Das blutige Handwerk eines Maskenbildners

Wir haben einem der wenigen aktiven Schweizer Skulpteure und Maskenbildner im Horror-Bereich einen Besuch abgestattet, um einen Einblick in seine Grusel-Monster-Welt zu erhaschen.

Halloween. Einer, der sich besonders über die wohl schaurigste Nacht des Jahres freut, ist Alessandro C. aus Zürich. Was die meisten Normalsterblichen zum Anlass nehmen, in freudigem Schrecken aufzugehen und sich mal so richtig zu gruseln, ist für den 42-jährigen Skulpteur tägliches Business.

Schon beim Betreten der kleinen Wohnung, die Alessandro C. alias Zombie gleichzeitig als Werkstatt dient, grinsen uns schaurige Masken frech entgegen. Seit fast zwei Jahren gehört der Horror-Fan zu unseren eifrigsten Kommentatoren und bereichert unsere Kommentarspalte regelmässig mit Anekdoten aus seinem turbulenten Alltag.

Monströse Leidenschaft aus Kindheitstagen

Seine selbstgemachten Monster- und Horrormasken sehen auf Bildern ja schon mal ganz eindrücklich aus. Wir wollten aber sichergehen, dass Zombie nicht nur ziemlich viel Zeit dafür aufwendet, unsere Artikel online mit anregenden Tipps und schlauen Weisheiten zu ergänzen, sondern auch tatsächlich im realen Leben ganz schön was auf dem Kasten hat.

Seit er in frühen Kindheitstagen Boris Karloff als Frankensteins Monster gesehen hat, ist Alessandros Faszination für Film- und Theaterkunst – und hier vor allem für Masken, Make-up und blutige Spezialeffekte – nicht abgeklungen. Schon bald begann er damit, sich selbst das Handwerk beizubringen. Mithilfe von Büchern und der Unterstützung seiner Mentorin, der Inhaberin des kultigen (heute leider nicht mehr geöffneten) Maskenladens «Tansini» in der Zürcher Innenstadt.

Professionalität und Geheimrezepte

Voller Stolz präsentiert uns der gelernte Filmtechniker und Cutter eine beeindruckende Sammlung von Materialien, die vor allem von Maskenbildnern und Skulpteuren an Film- und Theatersets zum Einsatz kommen. Auch unser Zombie verwendet nur das professionellste und teuerste Zeug für seine Leidenschaft.

Um eine Maske fertigzustellen, braucht Alessandro C. eigenen Angaben nach in etwa vier Tage Zeit und Material im Wert von rund 800 Franken. Dazu gehören neben Ton, Gips, Latex und Pinseln auch eine ganze Menge an speziellen Farben für Special Effects und eine streng geheime, selbst entwickelte Mischung für täuschend echtes Kunstblut.

Einzelstücke und Massanfertigungen

Reich wird Zombie mit seinem Handwerk allerdings nicht: Statt seine Leidenschaft zu kommerzialisieren, möchte er so exklusiv wie möglich bleiben. Er sei zwar offen für Auftragsarbeiten und personalisierte Einzelanfertigungen, an Grosshändler verkaufe er jedoch aus Prinzip nichts. «Ich mache das alles vor allem für mich selbst, weil ich es liebe, mit meinen Händen etwas zu kreieren. Jedes Teil ist ein Einzelstück und es steckt sehr viel von mir in jeder einzelnen Maske», erklärt er stolz.

Wir wünschen unserem Lieblingskommentator alles Gute und weiterhin viel Freude an seiner gruseligen Arbeit!
 


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62 Kommentare

Fredi vor 3 Tagen
Dein Engagement und Herzblut ist sehr eindrücklich und deine Masken sind super gruselig.
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Antwort von Zombie vor 3 Tagen
Hey Fredi, vielen lieben Dank für dein Gruss, sehr grosszügig von dir! Ich wünsche dir eine gute Zeit und alles Beste!!
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Leibundgut vor 10 Tagen
Mann Mann Mann, da liegen ja Materialien und Pinsel herum - du bräuchtest eigentlich ein Atelier für deine Arbeiten 😃 Wirklich extrem beeindruckend, was du da treibst. Da steckt eine Menge Talent und Liebe dahinter. Ich wünsche dir weiterhin viele kreative Ideen, gichtfreie Hände und immer mal ein paar zahlungskräftige Kunden. Auch wenn wir wohl nicht viel für dein Hobby im Leibundgut anbieten können: Schön, zählst du zu unseren Kunden!
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Antwort von Zombie vor 10 Tagen
OHA das ist aber eine Ueberraschung, vielen lieben Dank für deinen Beitrag!!! Aber meine gute Madame, wie kommst du denn jemals darauf das dein Laden Leibundgut kaum was für mich hätte? Ihr habt doch die besten Styroporköpfe und eine Anzahl an alle möglichen Farben und ich bin total gern bei euch im Laden, weil ich immerwieder etwas entdecke, wo ich brauchen kann!! Deine Bedienung und Die deiner Mitarbeiterinnen sind total kreativ und viel von Bedeutung, weil Ihr manchmal mit Tipps kommt, wo absolut bemerkenswert sind, dass nenne ich freundlich, korrekt und professionell!!! Leibundgut zählt zu den ältesten und besten Bastelläden der Stadt Zürich und darauf bin ich stolz und bedanke mich ganz herzlich, dass es dich / euch gibt, auf bald wieder, Dankeschön!!!
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