Was bei einer Dildo-Party passiert

Früher lud man seine Freundinnen zu Tupperware-Partys ein – heute macht man dasselbe mit Sextoys. Wir haben eine Dildo-Party geschmissen.

Tupperware-Partys waren in den Neunzigerjahren der Shit: Hausfrauen luden all ihre Freundinnen zu sich nach Hause ein, bestellten einen Tupperware-Verkäufer und deckten sich mit Kunststoffbehälter für Essensreste ein. Die Idee ist nicht nur ein lukrativer Vertriebskanal für die Gastgeber und das US-Unternehmen selbst – ebenso wichtig war die Party, die wohl in vielen Fällen zu einem feuchtfröhlichen Abend eskalierte.

Sextoy-Händler übernahmen das Konzept und bieten mittlerweile Dildo-Partys an, bei denen ihre Vertreter alle möglichen Sextoys an den Mann und die Frau bringen. Klingt awkward – kann es durchaus auch sein. Wir luden deshalb Rahel Rohr, Toy-Beraterin von Amorana zu Redaktionskollege Benny ins Wohnzimmer ein, um uns die Liebeshelfer näherzubringen.

«Dildo-Partys tun Menschen gut»

Mit einem riesigen pinken Koffer trabt Rahel an. Wenn sie damit am Flughafen in eine Kontrolle gerät, besteht wohl ähnlich viel Erklärungsbedarf, wie wenn du «Bombe!» rufst: Der Koffer ist nämlich randvoll mit Dildos, Vibratoren, Buttplugs und anderen Sextoys, deren Namen wir (noch) nicht einmal kennen. Die Toy-Beraterin weiss aber genau, wovon sie spricht – schliesslich schmeisst sie jedes Jahr ungefähr 50 solcher Partys.

«Ich glaube, eine Dildo-Party würde den meisten Menschen einmal guttun», erklärt sie uns. Rahel sieht sich selbst nicht einfach als Verkäuferin – ihr Ziel ist es ebenso, aufzuklären. «Natürlich ist der Verdienst ein wichtiger Bestandteil, aber ich finde es auch wichtig, dass man informiert wird: Ich gebe Inputs, die man sonst eventuell noch nie gehört hat, unter anderem zur Kommunikation zwischen Mann und Frau aber auch zu konkreten Sexualpraktiken.»

Männer fühlen sich bedroht, Frauen bekommen Sackgeld

In den meisten Fällen ist Rahels Publikum weiblich: Der Klassiker ist etwa der Junggesellinnenabschied. Als Mann kann man sich denn auch durchaus bedroht fühlen, wenn Rahel den grössten Dildo in ihrem Sortiment präsentiert. Eine Beobachtung, die sie immer wieder macht, wenn Herren im Publikum sitzen: «Manche fühlen sich in ihrem Ego verletzt. Die haben dann Angst, dass sie durch ein Sextoy ersetzt werden», sagt sie. «Aber ich finde, Sextoys sind nie ein Ersatz sondern immer ein Zusatz oder eine Abwechslung.»

Dementsprechend verkauft sie auch häufiger an Frauen als an Männer. Besucherinnen von Dildo-Partys hätten häufig ein gewisses Budget zur Verfügung: «Viele bekommen von ihrem Partner so etwas wie Sackgeld – dann haben sie zum Beispiel 500 Franken und diese geben sie dann meist auch aus», lacht die Dildo-Expertin.

«Es gibt keine dummen Fragen»

Wir müssten zwar lügen, um zu sagen, wir hätten besonders viel Neues gelernt – unsere Redaktion ist aber wahrscheinlich auch kein Massstab. Andere Kunden von Rahel hingegen wissen vor ihrem Besuch so gut wie nichts über Sextoys: «Jemand hat einmal gefragt, ob man mit Gleitmittel auch verhüten kann – die hatte wirklich etwas leicht falsch verstanden», erzählt sie uns. Trotzdem betont sie zu Beginn ihrer Präsentation: «Es gibt keine dumme Fragen.» Challenge accepted!

Drei Stunden und ungefähr zehn Flaschen Prosecco lang löchern wir sie also mit allen Fragen, die uns spontan durch den Kopf gehen, während sie uns die State-of-The-Art-Technologie des horizontalen Vergnügens feilbietet. Am Ende sind alle Beteiligten fix und fertig. «Ihr wart schon eine der mühsamsten Gruppen bisher», gibt Rahel schliesslich zu. Wütend ist sie trotzdem nicht – schliesslich gehöre Humor bei einer Dildo-Party dazu: «Natürlich wird viel gelacht aber das darf auch sein.»

Wie der proseccoselige Abend so ablief, siehst du im Video oben. Die Hände bleiben aber auf dem Tisch, ja?

Video von Valentina Sproge.


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54 Kommentare

Leser vor 7 Monate
Hört sich ultraspiessig an.
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Lady vor 7 Monate
Solche Partys sind der pure Abtörner. Ich kaufe lieber Dildos mit meinen Lovers zusammen, da habe ich mehr fun als mit keiffenden und gröhlenden Kreischweiber den Abend zu verbringen. Zuviele Weiber verderben def. den Brei
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Antwort
Leandra vor 7 Monate
Naja, es werden ja auch Gleitmittel mit "spermiziden" Eigenschaften verkauft. Da finde ich die Frage, ob solche auch als Verhütungsmittel infrage kommen, nicht ganz unberechtigt bzw. sicher nicht dumm.
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Antwort
Antwort von Wale vor 7 Monate
Es gibt auch Kondome, welche mit einer Spermien abtötenden Beschichtung ausgerüstet sind. Ein wahrer Frust für die befruchtungssüchtigen Spermien, statt auf Eiersuche gehen zu können, heißt es für sie gleich Abschied nehmen.
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