Hunde gehören nicht an den Arbeitsplatz

Zum heutigen internationalen «Bring deinen Hund zur Arbeit»-Tag hat unser Autor eine klare Meinung: Bitte lass deinen Vierbeiner zuhause! Tiere haben im Büro nichts verloren.

Heute, am 22. Juni, feiern Hundeliebhaber den internationalen «Bring deinen Hund zur Arbeit»-Tag. «Ein Bürohund sorgt für bessere seelische und körperliche Gesundheit, macht Unternehmen beliebter, unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit, hilft beim Recruiting und optimiert die Ertragslage», heisst es auf der offiziellen Webseite des deutschen Vereins «Bundesverband Bürohund».

Bei uns im Grossraumbüro laufen immer mal ein paar Hunde rum. Vermehrt kleine im Handtaschenformat, hin und wieder auch grössere Exemplare. Einige davon sind ruhig und liegen nur rum, andere rennen ständig aufgeregt zitternd, schwanzwedelnd und nach Aufmerksamkeit heischend durch den Raum. Wenige Ausnahmen kläffen pausenlos. Einer hat sogar mal seelenruhig neben meinen Tisch geschissen.

Hunde sind kein Grundrecht

Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Hunden. Oder Tieren jeglicher Art. Ich esse sie nicht einmal – meinetwegen soll kein Lebewesen umgebracht werden und der Gedanke daran, einen Kadaver zu verspeisen, macht mich jetzt auch nicht sonderlich an. Womit ich aber ein Problem habe: Menschen, die davon ausgehen, dass sie ein Grundrecht darauf haben, ihren Vierbeiner anderen Leuten zumuten zu dürfen.

Eigentlich ist es doch ziemlich simpel: Wenn ich einen Vollzeitjob habe und jeden Tag acht Stunden mit anderen Personen in einem Büro verbringe, dann sind die Voraussetzungen für einen Hund nicht gegeben. So ein Tier verlangt viel Verantwortung, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Ich will niemandem absprechen, dass es eventuell auch sehr erfüllend und bereichernd sein kann, sich um ein bedürftiges Wesen zu kümmern. Schön und gut.

Wer Hunde nicht liebt, ist kein schlechter Mensch

Nun ist es aber so, dass einfach nicht jeder Mensch die gleichen Glücksgefühle hegt und pflegt, wenn ein vierbeiniger Fellball seine Haare, Geräusche und Ausdünstungen an dem Ort verbreitet, an dem man seinen Job zu erledigen hat. Ich weiss: Wer Hunde nicht abgöttisch liebt, ist automatisch ein schlechter Mensch und soll sich beschämt in die Ecke stellen.

Das ist auch mitunter ein Grund, warum wohl in den seltensten Fällen jemand aufsteht und sagt: «Halt, stopp! Bitte lass dein Tier zuhause!». Hat man die Wahl zwischen der sozialen Ächtung der gesamten Kollegschaft oder der – wie in meinem Fall – halbwegs gelassenen «Ohne Hund wärs mir lieber, aber wenns sein muss...»-Resignation, wählt man natürlich das kleinere Übel. Fair und respektvoll geht aber anders.

Ich fühle mich gestresst und genervt

Ich möchte mich nicht schlecht dafür fühlen müssen, dass ich nicht in entzücktes Gekreische ausbreche, wenn ein Köter auf mich zurennt, an meinen Beinen hochspringt und seine feuchte Nase an meiner Hose reibt. Ich möchte mich nicht dafür rechtfertigen müssen, warum ich nicht das Bedürfnis verspüre, mich vor jedem dahergelaufenen, «ach sooooo herzigen» Hund zu bücken, um sein (in vielen Fällen) stinkendes Fell zu streicheln.

Es gibt Menschen – und offenbar auch Studien – die besagen, dass die Anwesenheit von Hunden in einem professionellen Umfeld für Stressreduktion, allgemein besseres Arbeitsklima und höhere Leistungsbereitschaft sorgt. Ich spreche jetzt für mich und (wie ich aus erster Hand weiss) eine Menge anderer Nicht-Hunde-Fans: Das stimmt nicht. Eher im Gegenteil. Hunde im Büro stressen und nerven mich.

Dein Kind nimmst du auch nicht mit

Versteht mich nicht falsch. Die Tiere können ja nichts dafür. Es liegt allein an den Haltern. Und klar, es kann ruhig mal vorkommen, dass gewisse Umstände dazu führen, dass Waldi oder Schnuffi oder Bello ausnahmsweise mal mitgebracht werden muss. Dagegen sage ich kein Wort. Bitte, wenn jemand akut Hilfe braucht und nicht weiss, wohin mit seinem Vierbeiner: Sag Bescheid, ich gehe sogar Gassi mit dem Ding, wenn es nicht anders geht. Aber das als Selbstverständlichkeit zu sehen finde ich ziemlich mies.

Dein Baby oder Kleinkind bringst du ja auch nicht täglich mit zur Arbeit. Weil es weder für das Kind noch für die Kollegen der zumutbarste Ort ist, an dem es sich ständig aufhalten sollte. Warum also den Hund? Tipp: Hast du keine Zeit für ein Haustier, schaff dir keines an. Oder kauf dir einen Goldfisch.

Dieser Artikel wurde in leicht abgeänderter Form am 30. April 2018 zuerst publiziert.


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230 Kommentare

Rebecca vor 2 Monate
Wow... Nein, nicht jeder muss Hunde mögen. So wenig wie Kinder oder manche Mitmenschen. Trotzdem muss ich mit ihnen coexistieren. Gott sei Dank entscheiden solche Sachen nicht unprofessionelle kleine Motz-Füdlis wie der Schreiberling, sondern höhere Tiere. Anstatt sich im Internet gross zu profilieren darüber wie schlimm die Hunde sind, könnte man auch soviel Arsch haben und den Halter des Hundes darauf ansprechen das man nicht angesprungen werden möchte. Dann ist der Hund nämlich kein Köter, sondern ein Hund.
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Pluto vor 2 Monate
Sorry, ihr hundebesitzer habt fast alle einen knacks
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NoGo vor 2 Monate
In einem Punkt stimme ich zu: nicht jeder muss Hunde mögen. ABER man muss auch nicht jeden Arbeitskollegen mögen. Und einer mit der Einstellung von diesem Autor wär für mich ein Grund das Team/die Stelle zu wechseln. Köter...echt jetzt? Damit hat er sich ins Aus geschossen....
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Antwort von Captainlonestarr vor 2 Monate
Perfekt. Dann ist das Tier auch wrg
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