16-jährige Schweizerin hält Krankheit auf Insta fest

Arta braucht wegen ihrer Erbkrankheit eine neue Lunge. Statt sich davon unterkriegen zu lassen, postet die Baslerin fleissig Instagram-Fotos – und inspiriert damit Tausende.

Auf Instagram gibt sich Arta wie jedes andere 16-jährige Mädchen: Sie geniesst ihr junges Leben, trifft Freunde und experimentiert mit Snapchat-Filtern. Der einzige, aber doch markante Unterschied: Ihr Sauerstoffschlauch, den sie Tag und Nacht braucht. Die junge Baslerin leidet an zystischer Fibrose, einer Erbkrankheit, die zur Verschleimung von Organen führt und durch Infekte die Lungenfunktion beeinträchtigt, und wartet seit sieben Monaten auf eine neue Lunge.

«Wegen der therapeutischen Betreuung bin ich oft im Spital», erzählt uns Arta. Zur Schule gehen liegt da nicht mehr drin, schliesslich zwinge sie ihre Krankheit alle zwei bis drei Wochen für mehrere Tage ins Spital. «Wenn es mir gut geht, kann ich draussen spazieren und shoppen gehen. Das mag ich», sagt sie. Dennoch ist Arta ziemlich eingeschränkt und kann nicht leben, wie die meisten anderen Gleichaltrigen.

«Es kann alles auf mich zukommen»

Runterziehen lässt sie sich davon aber nicht und zeigt der Krankheit lieber bestmöglich den Stinkefinger. «Im letzten Jahr hat sich mein Zustand drastisch verschlechtert. Es war ein Kampf für mich, doch er hat mich auch stärker gemacht», erzählt die Baslerin. Hätte sie letztes Jahr nicht so schlimm gelitten, hätte sie alle tollen Menschen nicht kennengelernt, die ihr jetzt so viel Unterstützung bieten. Seien dies nun Krankenschwestern, Internetpersönlichkeiten oder andere, die an der gleichen Krankheit leiden.

Heute findet sie: «Es kann alles auf mich zukommen, solang es mich nicht umbringt, macht es mich schliesslich stärker.» Es ist zwar hart, aber da müsse sie jetzt halt «durebisse». Ihre Familie, Freunde und die mittlerweile über 17’000 Instagram-Follower, die sie in nur einem Monat um sich geschart hat, helfen ihr dabei.

Viel Selbstbewusstsein und Lebensfreude

Eine Freundin habe sie dazu überredet, den Account zu starten: «Ich hatte eigentlich nicht vor in die Öffentlichkeit zu treten». Dass schliesslich aber so viele Menschen an ihrer Geschichte teilhaben möchten, hätte sie nicht gedacht. «Das ist Wahnsinn», findet Arta.

«Es geht mir mit meiner Social-Media-Präsenz nicht um den Fame, sondern darum, den Menschen zu zeigen, dass Organspende sehr wichtig ist – für alle», erzählt sie uns. Ihr Ziel sei es, dass sich ihre Freunde und ihre Online-Gemeinschaft mit dem Thema auseinandersetzen. «Darüber nachzudenken und sich dafür oder dagegen zu entscheiden rettet Leben. Vielleicht nicht meines, aber das von anderen».

Das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude des angehenden Instagram-Sternchens sind bewundernswert. Und so erwachsen waren wir mit 16 definitiv nicht.


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65 Kommentare

Simone vor 3 Monate
Hi, ich bin auch so wie Marta. Habe auch CF und Diabetes. Bin oft unterwegs mit mein Mann haben uns ein Auto gekauft. Ein port habe ich zum zweiten mal aber ich bin froh den zu haben. Mich kriegt nix unter gehe regelmäßig zur kg und zum Chor singen. Bin mit mein Leben ganz zufrieden.
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Ursula Marti vor 3 Monate
Viel Mut, Kraft und vor allem Glück wünsche ich dir grosse Kämpferin. Drücke dir ganz fest die 🤞 Daumen!!
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Meggie vor 3 Monate
Hut ab kleine! Ich versuch zwar mit meiner Krankeit auch klar zu kommen aber manchmal ists verdammt schwer!!!! Alles Gute von Herzen!!
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Unbekannt vor 3 Monate
wuahhhh einfach gänsehaut puur, so eine junge frau und noch so eine starke frau respekt! Dieser bericht bringt mich stark zum nachdenken das ich mein Leben ändern muss... aufhören mit dem rauchen!!!!!! und organspenden damit so leute wie Arta nicht mehr leiden müssen damit sie ein schönes leben geniessen können...
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