Dieser Kantinenfrass verdient drei Michelin-Sterne

Zwei deutsche Arbeitskollegen inszenieren ihr Mensa-Essen so, dass es aus einem Michelin-prämierten Restaurant stammen könnte. Promis stehen darauf.

Wenn wir an Mensa-Food denken, erscheinen uns viele Menüs vor dem geistigen Auge: Komischer brauner Brei, schlabbriger Salat mit abgelaufenem French Dressing oder nur Frittiertes wie Schnipo, das Kinder an einigen amerikanischen Schulen serviert bekommen. An Haute Cuisine denken wir da kaum.

«Traurig triefender Tintenfisch»

Roman Jäger und Florian Glappa belehren uns nun eines Besseren. Die 29-jährigen und 26-jährigen IT-Mitarbeiter lichten auf ihrem Instagram-Account «mensa.fudprn» seit einem Jahr die Essensreste ihrer Mensa ab. Klingt zwar unappetitlich, ist es aber nicht. Denn die Reste werden Michelin-Stern-würdig inszeniert, so dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft. «Alles begann mit Langeweile», erzählen sie uns. «Roman kam auf die Idee, aus diesen vom Aussehen an ‹The Taste› erinnernden Löffeln ein Instagram-Profil zu machen. Dabei war es uns wichtig den User zu verwirren.» Erstmal sollte der User diesen Anblick als appetiterregend empfinden, beim Lesen der Beschreibung allerdings nicht wissen, ob er lachen oder kotzen soll. 

Diesen Plan versteht man erst, wenn man die Bildunterschriften gelesen hat. Der Anblick von perfekt gestapelter, verkochter Pasta und tausendfach frittierten Pommes ist schon köstlich, noch viel besser sind aber die Captions der beiden Kasseler. «Kurzgekochte Kartoffel kombiniert mit passiv paniertem Fleischkäseschnitzel und hinterlistigem Hähnchen in bedürftigem Backteig», heisst es unter einem Post. Oder: «Pausenlos panierter, traurig triefender Tintenfisch ruht auf rückläufigen Rotkohlfetzen, garniert mit meistverkauftem, mehrzelligem Minzblatt».

Mit willkürlich ausgesuchten Adjektiven nehmen sie die Gerichtebeschreibungen der 3-Michelin-Sterne-Restaurants so richtig schön auf die Schippe. Hauptsächlich schreibe Roman die Bildunterschriften. Er erhalte jedoch Hilfe anderer Arbeitskollegen, sowie einem Online-Wörterbuch mit Adjektiven für die anmutigen, absurden Alliterationen. 

Promis stehen drauf

Sogar Satiriker Jan Böhmermann steht auf den Humor von Roman und Florian. Er bezeichnet den Account auf Twitter als «ein sehr lustiges Profil». Dank ihm stieg die Followerzahl der Hobby-Gourmands von 310 auf 2800. Andere deutsche Stars wie Koch Alexander Herrmann hinterlassen regelmässig Kommentare zu den kulinarischen Meisterwerken und Fernsehkoch Frank Rosin hat schon Likes vergeben.

Auch ihre Anhängerschaft ist begeistert von ihrem Account. Sie schreibt Kommentare wie «Mensa-Kunst» oder «Grossartiges Konzept». Und negative Rückmeldungen? «Negative Rückmeldung, im Sinne von ‹mit Essen spielt man nicht›, blieb bisher zum Glück fast aus. Uns ist wichtig, dass wir nur Essensreste verwenden und kein Essen für die Bilder verschwenden.»


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8 Kommentare

Liselotte die flotte. vor 18 Tagen
Mittelmässige Optik, mit gruusig verschmierte Tellern. Wer sowas mit Sterneküche, nur rein optisch, vergleicht, der hatte noch keine Sterneküche.
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Antwort
vor 18 Tagen
Ach soooo: nur die Essensreste auf den verschmierten/ bez. bereits gebrauchten Tellern verwenden und doch noch zur Auswertung anbieten.
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asiagirl vor 18 Tagen
2 deutsche und sofort aufgehört zu lesen abfahra
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Antwort von L. Ustig vor 18 Tagen
@asiagirl. Wieso liest du dann hier überhaupt etwas, wo doch 80% der Redaktoren bei Tilllate Deutsche sind?
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