TV-Star posiert grinsend mit toter Beute

Eine US-amerikanische Fernsehpersönlichkeit sieht sich heftiger Kritik aus dem Netz und hohen politischen Kreisen gegenüber. Ihre effekthascherischen Jagdfotos stossen Tierschützern sauer auf.

Die amerikanische Jägerin und Moderatorin der TV-Show «Larysa Unleashed» Larysa Switlyk wird in den sozialen Medien heftig kritisiert, nachdem sie auf Twitter Bilder veröffentlichte, die sie beim fröhlichen und stolzen Posieren mit erlegten Ziegen, Hirschen und Schafen in Schottland zeigten.

Die Bildunterschrift «Wunderschöne wilde Ziege hier auf der Insel Islay in Schottland. So eine lustige Jagd. Sie leben am Rande der Klippen der Insel und wissen, wie man sich gut versteckt. Wir jagten zwei Tage lang hart.» brachte ihr statt Ehrfurcht und Lob jedoch viel mehr jede Menge Ärger ein.

War es berauschend?

«Dieses Tier hat dank dir kein Leben mehr. Wie kannst du stolz darauf sein, ein Lebewesen zu töten und dann ein Foto neben seinem blutigen Körper zu machen? Das ist kein Sport, und du bist kein Champion», twitterte etwa Userin Sharon Martin.

Ein gewisser Dee Atkin spottete: «Erzähl uns mehr von der Jagd. War es berauschend, die sanftmütigsten Nutztiere zu verfolgen? Hast du sie in die Enge getrieben, während sie friedlich Gras kauten? Wie lange musstest du in voller Tarnausrüstung liegen, um eines der berühmten Schafe Schottlands zu töten?»

Alles nur Ignoraten

Switlyk wandte sich nach dem heftigen Shitstorm, der ihr über 3000 Hassnachrichten – unter anderem auch Morddrohungen – einbrachte, per Instagram an ihre Follower. Und kritisierte all diejenigen, die sie als Tiermörderin beschimpften. «Ich fliege mit schon zu meinem nächsten Jagdabenteuer und werde für zwei Wochen nicht erreichbar sein», schrieb sie.

Und weiter: «Nichts ist besser, als sich von dieser von sozialen Medien getriebenen Welt zu lösen und sich wieder mit der Natur zu verbinden. Hoffentlich wird das genug Zeit für all die ignoranten Menschen da draussen geben, die mir Morddrohungen schicken, um sich über Jagd und Naturschutz zu informieren.»

Ranghohe Politiker als Gegner

Nicola Sturgeon, als Erste Ministerin Schottlands eine hochrangige Politikerin, reagierte auf den Online-Aufstand und versprach, das Gesetz der legalen Jagd zu Sport- und Tourismuszwecken daraufhin zu überprüfen: «Völlig verständlich, warum die Bilder von Islay, in denen tote Tiere als Trophäen präsentiert werden, so beunruhigend und beleidigend für die Menschen sind. Die schottische Regierung wird die aktuelle Situation überprüfen und prüfen, ob Gesetzesänderungen erforderlich sind», tweete die Ministerin.

Sarah Moyes, eine Aktivistin der Tierschutzorganisation «OneKind» erwähnte gegenüber «Sky News»: «Es ist äusserst schockierend zu sehen, wie diese Bilder von Larysa Switlyk und anderen Jägern, die für Fotos mit den wilden Tieren posieren, um die Welt gehen. Anstatt Schottlands grossartige Tierwelt zu feiern, sehen wir wieder einmal, wie diese schönen Tiere im Namen des Sports ausgebeutet werden. Das ist nicht die Art von Tourismus, die wir in Schottland fördern wollen, geschweige denn im 21. Jahrhundert zulassen sollten.»


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59 Kommentare

Alice Dee vor 12 Tagen
"Nichts ist besser, als sich von dieser von sozialen Medien getriebenen Welt zu lösen und sich wieder mit der Natur zu verbinden" Und um sich mit der Natur zu verbinden, tötet man AUS SPAß Tiere? Um dann in den sozialen Medien, von denen man sich lösen wollte, Bilder davon zu posten? Ganz ehrlich, viel im Kopf kann die Frau wohl nicht haben. Für mich bedeutet sich mit der Natur verbinden definitiv nicht, Tiere zu töten. Herrje macht mich das grad wütend.
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Das Gewissen vor 17 Tagen
Der Mensch rühmt sich, die Krönung der Schöpfung zu sein, ausgestattet mit Vernunft, Intelligenz, Empathie… Wo liegt der Fehler dieser Deskription? Genau: sie trifft nur auf einen sehr kleinen Teil der Population Homo Sapiens zu. Leute, wie diese Frau, beweisen uns die Entgleisung der Natur in beeindruckender Art und Weise. Und gewisse Kommentatoren in diesem Forum festigen meine Aussage in argloser Mitteilungsgeilheit.
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Antwort von @Das Gewissen vor 11 Tagen
Der Mensch mag die Krone der Schöpfung (Evolution wäre passender) sein - zurzeit. Aber wegen der Fähigkeit zur Empathie? Mitnichten. Es ist die Fähigkeit zum kausalen Denken, die den Mensch von anderen Säugetieren, die mit zu dieser Krone gehören unterscheidet. Natürlich gehört auch die Intelligenz dazu, allerdings muss diese effektiv angewendet werden (wobei natürlich auch die Vernunft zu tragen kommt, die abwägt, ob eine Aktion mehr Nach- als Vorteile mit sich bringen wird). Empathie hat hingegen nichts mit Intelligenz zu tun, sondern ist eine Funktion des Stammhirns, über welche viele Lebewesen verfügen (alle Säuger und einzelne eierlegende Tierarten) und sich evolutionär betrachtet nachteilig auswirkt, wenn sie überstrapaziert wird, so sind zum Beispiel empathische Menschen hochnaiv und (unverschuldet) nicht fähig, gesellschaftliche Muster zu erkennen.
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Hoo vor 17 Tagen
Wenn ich hier frei alles schreiben dürfe, was ich denke, würde ich wahrscheinlich in die Psyche eingeliefert werden. Soll sie mal gefährliche Tiere jagen gehen, die sich dann auch wehren. Da würde sie wahrscheinlich den kürzeren ziehen.
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