China will Übersetzungs-Fails verschwinden lassen

Um sich bei den Olympischen Winterspielen 2022 nicht vor der Welt zu blamieren, setzt China alles daran, schlecht übersetzte Schilder und Karten zu korrigieren.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es keine Seltenheit, in China im öffentlichen Raum über Botschaften wie «Bitte vorsichtig ausrutschen», «Rassisten-Park» oder «Ich mag dein Lächeln. Aber nicht, wenn du mir deinen Schuh ins Gesicht drückst.» zu stolpern. Klar, dass es sich hierbei um stümperhafte (wenngleich höchst amüsante) Versuche handelt, chinesische Hinweisschilder zu übersetzen.

Internationale Aufmerksamkeit ohne Fehler

Nun forciert Peking eine öffentliche Kampagne, um die bekannten und seit Jahren in etlichen Artikeln und Memes belächelten Übersetzungsfehler an Schildern zu korrigieren. Vor allem in Zusammenhang mit der internationalen Aufmerksamkeit, die der chinesischen Hauptstadt als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 zuteilwerden wird.

Nach Bekanntwerden als Gastgeber des Grossereignisses gründete die Regierung ein eigenes Programm, um sich vor der Schmach zu befreien, weiterhin als das Land mit den wohl am schlechtesten übersetzten und gleichzeitig lustigsten Strassen- und Hinweisschildern der Welt zu gelten.

Geschenke für die talentiertesten Korrektoren

Das Ziel der «Online-Korrektor von fehlerhaften öffentlichen Schildern»-Kampagne ist es, als Vorbereitung auf den Besucheransturm, mit der Tradition der bisher üblichen Google-Translate-Schilder zu brechen und durch möglichst korrektes Englisch den Eindruck zu erwecken, die Chinesen hätten kein Problem mit Fremdsprachen.

Jeder Bürger ist dazu eingeladen, auf der Webseite «Qianlong Net» Details über fehlerhafte Beschriftungen zu teilen – zusammen mit Angaben wie dem genauen Standort, einem Bild des fragwürdigen Schildes und bestenfalls auch gleich der richtigen Übersetzung. Als Motivation zum Mitmachen verlost die Regierung monatlich Preise für die «herausragendsten» Teilnehmer der Aktion. Wie diese Teilnehmer ermittelt werden und welche Geschenke sie erhalten, ist nicht bekannt.

Qualität vor Amüsement

Parallel zu dieser öffentlichen Übung veröffentlicht «Qianlong Net» auch eine Reihe von Artikeln, die Chinas Übersetzungsstandardisierungen und häufige Fehler von eingeladenen Experten in einer eigenen Rubrik erläutern. Ziel ist es, das Bewusstsein für die richtigen Übersetzungen zu schärfen.

«Übersetzungen von öffentlichen Schildern helfen nicht nur Ausländern, sondern ihre Qualität prägt auch das Bild einer Stadt», sagt Chen Mingming, einer der Vorstände der «Translators Association of China» und offizieller Berater der Korrekturkampagne.


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9 Kommentare

Lukas vor 9 Tagen
Aaah ja die Chinesen. Googelt mal "social credit system china", ziemlich angsteinflössend finde ich.
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Walti vor 9 Tagen
Ok, wir treffen uns dann in der Big Fuck Hall! Ha, ha, ha....
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Ottokar Zwilling vor 9 Tagen
Das Video läuft zu rasch!
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Hausi vor 9 Tagen
Wieso noch mal bekommt ein Land, dass MEHRERE TAUSEND Menschen jedes Jahr hinrichtet und politische Gegner in Arbeitslager sperrt nochmal die Olympischen Spiele zugesprochen? Ich habs vergessen. Bei Russland wars das Geld mit der man sich das erkauft hat. Hat China mit einem Exportstopp gedroht wenn sie die Spiele nicht bekommen?
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