Die neuen Youtube-Stars sprechen Mundart

Schweizerdeutsch ist auf Youtube angesagter denn je: Iris Reeves, AskSwitzerland, Hipster Gnogg und Eileen Fischer erobern die Videoplattform.

Youtube-Videos auf Schweizerdeutsch war eine Nische – bis jetzt. Die grössten Schweizer Youtuber zählen mittlerweile tausende Fans und haben Ambitionen, Stars zu werden.

5000 Abonnenten in einem Jahr

AskSwitzerland ist die grösste Mundart-Erfolgsgeschichte: Der 18-jährige Lionel startete seinen Kanal über Schweizer Politik und Nachrichten vor genau einem Jahr und zählt nun fast 5000 Abonnenten. «Ich habe lange nach jemandem gesucht, der das macht, was ich mache», sagt der Basler Gymi-Schüler 20 Minuten Tilllate.

Lionel erklärt sich seinen Erfolg vor allem damit, dass er seine Videos auf Schweizerdeutsch moderiert: «Mit Mundart bist du in jedem Bereich einer der Ersten. Wir sind praktisch Youtube-Pioniere.» Bislang hofften nämlich die meisten Schweizer Youtuber mit Englisch oder Deutsch auf eine grössere Zuschauerschafft.

Die Bielerin Iris Reeves beweist jedoch, dass man auch mit Schweizerdeutsch Youtube-Star werden kann. Mit fast 12'000 Abonnenten und 500'000 Videoaufrufen ist sie die grösste Mundart-Youtuberin. «Auf der Strasse erkennen mich regelmässig Fans», sagt die 18-Jährige.

Authentischer und sympathischer als Hochdeutsch

Iris produziert auf einem zweiten Kanal auch englische Videos, fühlt sich aber mit Mundart wohler. «So komme ich einfach natürlicher und sympathischer rüber», sagt die Bielerin. Eileen Fischer (1200 Abonnenten) stellte auch vor acht Monaten von Hochdeutsch auf Mundart um: «Ich war nicht so authentisch und mein Hochdeutsch einfach schlecht.»

Nik und Morris vom Comedy-Kanal Hipster Gnogg sehen das ähnlich: «Man kann viel spontaner sein und schräge Outtakes im Video lassen», sagt Nik. Doch nicht nur die Sprache selbst hätte einen Vorteil. Mittlerweile hat sich eine richtige schweizerdeutsche Youtuber-Szene entwickelt.

«Wir sind im letzten Jahr immer mehr in Kontakt mit anderen Youtubern gekommen», sagt der 15-Jährige. Die Berner mit 1700 Abonnenten tauschen sich mit anderen Youtubern aus und featuren sich gegenseitig in Videos.

«Es ist fast wie ein Freundeskreis», sagt Iris. Es gebe eine Whatsapp-Gruppe und einen Facebook-Chat, in dem jeder Schweizer Youtuber aufgenommen wird. «Da wir noch nicht so viele sind, können wir uns gut gegenseitig unterstützen.»

Es geht nicht ums Geld

Doch es könnten bald ganz viele werden. Der Trend geht ganz klar Richtung Mundart: «Es nervt fast, dass so viele jetzt plötzlich auch auf Schweizdeutsch Videos machen», sagt Eileen. Die Jungs von Hipstergnogg und Lionel von AskSwitzerland sehen aber auch sehr viel Potenzial und könnten sich vorstellen, dass sich noch Berühmtheiten aus der Szene hervortun.

Goldgräberstimmung herrscht aber keineswegs. Iris Reeves kann als einzige mit Anzeigen vor und Sponsoren in ihren Videos Geld verdienen. «Damit kann ich einfach meinen Lehrlingslohn aufbessern», sagt die 18-Jährige. Doch für keinen steht das im Vordergrund. Lionel sagt stellvertretend: «Für mich ist es einfach ein Hobby.»


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124 Kommentare

Hans vor 2 Jahre
Mister73C isch beschte schwiizer Youtuber
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Antwort
krank geile sache !! vor 2 Jahre
IWANA
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N.Widmer vor 2 Jahre
wooow meh über di personne bitte !!!
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Laura.L vor 2 Jahre
Mega nice bitte meh über d'schwizer YouTuber !!!
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