Kack-Bandit verbreitet Angst und Schrecken

Die zweite Staffel der preisgekrönten Mockumentary «American Vandal» übertrifft alle Erwartungen. Noch nie haben sich satirische Sozialkritik und Fäkalhumor so perfekt ergänzt.

Die brillante erste Staffel von «American Vandal» im vergangenen Jahr hat nicht nur Publikum und Kritiker hellauf begeistert. Das satirische Meisterwerk im Stil der gehypten «True Crime»-Dokumentationen gewann einen prestigeträchtigen Peabody-Award und versuchte gleichzeitig, eine der drängendsten Fragen unserer Zeit zu beantworten: «Wer hat all die Schwänze an Wände und Autos gesprayt?»

Fäkaler Privatschul-Terror

Wie keine Serie zuvor versteht das Netflix-Original, wie junge Menschen heute kommunizieren und integriert neue Medien, das Internet, Live-Streams und Smartphones in die urkomische und gleichzeitig auf eine fast schon unheimliche Weise spannende Story. Und das ohne mahnend, altbacken oder übertrieben auf jugendlich getrimmt daherzukommen.

Die zweite Staffel, seit knapp einer Woche weltweit über den Streaming-Dienst abrufbar, folgt einer ähnlichen Prämisse wie ihre Vorgängerin. Anstatt mysteriöse Penis-Sprayer an einer öffentlichen Schule zu suchen, sind die Protagonisten diesmal dem gefürchteten «Kack-Banditen» auf der Spur. Ein anonymer Rächer, der mit fäkalen Streichen eine reiche, katholische Privatschule terrorisiert.

Sorgfältig kuratiertes Doppelleben

Während die Ermittlungen gegen den unbekannten Vandalen und seine ekelhaften bis gefährlichen Aktionen gegen Lehrkörper und Mitschüler voranschreiten, entpuppt sich die Mockumentary auf einer Metaebene fast als eine Art Milieustudie über die – für Aussenstehende vielleicht sogar bizarr wirkende – Welt westlicher Teenager.

Es geht auch um eine ganze Generation, die quasi doppelt existiert – als Individuen im echten Leben, sowie als sorgfältig kuratierte Versionen ihrer selbst im Internet. Die Suche nach dem Kack-Banditen ist ein Kommentar über ungesunde Gruppendynamiken und die Isolation, die durch das Social-Media-Drama geschaffen werden kann.

Mehr als nur besessene Monster

«American Vandal» portraitiert die meistexponierte Generation von Teenagern aller Zeiten und die neue Staffel greift mehr über die Auswirkungen dieser Exposition auf als jede andere TV-Serie bisher.

Trotz absurden und doch (leider) richtig guten Fäkalhumors beweist sich die Produktion als scharfer Kommentar zur heutigen Jugendkultur, gibt jungen Menschen eine Stimme und zeigt, dass sie mehr sind als nur von Selfies, Likes und Insta-Fame besessene Monster.


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6 Kommentare

joh johni vor 1 Monat
Also ich habe noch nie so einen schwarzen humor Trailer gesehen. 😃)))
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... vor 1 Monat
erinnert stark an bobs burgers
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Drehdichnichtum vor 1 Monat
Okey, habs zur Kenntnis genommen, nächstes Thema...
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Antwort von vor 30 Tagen
Zum kotzen die Menschheit
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