Unterwäsche-Spot von Student geht viral

Homoerotik, Prügeleien, grosse Emotionen – das Netz liebt die unautorisierte Calvin-Klein-Werbung eines Filmstudenten.

Üblicherweise beziehen Grossunternehmen nicht gerne Stellung. Natürlich gibts Ausnahmen, beispielsweise die Nike-Kampagne mit Colin Kaepernick oder als Coca Cola rund um den letzten Weltkrieg umständlichst versuchte, mit den Nazis auf Gutfreund zu machen. Aber üblicherweise getrauen sich Grosskonzerne in ihrem Marketing nicht Mal, die kleinsten Zugeständnisse zu machen.

Eugen Merher, ein 27-jähriger Student an der Filmakademie in Ludwigsburg, schuf nun einen Spot, der nicht nur diese Grenze überschreitet, sondern auch zwei Menschen zeigt, die ihre persönlichen Grenzen überschreiten: «Zwei Menschen verlieben sich in der denkbar unwahrscheinlichsten Situation: Während des Kampfes gegeneinander», sagt Merher. 

Unter der Wäsche

Der Werbespot für Calvin Klein – der ohne Absprache mit dem Unternehmen als studentische Arbeit produziert wurde – spielt in einem Internat und soll die Magie des ersten Kusses einfangen. Die Unterwäsche soll dabei symbolisieren, was unter der Oberfläche steckt: Die wahren Gefühle zweier Streithähne füreinander. 

Dass es sich dabei um zwei Männer handelt, stehe nicht im Zentrum. «Von Anfang an ging es einfach nur um eine Liebeserklärung zwischen zwei Menschen», sagt Merher. «Dass es zwei Jungs geworden sind, ist sozusagen nur ein dramaturgisches Mittel, um die Überwindung, sich zu berühren, zu steigern.»

Viele Emotionen

Das Ziel sei es gewesen, einen Film zu machen, bei dem selbst (versteckt) homophobe Menschen den Kuss zwischen zwei Jungs nicht als befremdlich wahrnehmen. «Theoretisch hätte der Film auch zu anderen Marken passen können», sagt Merher. «Aber Calvin Klein war für uns von Anfang an eine international bekannte, ikonische Marke, bei welcher wir uns wünschen, dass sie so ein Statement vertritt.»

Das ist Merher und seinem Team wohl gelungen. Eben so wie ein früherer Spot für Adidas steckt auch der Calvin-Klein-Spot voller Emotion und starken Bildern. Rund drei Monate mit 70-Stunden-Wochen seien dafür draufgegangen, sagt Merher. Dass es nicht realistisch ist, dass ein grosses Unternehmen einen studentischen Werbespot aufkauft, sei ihm dabei egal. «Ich würde zur Studienzeit auch nicht unbedingt Filme drehen, die den Kunden gefallen müssen», sagt er. «Ich will – solange es geht – die Freiheit geniessen, Filme drehen zu können, die von Herzen kommen.»


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8 Kommentare

K. Ritiker vor 3 Monate
Naja, kein Meisterwerk. Und die underwear war auch kaum ersichtlich. Das hätte man besser machen können.
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Andres H. vor 3 Monate
Dieser Spot war der absolute Wahnsinn. Auch filmisch genial umgestzt.
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Beeindruckt vor 3 Monate
Hammer spot. Sofort einstellen
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sepp vor 3 Monate
Das will und tue ich ( m )nicht anschauen. Ekelt mich.
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