Insta-Model will Diener wie Sklaven halten

Instagram-Superstar Sondos Alqattan empört die Welt: Ihre Aussagen zum neuen Arbeitnehmergesetz in Kuwait lassen sie wie eine Sklavenhalterin klingen.

 

Mit fast zweieinhalb Millionen Fans auf Instagram gehört Sondos Alqattan aus Kuwait zu den bekanntesten Influencerinnen im nahen Osten. Die junge Make-up-Artistin und Beauty-Bloggerin begeistert mit ihren tollen Schminkkünsten und Outfit-Posts. Ihre Popularität bringt ihr viel Geld ein – grosse. Internationale Firmen wie der japanische Luxus-Kosmetik-Hersteller Shiseido gehören zu ihren wichtigsten Sponsoren.

«Wer entschädigt mich?»

Damit dürfte aber wohl bald Schluss sein. Geldgeber und Fans distanzieren sich von der jungen Frau, nachdem sie sich in einem – inzwischen gelöschten – Insta-Video über die Reform des Gastarbeiter-Rechts in ihrem Land echauffierte: «Wie soll ich Diener in meinem Haus halten, die auch noch ihren eigenen Pass behalten dürfen? Und es kommt noch schlimmer: Sie sollen sogar einen Tag frei bekommen!»

In ihrer gehässigen Rede bezieht sie sich auf die neue Gesetzeslage, die es vorsieht, Gastarbeitern – in erster Linie von den Philippinen – einen arbeitsfreien Wochentag, sowie die freie Verfügung über ihren eigenen Reisepass zu gewährleisten. Das passt der Beauty-Queen leider gar nicht: «Was, wenn sie weglaufen und in ihr Land zurückgehen? Wer entschädigt mich dann? Ich bin gegen dieses Gesetz, ganz ehrlich. Ich möchte kein Filipino-Hausmädchen mehr!»

Erklärung ohne Entschuldigung


Der darauf folgende Shitstorm liess nicht lange auf sich warten und nachdem sich innerhalb weniger Stunden grosse Brands wie Max Factor, mit denen Alqattan lange zusammengearbeitet hatte, von der Inluencerin abwandten, postete sie eine Erklärung auf Instagram. Erklärung – wohlgemerkt – keine Entschuldigung!

«Ich habe niemals auch nur einen einzigen meiner Angestellten erniedrigt oder in irgendeiner Weise schlecht behandelt», heisst es da. «Ungeachtet der Nationalität der Angestellten oder der Arbeitgeber finde ich dennoch, dass der Reisepass eines jeden Bediensteten in Gewahrsam des Arbeitgebers sein sollte – um diesen abzusichern.»

Rückständig wie im Mittelalter

Weiters bedankt sie sich in dem Schreiben zynisch bei allen Leuten, die sie als «äusserlich schön, aber innerlich hässlich» bezeichnet haben. «Ihr könnt euch erst ein Urteil über mich bilden, wenn ihr mich persönlich als menschliches Wesen kennengelernt habt. Nur weil ihr nicht einverstanden seid, heisst das nicht, dass ihr Recht habt!»

«Migrante International», ein gemeinnütziger Verein, der philippinische Gastarbeiter in Übersee rechtlich vertritt, äussert sich entsetzt: «Indem sie sich selbst als Sklavenhalterin darstellt, zeigt sich Frau Alqattan nur als Person mit gefährlich-giftigem übersteigerten Ego und falschem Überlegenheitsgefühl. Statt allen Menschen ihre Würde und Rechte anzuerkennen, hält sie an einer rückständigen Weltsicht fest, die buchstäblich ins Mittelalter gehört.»


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149 Kommentare

qwe vor 3 Monate
In ganz Arabien ist der Arbeitgeber für die Taten seiner ausländischen Angestellten verantwortlich. Das heisst, wenn jetzt der Angestellte aus Indien eine Straftat begeht kommt die Polizei zum Arbeitgeber und verhaftet in den meisten Fällen diesen. Der indische Angestellte hat sich währenddessen schon lange vom Acker gemacht und ist in seinem Heimatland Indien zurückgekehrt nachdem er die Straftat begangen hat. Darum war es so, dass man dem Arbeitgeber erlaubt hat die Reisepässe zu behalten damit solche Ausländer die Straftaten begehen nicht einfach so abhauen.
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Antwort von gute idee vor 3 Monate
wir werden allen Doppelbürger den Pass wegnehmen. Ihr habt ja nichts dagegen! Allerdings hätten wir gerne ihr würdet wieder abhauen. Die Lebensqualität ist sehr gesunken mit euch!
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oli vor 3 Monate
Die Etische Frage ist eigentlich ob man immer gleich alles Drucken sollte was 'angeklagt' wird, befor man sie Sache Gruendlich untersucht; denn dann wird man mitschuldig der ueblen Nachrede, welche schlimme folgen fuer moegliche ' nicht-schuldige' hat, welche es sehr schwer haben sich zu verteidigen nachdem eine Mehrheit von Leuten von solchen Geschichten ueberzeugt sind( die Macht der Presse )
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helix vor 3 Monate
Diese Bloggerin hat ja mit Politik sowieso nichts zutun. Sie ist auf Make-up spezialisiert also wird niemand ihr zuhören. Es wurde in Arabien entschieden das Gesetz zu ändern. Fertig.
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