«Betrunkene Briten machen am meisten Probleme»

Ein preisgekrönter Fotograf machte betrunkene Briten zu seiner Leidenschaft. Während seiner Reisen in Europas Party-Destinationen dokumentierte er die düstere Seite seines versoffenen Volkes.

Über jede Nation gibt es ein Ferien-Klischee: Die Deutschen besetzen bereits frühmorgens den halben Strand mit Handtüchern, Asiaten fotografieren jeden Quatsch und die Briten holen sich Sonnenbrand und sind ständig besoffen.

Peter Dench wurde schon mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet und reist regelmässig für grosse Medienhäuser und Unternehmen rund um die Welt. Am liebsten lichtet er aber Briten ab, die dank billigem Fusel auf den Strassen herumliegen. So entstanden bereits drei Fotobücher. Für sein jüngstes Werk, «The British Abroad», dokumentierte er die beliebtesten Party-Destinationen seiner Landsleute – von Ibiza und Malle über Bulgarien bis Ayia Napa. Wir haben mit ihm über die britische Ferien- und Trinkkultur gesprochen.

Meine Jugendfreunde verbrachten damals eine Woche in Ayia Napa. Auf ihren Bildern sahen sie ähnlich kaputt aus wie die Briten, die du fotografierst. Sind deine Landsleute wirklich schlimmer als wir Schweizer?
Ich weiss aus zuverlässigen Quellen, vor allem von Security-Angestellten aus allen Party-Ressorts Europas, dass die Briten am meisten Probleme verursachen. Trotzdem ist Grossbritannien meine Heimat und meine Leidenschaft – deshalb versuche ich, sie zu verstehen.

Was ist denn so speziell an der britischen Ferien- und Saufkultur? Warum habt ihr so einen üblen Ruf?
Schwer zu sagen. Die Briten haben eine lange Geschichte von Gewalt im Ausland – von der Armee bis zu Fussball-Hooligans. Wir sind eine Krieger-Nation und weil wir auf einer Insel leben, lernen wir vielleicht weniger Respekt vor Nachbarn. Alkohol ist ausserdem tief in unserer Vergangenheit verankert und auch heute noch suchen viele das Glück am Boden einer Flasche.

Was hat sich in den Party-Destinationen verändert, seit du zum ersten Mal da warst?
Nicht viel. Zum ersten Mal besuchte ich Magaluf 1986 mit 14. Als ich 2013 wieder da war, hiessen die Drinks zwar anders aber sonst war alles noch beim Alten.

Bei uns sind trinkfördernde Aktionen wie die Happy Hour verboten. Würde das auch an den Orten, die du dokumentierst, helfen?
Ach, solche Versuche gibt es immer wieder. Meist geht es mehr um den symbolischen Effekt als die tatsächliche Umsetzung. Solche Gesetze führen dann eine Weile lang zu mehr Bussen oder die Touristen bleiben eine Zeit lang aus. Nach einer Weile geht die Party aber weiter.

Was war das schlimmste, das du gesehen hast?
Gewisse Dinge veröffentliche ich gar nicht, weil die Leute auf den Fotos zuhause wichtige Jobs haben. Besonders übel sind Menschen, die sich Arme und Beine aufschlitzen, weil sie Fenster einschlagen wollen und dann die Wunden schlecht versorgen. Die traurigsten Orte, die ich fotografiert habe, waren aber die Balkone, von denen Betrunkene in den Tod gestürzt sind.

Die heutigen Teenager trinken weniger. Eine Theorie besagt, dass es an den sozialen Medien liegt: Man könnte überall betrunken fotografiert werden und in einer Insta-Story landen.
Ja, diese Entwicklung gibt es auch in England. Die jungen Briten wollen nicht mehr saufen sondern lieber bewusst leben. Sie wählen auch ihre Urlaubsziele anders aus. Millennials, oder wie auch immer man sie nennen möchte, suchen in den Ferien gesundheitliche und ästhetische Bereicherung – nicht mehr ein paar verschwommene Erinnerungen und Geschlechtskrankheiten. Die Leute sind wegen ihrer Online-Präsenz vorsichtiger geworden.

Das Nachwort deines Fotobands klingt sehr düster – du beschreibst die zahlreichen Todesfälle von betrunkenen Briten im Urlaub. Wie fühlst du dich jeweils, wenn du von diesen Party-Destinationen zurückkommst?
Ich fühle mich meist depressiv aber dann reiss ich mich zusammen, ziehe meine Party-Hosen an und begebe mich raus in die Welt auf die Suche nach Bier und einem Lächeln – wie ein anständiger Brite.

Mehr Fotos und die Bücher von Peter Dench findest du hier.


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50 Kommentare

Zombie vor 4 Monate
Hmmm?? England, ja? Wenn ich das Wort England höre oder lese dann kommen mir seit immer 4 Sachen im Kopf : Alfred Hitchcock, Charlie Chaplin, Stanley Laurel und Mr. Bean, nur so als Info!! Wenn ich Deutschland höre, dann kommen mir ebenfalls 4 Sachen in den Sinn : Meine Dame, Ihre Zwitschis, Nonstop Nonsens und Terence Hill, nur so als Info!!! Zu behaupten das alllleeeeee Engländern die grössten übelsten Säufer seien ist doch der Witz des Jahres hehehe 😃!!! Er behauptet ja mit der Aussprache " Die Briten " damit meint er einfach alllleee Briten, dann die weitere Aussprache " Die Deutschen " lacchhh wieder meint er alllleeee Deutschen, kann es sein dass der gute Fotografo hier beim Interview selber vorher noch ein paar Gläsern gekippt hatte und nicht mehr genau auf seiner Aussprache darauf geachtet hatte hehehe 😃 ??? Meine Damen und Herren, man darf niemals vergessen das Manche Leute in JEEDDEEESS LAND JEDDEER NATION auf der ganzen Welt seit immer gesoffen haben und weiterhin saufen und des nicht nur in den Ferien aber zu behaupten das Engländern alles Alkies und schlimme Säufern sind, ist gemein und unverantwortlich!! Der Mann hat offenbar nie gewusst das Züri beim Platspitz einst Mal in den 80igern als eine der grössten Drogenplätze galt und dort hunderte von Drogen und Alkoholabhängigen mitten auf den Strassen liegend und sitzend waren und nach damaliger Statistik starben genausoviele junge Leute an Alkoholvergiftungen wie die Drogensüchtigen, denn Alkohol und Drogen sind dasselbe, der Unterschied ist nur Der, das Alk immernoch frei legal ist!! Was ist mir der jährlichen Strittparade? Da reisen über eine Million Menschen da in der kleinen Stadt Züri und die meisten davon benehmen sich an diesem nur EINEN Tag schlimmer als jede Nation der Welt, nach der Parade findet man bergenweise Kot, Kotze, Pisse, Sperma, Menstruationsblut, Scherben, Spritzen, Alkflaschen, Kleidern etc auf den Strassen und in den Medien steht dann meistens geschrieben, das die Sanitätern hier kaum Arbeit hatten, weil sich alle wunderbar herzig benommen hätten, ja sicher, auf jeden Fall lacchhhhh 😃 😃!!! Ja natürlich, die Säufern in der Schweiz waren seit immer total anständige, total heilige und sogar noch wundervollbringende Menschen, natürlich, denn in der Schweiz herrschte ja seit immer totale brüderliche Liebe, 500 Jahre Demokratie und Frieden und was haben Sie davon? Feldschössli und Hürlimann, Adieu Peterli, have a nice Day 😃 😃 😃!!!!!!!! Besten Dank für euren Humor, euer antialkmann Zombie!!!!!
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Antwort von Yann vor 4 Monate
Was bist du denn für einer?
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Jaype vor 4 Monate
Wenn ein Gast sein Zimmer verlässt kommt Das Zimmermädchen wenn ein Engländer sein Zimmer verlässt kommt der Zimmermann. Dieser Spruch wird Theo Gerlach (Seaside Hotels) zugesprochen. Er hatte in den 80ern vor, spezielle Hotels für Engländer(er sagte das immer sehr bewusst) zu bauen. Diese sollten nach dem Vorbild deutscher Autobahn Toiletten gestaltet werden. Nur Edelstahl, alles verschweißt mit dem Hochdruck Reiniger zu säubern. Es wurde ihm nicht genehmigt.
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Die Deutsche vor 4 Monate
Ja, habe ich auch einmal so erlebt auf Santorini, Greece in 1995. Noch nie so Bezrunkene gesehrn wie diese zwei Briten. Schweizer saufen nur zuhause so erbärmlich (Junggesellenabschied & Fasnacht), im Ausland scheinen sie sich zu benehmen...
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