Youtuber müssen kaum für dumme Taten geradestehen

Logan Paul steht mit seinem Suizid-Video nicht alleine da. Diverse Youtuber haben sich mit Fails ihren Ruf versaut, aber Konsequenzen gibts kaum.

Der Skandal rund um den Youtuber Logan Paul sorgt derzeit dafür, dass die halbe Welt dem Ex-Vine-Star gerne ein paar Bitchslaps verpassen würde. Verständlich, wenn man sich das Video mal zu Gemüte führt: Paul und Entourage streifen durch ein japanisches Naturschutzgebiet, in dem auch ein als «Selbstmord-Wald» bekanntes Stück Land liegt. Sie finden eine Leiche, die an einem Baum hängt, filmen diese, lachen ziemlich schnell wieder und stellen das Video danach ins Netz. Immerhin ist das Gesicht des Toten verpixelt. Im Nachhinein hat der Youtuber ein Entschuldigungsvideo ins Netz gestellt.

Paul ist natürlich längst nicht der einzige Social-Media-Star, der sich mit skandalösen Videos zu Fame und Geld mogeln will. Sein kleiner Bruder Jake, ebenfalls ein ziemlich erfolgreicher Youtuber, verschafft sich mit Prank-Videos und asozialen Sprüchen über Minderheiten seine Clicks. Und der meistabonnierte Youtuber PewDiePie – der übrigens Logan Paul auf Twitter ziemlich heftig wegen dem Suizid-Video disste – erschleicht sich seine Aufmerksamkeit immer wieder mit rassistischen Aussagen, leeren Drohungen oder IS-Vergleichen.

Kaum Konsequenzen

Was auf einer moralischen Ebene selbstverständlich verwerflich ist, macht sich finanziell gesehen jedoch bezahlt. Logan Paul verdient konservativ geschätzt täglich mindestens 3000 Dollar durch Youtube-Werbung. Mit steigenden Klickzahlen steigt da natürlich auch die Rendite und ein kleines Entschuldigungsvideo ist ja schnell gedreht.

Konsequenzen gibts kaum. Und das selbst wenn Social-Media-Stars auf schräge Geschäftstaktiken zurückgreifen: 2016 veröffentlichten die Youtuber TmarTn und ProSyndicate diverse Videos, in denen man sieht, wie sie auf einer Online-Spieleseite wertvolle Items für «Counter-Strike: Global Offensive» gewannen. Der Clou: Die beiden betrieben die Seite und verdienten ziemlich viel Cash durch ihre Fans, die ihr digitales Eigentum auf der Page verzockten. Im vergangenen Herbst entschied die US-Wettbewerbsbehörde FTC, dass Youtuber solche Interessensbindungen künftig offenlegen müssten. Geldstrafen wurden aber keine festgelegt.

Immer noch mehr Subscriber

Wenn sich Youtuber «Fehltritte» leisten, geschieht meist das Gleiche: Es gibt einen kurzen Aufschrei, ihre Subscriberzahl wächst vielleicht etwas langsamer als sonst – Logan Paul gewann am Tag seines Suizidvideos «nur» rund 16'000 Abonennten statt den üblichen rund 50'000 – und sie müssen sich mit Hasskommentaren auseinandersetzen. Nur in groben, offensichtlich rechtswidrigen Fällen erwartet die Stars Konsequenzen.

Und im schlimmsten Fall geht vielleicht ein Werbedeal flöten: Jake Paul und PewDiePie verloren beide ihre Deals mit Disney, aber bei einem Jahreseinkommen von über 10 Millionen Dollar durch Werbung und Merchandise macht ein Deal mit einem Mediengiganten kaum einen grossen Unterschied.

Lasst uns einfach mal hoffen, dass die Youtube-Szene aus dem Fall von Paul und den anderen Idioten etwas lernt und künftig nicht mehr rassistische Kommentare oder Videos von Toten ins Netz stellt. Das wäre doch mal was.


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62 Kommentare

Mr Konsequent vor 7 Monate
Politiker, Billionäre und CEOs stehen für ihre Taten auch nicht gerade. Dieses Social Justice Warrior gerede wegen einen Youtuber ist wirklich unnötig. Bei einem Judenwitz jemanden als Antisemit zu bezeichnen, lächerlich. Als ob ein Youtuber das Weltgeschehen beeinflusst. Warum geht ihr nich auf den Trump los, der schreibt und sagt täglich Dinge, für die er nicht belangt wird. Der YTer hat sich wenigstens entschuldigt.
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Antwort
Irgendjemand vor 7 Monate
Richtig schlecht. Von wegen youtouber tragen fast keine konsequenzen. Der auf dem photo ist nicht die leiche. Schlecht rechechiert recht schlechter artikel
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Antwort
Ardian vor 7 Monate
PewDiePie, Rassist und Antisemit? Wer hat diesen Artikel geschrieben? Hey, bist du doof?
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Antwort
Antwort von hEY, vor 7 Monate
... nö, du.
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Antwort
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