«Ich bin stolz, durfte ich Militärdienst leisten!»

Am Freitag wollten wir von euch wissen, wie ihr euch vor dem Militär gedrückt habt. Die beste der unzähligen Reaktionen stammt von einem Nationalrat.

Der Militärdienst ist hierzulande immer wieder ein heisses Thema. Die einen reden von «purer Steuergeldverschwendung» und würden die jungen Männer lieber als Zivis in Altersheime senden, um unsere Ältesten ein wenig glücklicher zu machen. Andere sehen unsere Armee als notwendige Stütze des Landes und als einzige Institution, die aus Weicheiern echte Männer macht.

Entsprechend heiss ging es auch in der Kommentarspalte zum betreffenden Artikel zu und her. Einige Umstände, die zur Untauglichkeit geführt haben, wirken ziemlich schräg. Zwei Leute erzählen von LSD-Konsum beim Dienst und ein gutes halbes Dutzend erzählt von Militärärzten, die teils bewusst und teils unbewusst nichtexistente Verletzungen notiert haben. Auch Schlafwandeln scheint entweder ein viel verbreitetes Leiden oder eine beliebte Ausrede zu sein.

Viele supporten das Militär

Um einiges lauter sind aber die Stimmen, die den Militärdienst unterstützen. «Ich bin stolz, durfte ich Militär leisten», schreibt beispielsweise Leser Roger. Und am häufigsten liest man: Das Militär mache einen erst zu einem richtigen Mann. Und das sei dringend notwendig, denn: Die Jugend sei heruntergekommen, zuchtlos und höre nicht mehr auf Autoritäten.

Das ist derweil nicht nur ein Quote eines Militärdienstunterstützers, sondern stammt aus dem heutigen Armenien und ist über 4000 Jahre alt. Sokrates sagte in etwa das gleiche und im Alten Testament kann man sinnähnliches nachlesen (Micha 7.5). Man kann zwar durchaus sagen, über die Jugend zu lästern habe Tradition, aber ansonsten bringt es nichts, ausser die Generationen zu spalten. Danke dafür.

«Das sind Hosenscheisser»

Neben den Quotes oben in der Bildstrecke gab es auf unsere Nachfrage, wie und wer sich dem Armeedienst entzogen hat, auch prominentes Feedback aus der Politik. SVP-Nationalrat Adrian Amstutz beruft sich in einem Artikel auf svp.ch auf unseren Text, nennt Leute, die keinen Dienst leisten wollen «Hosenscheisser» und erinnert an die täglich zehntausenden Flüchtlinge von aktuellen Kriegen und will damit sagen: Das könnte auch uns passieren, wenn wir keine starke Armee haben.

Ob er damit recht hat oder nicht, ist angesichts aktueller Entwicklungen heute wohl kaum definitiv festzustellen. Aber es ist durchaus erfrischend, die Argumentation «auch wir könnten Flüchtlinge werden» mal von rechts, statt von links zu hören.


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399 Kommentare

Ändu vor 5 Monate
Obwohl Einzelgänger und sehr introvertiert, habe ich die RS absolviert. Das war 1994. Das schlimmste für mich war, dass man in nie alleine sein konnte. Und das es viel Totzeit gab, wo nichts lief. Sprich pure Langeweile.... Und irgendwelche "Denner" Filialleiter, welche uns Rekruten Befehle erteilen konnten. Positiv war die Kameradschaft und die Wochenenden. Der letzte Tag der RS war auch super. Wer die RS nicht macht, verpasst nicht viel und zum Mann wird man definitiv nicht in diesem Verein. Zivis, welche z.Bsp. in einem Altersheim Menschen betreuen, machen in meinen Augen etwas viel sinnvolleres. Und der Herr Amstutz, mit seinem Stock im Hintern, sollte vielleicht erst das Hirn einschalten, bevor er seine geistrichen Ansichten der Öffentlichkeit mitteilt.
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und all jenen vor 6 Monate
die die absolute Wahrheit sagen und wirklich Probleme haben, wird man nicht mehr glauben! Und dies wegen eurer Lügen!
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So soll es sein vor 6 Monate
Ich bin heute 52, übergewichtig, trage eine Brille, sehe nicht viel ohne, war auch viele Jahre im Ausland tätig, war dort selbstständiger Geschäftsmann, bin Familienvater, geschieden, halt alles so, wie es bei Menschen ist, die Richtung Pension und dann in den letzten Lebensabschnitt zusteuern. ABER..., als junger Mensch war ich ISONE-GRENADIER, erhielt viele Auszeichnungen, hatte Biss, Stolz, war in der Kampfmannschaft, nahm an einer Weltmeisterschaft im Kampfsport teil, war in der Fremdenlegion bei Spezialeinheiten, war über 2 Jahre in der Wildnis in Kanada, alleine auf einem Floss unterwegs, mentale Stärke unüberwindbar UND damals machte ich den DIENST AM VATERLAND, aus Liebe zu unserem Land, aus Achtung vor unseren Mitbürgern, auch weil ich meinen Teil zum Erhalt jener Schweiz leisten wollte, so wie es meine, unsere Vorfahren taten. Damals war ich jung und war mir bewusst, dass die alten Leute damals sich auf Rekruten und Soldaten wie mich verlassen wollten. Ich will dasselbe heute auch. Wir alle werden älter. Wer sagt, dass es heute kein Krieg mehr gibt, der liegt total Falsch. Durch die Islamisten mussten wir ja erfahren, dass heute nicht Armee gegen Armee, sondern Fanatische Zivilisten gegen andere Kämpfen. Wir haben in der Schweiz noch viel grössere Probleme, den Schwarzen Block, die weit gerissener und strategischer Unfug und Leid dem Land beifügen als es alle sogennannten Nazis zusammen tun könnten. Die Sport-Hooligans, all die illegalen Einwanderer, die alle ihre eigenen Probleme mit-importieren in die Schweiz. Die EU-Befürworter, die Machthungrigen die nie was für die Allgemeinheit leisten etc, etc. Nein, wer heute wirklich bewusst und geplant keinen Dienst machen will, der soll sich in einer staatlichen Datenbank so deklarieren, trifft dann ein Ereignis ein, dann sind diese Leute zu umgehen und auszusondern von jeglicher Hilfestellung. Ich will mein Leben und das meiner Kameraden niemals aufs Spiel setzen für Menschen die mich in der Uniform verspotten, ausnutzen und auslachen.
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Antwort von Bro vor 6 Monate
Wenns hart auf hart kommt rűcke ich als doppel ut freiwillig ein um unser land zu verteidigen. Aber ich brauch nicht mitglied eines unorganisierten vereins werden in dem man die zeit und ressorcen totschlăgt. Bestes beispiel, bűrozeiten in der flugabwehr. Wenn milităr dann richtig und nicht so halbbatzig wie die Schweiz es tut
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