Startup schuldet Berghain-Türsteher über 17‘100 Franken

Schwedische Gameentwickler veröffentlichten ein satirisches Kartenspiel namens «Bergnein». Der Berliner Kult-Club findet das gar nicht witzig.

Der Techno-Club Berghain in Berlin geniesst schon seit Ewigkeiten den Ruf als bester Club Europas. Er ist vor allem für seinen Darkroom und seine strikten Einlassregeln des berühmtberüchtigten Türstehers und Szenenkönigs Sven Marquardt bekannt.

Das schwedische Game-Unternehmen «Beware of Ninja» nutzte diesen Fakt, um ein Kartenspiel für alle Partygänger herauszubringen, die bisher an der knallharten Türsteherpolitik des Berliner Clubs gescheitert sind: «Berghain Ze Game», das später aus rechtlichen Gründen in «Bergnein» umbenannt wurde. Fans unterstützten die Firma anfangs 2017 über eine Kickstarter-Kampagne, dank der das satirische Kartenspiel schliesslich realisiert werden konnte.

15‘000 Euro Schadenersatz

Der neueste Zeitvertreib von Techno-Anbetern hat aber nicht nur Fans, sondern auch Gegner hervorgebracht. Und zwar den Türsteher höchstpersönlich. Sven Marquardt verklagte das Startup auf Schadenersatz. Der Streitpunkt: Das Unternehmen hätte Marquardts Bild ohne seine Erlaubnis verwendet.

Die kreativen Köpfe Alexander Kandiloros und Joakim Bergkvist von «Beware of Ninja» verloren vor Gericht. Um Schadenersatz zu leisten, mussten die beiden Schweden ihr Game umtaufen und schulden dem Türsteher des Kult-Clubs nun umgerechnet über 17‘100 Franken Entschädigung. Der schwedischen Fernsehgesellschaft «SVT» erzählen die Entwickler: «Es ist so extrem, dass wir sogar verpflichtet werden, alle Kopien zu vernichten, die wir von unseren satirischen, durch Pressefreiheit geschützten Werken übrig haben».

Sven Marquardt versteht also null Spass – aber das wussten wir schon, oder?  


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19 Kommentare

Gameentwickler vor 28 Tagen
Ganz richtig das Urteil. Als Game Entwickler sollten diese eigentlich Bescheid wissen über das Urhebergesetz.
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Seraina vor 29 Tagen
Die versuchen sich hinter Satire zu verstecken und berufen sich auf Pressefreiheit, wenn sie ein Spiel veröffentlichen? Die sind voll peinlich. Dafür sollte man die Strafe gleich mal verdoppeln. Sie wollten mit der Bekanntheit einer Persönlichkeit Geld verdienen ohne diese dafür zu entschädigen oder überhaupt zu fragen. Die Dreistigkeit heutzutage kennt kaum Grenzen und die peinlichen Ausreden auch nicht.
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cmon vor 30 Tagen
ich frage mich welches bild? was man da sieht ist ja nur eine karikatur von ihm, die auch nur entfernte ähnlichkeit mit ihm hat...
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Shithain vor 30 Tagen
Berghain ist was für casuals oder fäkalfains
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