Ein Besuch am glücklichsten Ort der Schweiz

Im «Hof Narr» leben Mensch und Tier in trautem Miteinander. Wir haben den wohl friedlichsten Platz des Landes erkundet.

 

Hätte man mir vor ein paar Tagen noch gesagt, dass ich mit Schweinen im Heut kuscheln und ein Huhn wie eine Katze auf meinem Schoss sitzen lassen würde, hätte ich gelacht. «So weit kommts noch!», wäre wohl meine Antwort gewesen. Schmutz und Dreck sind mir ein Gräuel und Tiere spielen in meinem Alltag keine grosse Rolle. Ich hasse sie nicht, habe aber auch keinen Bezug zu ihnen. Sie existieren halt. Das wars dann auch schon.

Lebenshof statt Schlachthaus


Im kleinen Örtchen Hinteregg ZH steht der «Hof Narr». Hier wohnt, werkt und lebt die 39-jährige Sarah Heiligtag. Zusammen mit ihrem Mann, ihren Kindern und einem kleinen Team von gleichgesinnten Tier- und Naturfreunden bewirtschaftet sie den Ort, der mich als mysophobes Stadtkind nachhaltig glücklicher gemacht hat, als es ein Super-Mega-Deluxe-Sale bei COS je könnte.

Die Idee, einen Ort zu entwickeln, an dem vor dem sicheren Tod gerettete Nutztiere ein würdiges Leben verbringen können, entstand aus dem Wunsch, etwas Schönes zu schaffen. Nach langer Zeit in der Ethik-Kommission einer internationalen Tierschutzorganisation und vielen schockierenden Abstechern in Schlachthäuser, beschliesst Sarah deswegen: «Lange kann ich das so nicht, ich muss etwas Positives machen!»

Bock auf Ruhe und Frieden

So entstand mit dem «Hof Narr» nicht einfach ein Projekt, um Tieren ein Zuhause zu bieten und nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben, sondern auch um Menschen in direktem Kontakt über Ethik, Umwelt und Gerechtigkeit zu unterrichten. Und das passiert auf eine superangenehme Art, ohne Moralkeulenhiebe und die allseits verhasste «Militante-Veganer-Attitüde».

Die Legehennen, Enten, Katzen, Hasen, Hunde, Pferde, Ziegen und Schweine tragen alle eigene Namen, eine eigene Geschichte und ganz viel Charakter. Ohne Pathos oder lästigen Bekehrungsversuchen dürfen Besucher die kleine Welt, die sich Sarah und ihre Familie hier aufgebaut haben, völlig zwanglos kennenlernen und entdecken. Wer Bock hat, darf mithelfen. Wer keinen Bock hat, kann auch einfach nur die Ruhe und den Frieden geniessen, die hier herrschen.

Ein magischer Ort mit kamerageilen Hühnern

Das Projekt finanziert sich einerseits durch staatliche Subventionen, die Landwirten zustehen und vor allem durch Spenden und Tierpatenschaften. Im Tausch gegen einen gewissen monatlichen Beitrag kann man seinem persönlichen Liebling hier ein sorgenfreies Leben ermöglichen und gleichzeitig dazu beitragen, diesen irgendwie fast kitschig-magischen Ort weiter zu erhalten.

Übrigens: Meine Favoriten sind Jussi, die schöne Katze, die Schweinedame Mimi und die kamerageile Henne Esmeralda. Wer gefällt dir am besten? Oben im Video stellen sich die «Hof Narr»-Bewohner vor!

(Video von Davide Arizzoli, Schnitt von Valentina Sproge)


 


Kommentar schreiben

5 Kommentare

Zombie vor 7 Monate
Hmmm? Das ist ein hervorragender Artikel, Dankeschön Ben! Ich finde es einfach super, dass es Menschen gibt, wo Tiere aus der Zucht raushelfen und Diese danach ein richtiges Zuhause geben OHNE Absicht Sie jemals zu schlachten, einfach Klasse!!! Seit ich enstanden bin, auch aus einer Bauernfamilie, kuschle ich sehr gerne mit den Hühnern, Sie sind so schön weich und sanft und am liebsten will ich Sie niemehr loslassen!! Dasselbe giltet für die Schweinchen und Hasen etc eigentlich für alle Tiere! Ach, wäre ich Millionair dann würde ich hohe Beträge an solche Tierorganisationen zahlen und selber mitmachen! Man darf nie vergessen, was die armen Hühnern vorher für ein Leben hatten, SANTO DIO, viele sterben in der Zucht, weil Sie einfach nicht mehr können aber die wo noch leben, kann man immernoch retten und genau da ist der Schwerpunkt, einfach toll wenn es Menschen gibt, wo Sie holen gehen und Sie danach wieder heilen können, bravissimi!! Hoch lebe Sarah Heiligtag und Ihr Projekt Hof Narr und ich wünsche Ihnen und Ihre niedlichen Tierchen viel Liebe und alles Gute!! Besten Dank für die Aufmerksamkeit, euer Tierfreund Zombie!!!
7
1
Antwort
Heidi Heidnisch vor 7 Monate
Wildschweine haben 12 Rippen, während Zuchtschweine zwischen 14 und 17 Rippen haben, je nachdem wie die Koteletten gewünscht werden. Also eindeutig ein Zuchtfaktor.
12
5
Antwort
Antwort von Baba das Original vor 7 Monate
Der erste Teil der Aussage stimmt. Das Hausschwein hat im Gegensatz zum Wildschein mehr Rippen . Diese wurden jedoch nicht speziell gezüchtet um mehr Kotteletts zu erhalten.
1
2
Antwort
Eveline vor 7 Monate
Bioschweinezüchterin - hahahahaaaaaa! Dein ignoranter Kommentar disqualifiziert dich selbst.
18
5
Antwort
video
Baut Emirates jetzt ein Glitzer-Flugzeug?

Baut Emirates jetzt ein Glitzer-Flugzeug?

Kauf deinem Kind eine besessene Puppe

Kauf deinem Kind eine besessene Puppe

video
Bekanntes Trans-Model disst Victoria's Secret

Bekanntes Trans-Model disst Victoria's Secret

video
Wieso geben Menschen für diese Kleider Geld aus?

Wieso geben Menschen für diese Kleider Geld aus?