfeld aber sicher andere und konstruktivere Strategien gelernt werden», so Pfanner-Meyer.


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151 Kommentare

AucheinKindgewesen vor 3 Monate
Jeder redet hier über Gewalt und Schläge. Was keiner beachtet, ist das ein Klaps nicht mit Kraft sondern mit Liebe ausgeteilt wird... Es sind meilenweite Unterschiede zwischen Eltern, die ihren Kindern eine ins Gesicht schlagen mit voller Wucht, oder denjenigen, die einem eine Ohrfeige geben. Ich habe als Kind ebenfalls ein zwei mal den Allerwertestens versohlt bekommen, jedoch habe ich mich danach nie wieder gleich aufgeführt wie zuvor, denn das wollte ich nicht erneut, da Schmerzen logischerweise nichts sind, was Kindern wollen. Jedoch denke ich nicht, dass meine Eltern aus "Unfähigkeit" oder "Überforderung" gehandelt haben, sondern eher um mir Grenzen des guten Benehmens aufzuzeigen. Welches Kind hört auf etwas zu tun, nur weil Mami/Papi sagen, das gehört sich nicht? Keines. Ein Kind hört erst auf, wenn es selber einen Grund sieht/kennt. Kurze Schmerzen sind ein solcher Grund, wenn jedoch die Eltern danach dem Kind wieder mit Liebe begegnen, setzt sich diese "Gewaltbereitschaft" der Eltern auch nicht fest.
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Antwort von deine Mutter vor 2 Monate
Der Schwachsinn, in deinem Kommentar, schreit nach liebevolle Schläge. Du schreibst so viel Müll, ich kann dir das nur durch Schläge beibringen, dass du Müll im Gehirn hast. Meine Hände haben sowas wie Magie drin, bei jedem Schlag geht direkt Wissen ins Gehirn. Du wirst mich lieben!
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J.K. vor 3 Monate
Die Schläge mit Kochlöffel und Teppichklopfer werde ich irgendwann vergeben können. Jedoch das Einschliessen in den dunklen Keller und das stundenlange Ausharren auf die Bestrafung - das nicht. Erst nach meiner dritten Depressionsphase ist das ganze wieder aufgetaucht, nachdem ich es jahrelang verdrängt habe. Nein, ich bin ganz klar gegen Gewalt und Schläge. Trotzdem ist ein kleiner Klaps manchmal nötig - jedoch nie regelmässig und ohne sofortige Erklärung warum. Weil Kinder einem an die Grenzen bringen, und darüber hinaus. Und man auch nur ein Mensch ist, der sich ständig weiter entwickelt.
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Flachländer vor 3 Monate
Und, welche Kinderbedienungsanleitungen lest Ihr so? Mir geht dieses Erziehungswischiwaschi ganz tierisch auf den Geist. Du kannst Deinem Kind Milch geben, Fleisch füttern, Mais auftischen, Wasser verabreichen oder mal eine Chlapf auf die Finger geben, irgendwo steht immer eine Überperson auf und weiss irgendetwas besser. Neanderthaler habe auch Kinder gross gezogen, ganz ohne diesen Psychologenquatsch
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