Achtung, Avocados sind nicht vegan!

Schlechte Nachrichten für Millennials: Avocados, Melonen, Mandeln oder Kiwis sind – strikt gesehen – nicht vegan.

Die Avocado ist die Trend-Frucht schlechthin. Heute importiert die Schweiz doppelt so viele Avocados wie vor sieben Jahren. Grund dafür ist weder ein gewachsenes Gesundheitsbewusstsein, noch eine spezifische Vorliebe der Millennials, sondern – wie bei diversen Trends – eine gross angelegte Marketingkampagne. Die «World Avocado Organization», ein Lobby-Verband für die mexikanische Frucht, steckt seit Jahren alleine in Europa Millionen in die Werbung.

Gerade bei Veganern und Vegetariern sind Avocados beliebt. Ein veganer Brunch ohne Avocadotoast? Undenkbar. Wie ein Clip aus der britischen Comedy-Quizsendung «QI», der derzeit viral geht, darlegt, ist die hippe Frucht durchaus mit Tierleid verbunden.

Gigantische Bienentransporte

Um den weltweiten Heisshunger nach Avocados stillen zu können, werden die botanisch als Beeren eingeordneten Früchte häufig auf gross angelegten Farmen produziert. Wie wir aus dem Aufklärungsunterricht wissen, müssen Avocado-Bäume bestäubt werden. Und dafür werden beinahe ausschliesslich Bienen verwendet.

Das Bienensterben sollte uns allen mittlerweile ein Begriff sein. Entsprechend ist es schwierig, genügend Insekten für die gigantischen Plantagen aufzutreiben. Die Lösung: Bienen werden im grossen Stil quer durch die Anbauländer gekarrt, befruchten eine Woche lang Mandelblüten und werden die nächste Woche hunderte Kilometer weit transportiert, um auf einer Avocado-Plantage zu arbeiten. Dabei sterben sie nicht nur durch den Transport, sondern auch durch Pestizide, mangelhafte Ersatznahrung und diverse Krankheiten.

Ist das heuchlerisch?

Das heisst: Mit deinem sehr instatauglichen Avocadotoast und deiner Mandelmilch förderst du das Bienensterben – ausser du bekommst es tatsächlich hin, fair produzierte Avocados einzukaufen. Aber das ist ziemlich schwierig und mit viel Eigenrecherche verbunden.

Bevor sich hier nun die Fleischesser über heuchlerische Veganer witzig machen: Ein Ernährungsplan ist nicht schwarz oder weiss. Ebenso wie Vegaterier teilweise auch Fisch essen, so gibts Veganer, die nicht auf Honig verzichten und Veganer, die sich Gummibärchen mit tierischer Gelatine einverleiben. Oder Menschen, die nur Schweizer Fleisch essen und dadurch ihr Gewissen beruhigen, obwohl Gesetzesbrüche bei Schlachthöfen oder Viehtransporten hierzulande leider keine Seltenheit sind.

Komplett korrekt

Wenn man sich dem Bienenproblem im Zusammenhang mit Avocados oder Mandeln bewusst wird, kann das immerhin dazu führen, dass man sich nochmals Gedanken darüber macht, was man sich in den Mund steckt. Sich durch und durch ethisch korrekt zu ernähren, ist eh beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ab und an auf eine Avocado, ein Steak oder ein Spiegelei zu verzichten, wird deine Lebensqualität kaum vermindern.


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231 Kommentare

Buddha vor 27 Tagen
Wenn der Mensch an die Natur angepasst leben würde, wie das zu Zeiten der Höhlenbewohner noch der Fall war, dann wären er Bestandteil des Ökosystems. Aus diesem ist er längst ausgestiegen und lebt in einem Universum, das fernab von Vernunft ist. Parasitär vermehrt sich der Mensch und benutzt die Natur als Basis für den Wohlstand. Zurück zu den Höhlenbewohnern. Diese dürften kaum je ein gesundes Tier erwischt haben. Wenn, dann war es ein Lottogewinn. Vielmehr haben sie wie andere Jäger vorwiegend schwache, verletzte oder kranke Tiere erwischt. Damit haben sie einen Beitrag zur Selektion starker Nachfahren geleistet. Heute werden gesunde Tiere (wenn man mal von den Hormonen, Antibiotika usw. absieht) in Hinrichtungslagern massenermordet. Danach liegt das Fleisch in den Regalen, wo Herr und Frau Schweizer keinen Bezug mehr zum Ursprungsprodukt haben. Sie wissen gar nichts über das Tier, sondern haben ein Steak, Plätzli oder eine Wurst auf dem Teller. Bitte, hört auf, euch zu vermehren. Der Mensch ist des Lebens nicht würdig. Die einzige Rettung für ein natürliches Ökosystem ist, wenn der Mensch verschwindet. Und zwar bevor er alles zerstört hat. Es gibt noch ganz wenig intakte Natur. Die könnte sich regenerieren. Aber bald ist es zu spät.
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Antwort von Ekeltoni vor 26 Tagen
Belehr uns nicht, köile😎!!!
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Antwort von faulerapfel vor 20 Tagen
dann fang doch mit dir an...
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Iriana vor 27 Tagen
Vegetarier essen kein Fisch, dann sind sie genau gesehen eben keine Vegetarier. Und Veganer essen kein Honig, sonst sind sie eben keine Veganer!
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