Was ist eigentlich aus Chatroulette geworden?

Wer befindet sich noch auf dem Video-Chat-Dienst? Um das herauszufinden, verbrachten wir dort einen Tag.

Kennt ihr noch Chatroulette? Diese komische Video-Chat-Seite, die euch nach dem Zufallsprinzip mit Leuten aus der ganzen Welt verbindet. Der Russe Andrey Ternovskiy kam Ende 2009, da war er erst 17, auf die Idee, das Portal zu erfinden. Alle waren verrückt danach und grosse Medien, unter anderem das «New York Magazine» und die «Washington Post» fragten sich, ob die Seite «the next big thing» werden könnte.

Mitte 2010 auf seinem Höhepunkt, zählte Chatroulette über eine Million User, zu jedem gegebenen Zeitpunkt konstant 35’000 aktive Anwender. In dieser Zeit wussten schon einige, dass das Portal mehrheitlich zu pornographischen Zwecken missbraucht werden könnte. Eine Untersuchung des Internet-Analyseunternehmens «RJMetrics» hat Mitte März 2010 ergeben, dass 13 Prozent der User beim Start des Chats unbekleidet sind, sich währenddessen entkleiden oder sexuelle Handlungen vollführen.

Aber wer hätte gedacht, dass der Hype schon Ende 2010 abflauen würde? Und es geht noch immer steil bergab: Seit Oktober 2017 nahm der Traffic des Video-Chat-Dienstes gemäss Website-Analysen-Page «Alexa» um 40,7 Prozent ab.

Was hat sich verändert?

Wir fragen uns deshalb, wer heute eigentlich noch auf Chatroulette herumtummelt. Um das herauszufinden verbringen wir einen ganzen Tag auf dem Video-Chat-Dienst. Eins vorweg: Es gibt immer noch Penisse dort. Grosse, kleine, karottenförmige, schlappe, haarige. Wir begegnen in den ersten zwei Stunden 20 mehr oder weniger steifen Gliedern. Die meisten konfrontieren uns schon von Beginn an mit ihrem Pimmel, ab und an fragen uns Männer, ob wir «ihn» sehen wollen – Konsens und so, yay!

Es gibt kaum Frauen auf dem Portal – wir begegnen nur drei Ladys. Die klicken uns aber auch sofort weg und haben kein Interesse sich mit uns zu unterhalten. Wir nehmen an, dass sie sich aus denselben Gründen dort befinden, wie die Männer: Kostenloses Masturbationsmaterial. Und mit Frauen wollen sie es eben nicht tun.

Eigentlich alles beim Alten, bis auf die nun fehlende Funktion miteinander schreiben zu können. Nun wird man wirklich dazu gezwungen zu reden. Das konnten wir manchmal sogar wirklich tun. Beispielsweise mit Daniel aus Frankreich. Er habe vor drei Jahren seine Frau verloren und nachdem er seinen Sohn in die Schule abliefert, verbringe er gerne Zeit auf dem Chat-Portal – nur um sich mit Menschen auszutauschen. Wir treffen auch einen Inder, der als Peter Pan verkleidet seine Zeit dort totschlägt. Er arbeite eigentlich als Reiseleiter in Indien, verbringe aber sechs Monate in Lissabon, weil er hier Theater spiele. Deswegen die Verkleidung.

Schaut lieber echte Pornos

Nach acht Jahren Chatroulette stellen wir fest, dass die Page noch immer von wichsenden Menschen gebraucht wird. Vermutlich sind es noch die gleichen wie 2009. Aber jetzt mal ehrlich: Wer besucht heute noch freiwillig diese Seite? Wir finden, dass es bessere Arten gibt sexy zu sein. Unser Vorschlag: Zieht euch einen guten Porno rein. Und falls ihr doch mal wieder drauf wollt: Feel free. Auf eigene Gefahr.


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21 Kommentare

Abartig vor 7 Monate
Die einzigen, die mal wieder zu viel gewichst haben, sind doch wohl eindeutig die Autoren von dieser Seite hier!
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ist doch geil vor 7 Monate
also ich würde den ein oder anderen schon f****
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Selina vor 7 Monate
Warum die Schwänze zensieren? Ist etwas ganz Natürliches! Und ich dachte, deswegen nutzt man solche Angebote? Die einen sehen dazu noch echt gross aus und nicht so Schweizer MiniPic-Durchschnitt. Lecker. Ausser der behaarte, der ist einfach ekelhaft.
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Antwort von Sandy vor 7 Monate
Selina,Ich liebe Penisse vor allem wenn auf den Hoden zwei Plaster sind.(Steri Boys sind super im Bett).Gruss Sandy
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