So viel Nacktheit, so viele Probleme

Ein britischer Fotograf liefert sich seit Monaten einen erbitterten Kampf mit Insta und Facebook. Seine kunstvollen Nacktfotos fallen immer wieder der Zensur zum Opfer. In einem offenen Brief teilt er nun seine Sicht mit.

Wer entscheidet eigentlich, was «angemessen» ist und was nicht? Doppelstandards und Einschränkungen zwängen uns in eine Richtung, die wir als allgemein gültig hinnehmen, ohne sie gross zu hinterfragen. Dass dieses Verhalten an sich in vielen Fällen ziemlich widersprüchlich sein kann, scheint kaum jemanden gross zu interessieren.

Der britische Fotograf AdeY kämpft gegen eben diese Widersprüche und scheinbar willkürliche Zensur an. Frei nach dem Grundsatz «Wir reden immer über Sex – aber nackte Körper schockieren uns» kreiert der Künstler aufwendig choreografierte Aktbilder, die den menschlichen Körper in all seiner Blüte zeigen, ohne explizit sexuell zu wirken.

Sexismus ist okay, Nippel nicht

Die sozialen Netzwerke – allen voran Facebook und Instagram – auf denen AdeY seine Fotos postet, scheinen von den kunstvoll inszenierten Werken abgestossener zu sein, als von blutigen Gewaltdarstellungen, Waffen und rassistischen, homophoben und sexistischen Postings

Während seine Facebook-Fanpage mittlerweile endgültig vom Netz genommen wurde, befindet sich der Fotograf in einer bizarren Debatte mit Instagram. Alleine seit 10. Mai 2018 wurde das Profil des Kreativen, auf dem ihm mehr als 81'000 Fans folgen, viermal deaktiviert und wieder aufgeschaltet.

Im Namen aller Künstlerinnen

In einem offenen Brief, den AdeY auf seiner Webseite veröffentlichte, wendet er sich «im Namen aller Künstlerinnen und Künstler, die zensiert, beeinträchtigt oder gar gelöscht wurden, nur weil sie mit ihren Werken provozieren und den Betrachter herausfordern» an Instagram.

«Wenn ihr von Instagram ein Bild oder einen ganzen Account löscht, dann begründet ihr das damit, die Plattform sicher halten zu wollen. Das grosse Problem damit, alle künstlerischen Formen von Nacktheit zu zensieren, ist, dass es den Anschein erweckt, Nacktheit und Sex wären gleichzusetzen», schreibt er weiter.

Frauen sind keine Objekte

Dieser Ansatz würde nur weiter dazu beitragen, weibliche Körper als Objekte zu sehen, Frauen im Allgemeinen zu sexualisieren und in weiterer Folge als potentielle Missbrauchsopfer zu sehen. Instagram sei dennoch auch weiterhin eine grossartige Möglichkeit, sich mit Menschen auszutauschen.

Eine offizielle Antwort von Insta auf seinen Brief erhielt AdeY bis zum heutigen Tag noch nicht. Sein – davor noch deaktivierter – Account wurde jedoch kommentarlos wieder aktiviert.


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58 Kommentare

Drehdichnichtum vor 2 Monate
Solche Kunst macht man mit analogen Kameras. Diese Bilder sind zu billig, zu einfach, ein paar gute Ansätze mehr nicht. Darum wundert es mich auch nicht dass der "Künstler" sich mit F..book und Insta anlegt anstatt sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Wer schnelles Geld will soll in eine Fabrik arbeiten gehen.
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Bearli vor 2 Monate
Jeder Mensch ob 18 oder ni ht klickt ja an. Wer kontrolliert das schon. Total unötig
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Antwort von K. vor 2 Monate
So sichern Sie sich aber ab gesetzlich belangt zu werden.
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Chüge vor 2 Monate
Die Künstler erhält nicht genügend Aufmerksamkeit. Deshalb dieser Beitrag.
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