Das Doppelleben des Hive-Türstehers

Nachts schmeisst Mirza Cosic Leute aus dem Club. Tagsüber betrachtet der Hive-Türsteher die Welt durch eine Kamera-Linse.

Zwei brummige und bärtige Typen, zwei Clubs, zwei Städte, ein Job und eine Leidenschaft: Die Parallelen zwischen dem berüchtigten Berghain-Türsteher Sven Marquart und dem Sicherheitsmann im Zürcher Hive Mirza Cosic sind unverkennbar. Doch eine Kopie ist das Schweizer Pendant zur Berliner Ikone nicht. «Von Sven Marquardt habe ich das erste Mal gehört, als er im Hive ausgestellt hat», sagt Mirza gegenüber tilllate.com. «Leider habe ich ihn an der Vernissage vergangenes Jahr nicht getroffen.»

Club als zweite Heimat

Der Club Hive ist für den seit 2000 in Zürich lebenden Bosnier sein zweites Zuhause. Er liebt die Musik, die Gäste und die Macher des Clubs. Fast seit der Eröffnung des Lokals an der Geroldstrasse vor acht Jahren steht der hochgewachsene Sicherheitsmann an der Türe. «Auch wenn ich natürlich manchmal hart durchgreifen muss, will ich nicht als böse angesehen werden», sagt der 36-Jährige. Trotzdem dürften Nachtschwärmer vor allem sein grimmiges Gesicht kennen.

Self-Made Fotograf

Mittlerweile kennt man Mirza aber nicht nur als Türsteher. «Lustig ist, dass mich die Leute manchmal im Club auf meine Fotos ansprechen. Dann werde ich als Fotograf vom Hive bezeichnet», sagt Mirza. Kein Wunder: Mirza hat fast 4‘000 Fans auf seiner Facebook-Seite – mehr als viele DJs, die im Hive auflegen. «Für mich ist das Fotografieren entspannend. Ich kann dabei sehr gut neben dem hektischen Nachtleben zur Ruhe kommen», sagt Mirza.

So hat sich der gebürtige Bosnier 2011 das erste Mal in einen Wald verirrt und einfach drauf losgeschossen. Das fotografische Wissen und die Nachbearbeitung habe er sich selbst angeeignet, hätte sich auch nie wirklich von anderen Fotorafen beeinflussen lassen. «Ich glaube, so habe ich meinen eigenen Stil gefunden.» Die Fotos von Mirza sind sehr kontrastvoll, bunt und manchmal etwas plastisch. «Das gefällt natürlich nicht allen. Aber ich bin auch noch sehr am Lernen und offen für Kritik», sagt Mirza. Von der Fotografie zu leben, könne er sich aber noch nicht vorstellen. «So weit in die Zukunft habe ich gar nicht gedacht», lacht der Türsteher, «aber schön wäre es alle Mal.»

Mirzas Bilder kann man auf seiner Homepage anschauen und kaufen. Er hofft ausserdem, sie bald im Hive ausstellen zu dürfen. Damit würde er schon ein Stück weit in die Fussstapfen von Marquardt treten.


Kommentar schreiben

12 Kommentare

einer der beide kennt vor 5 Jahre
halt es für daneben de mirza mit de sven zu vergleichen...2 völlig verschiedene karaktere...ich kennen beide sehr gut... der sven war mein mentor habe sehr viel gelernt von ihm und der mirza ein arbeitskollege auf den immer verlass war...selbst die photos sind wie tag und nacht mirza mag es bunt und der sven mag es nachdenklich schwarz weiss...also bitte nicht die beiden in einem topf werfen sind beide mega tolle typen
1
0
Antwort
Der Benmann vor 5 Jahre
Jap, Komplimänt für d' Bilder, gfalled mer ! Au mänschlich e symphatischi Istellig und Asicht 😃. Wiiter so.
1
0
Antwort
Kiefer vor 5 Jahre
Bin au ab und zue im Hive. Best Club in Züri. Mirza isch bis jetzt echt immer super gsi i sim Job. Dafür scho mal es grosses Dankeschön. Ohne jetzt da gross go schleihmme muss ich ehrlich säge bin ich echt fasziniert vo dine Bilder. Trifft genau min Gschmack wie du Fotografiere duesch. Wer hätte das gedacht. Alles gueti witerhin und indemfall wird ich dini Fotos näher witerverfolge. Lg
0
0
Antwort
Giuseppe Massaro vor 5 Jahre
Mirza isch de bescht!! See you soon bro!
1
0
Antwort
video
Wie süss dürfen Suizid und Selbstverletzung sein?

Wie süss dürfen Suizid und Selbstverletzung sein?

Amerikaner stellt riesigen Mittelfinger in den Garten

Amerikaner stellt riesigen Mittelfinger in den Garten

Die traurigste Fotostrecke des Internets

Die traurigste Fotostrecke des Internets

Sie machen den Metzger-Beruf wieder sexy

Sie machen den Metzger-Beruf wieder sexy