Wir sind viel schlauer als unsere Eltern

Trotz Herausforderungen sind wir mit Lebensklugheit, Offenheit und Selbstbewusstsein weiter entwickelt, als jede Generation vor uns. Eine internationale Umfrage bestätigt das.

So gut informiert wie keine Generation vor uns, haben wir heute 16-bis 24-Jährigen ziemlich genaue Vorstellungen davon, was in der Welt vor sich geht, welche Anforderungen Schule, Arbeit und Sozialleben an uns stellen. Für Illusionen und unrealistische Träume bleibt da wenig Raum. Gleichzeitig bieten sich uns so viele Möglichkeiten und Wege zur Selbstfindung, dass die (manchmal gar nicht unbegründete) Angst davor, etwas zu verpassen, ständig präsent ist.

Der Medienkonzern Viacom (MTV) hat in einer grossangelegten Studie junge Menschen rund um die Welt zu Wort kommen lassen und sie gebeten, ihre ganz persönlichen Wünsche, Ängste, Hoffnungen in Worte zu fassen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Heute jung zu sein, ist nicht einfach. Zwar müssen sich die wenigsten von uns kilometerlangen täglichen Wanderungen zum nächstgelegenen Schulgebäude stellen. Aber Fortschritt bedeutet nicht automatisch Seelenfrieden.

Lieb dich selbst und du liebst die Welt

93 Prozent aller Befragten sehen in ihrer Jugend eine grosse Herausforderung. Durch den medialen Overkill sind wir schon in jungen Jahren schneller und besser über das internationale Weltgeschehen informiert, als es den Vorgängergenerationen möglich gewesen ist. Gerade mal 21 Prozent von uns gelingt es, die täglich auf uns einprasselnden Negativschlagzeilen aus Politik und Wirtschaft oder Meldungen über Terror, Krieg und Not auszublenden. Auch die unzähligen direkten Vergleiche mit geschöntem Luxus-Lifestyle, wie Instagram-Stars ihn uns vorleben, ist nicht immer positiv für unser Selbstwertgefühl.

Das Bewusstsein, dass Social Media selten die objektive Realität abzubilden vermag, ist zwar klar, doch der Entzug oder die Wahrung einer gesunden Distanz fällt ausgesprochen schwer. 53 Prozent der 7000 teilnehmenden Jugendlichen empfinden eine Regelrechte Hassliebe zu sozialen Medien. Trotz der allgegenwärtigen Vergleichsmöglichkeiten mit vermeintlich perfekten Hochglanzleben ist für die große Mehrheit (96 Prozent!) der Befragten Selbstakzeptanz ungemein wichtig. Und diese beinhaltet nicht nur die Liebe zu sich selbst, seinen Macken und seinem Körper – sondern auch den toleranten Umgang mit Andersdenkenden und –lebenden.

Wir sind unseren Eltern weit voraus

Mit dem Bekenntnis zu Selbstakzeptanz, Toleranz und Diversität gelangt unsere Generation bereits sehr früh zu einer wichtigen Erkenntnis, für die unsere Eltern weit mehr Reife erlangen mussten: «Leben und leben lassen», lautet das Credo. Wir sind in Sachen Lebensklugheit den Älteren weit voraus. 63 Prozent der Befragten fühlen sich darum von Menschen inspiriert, die nichts auf überholte Vorstellungen von Geschlecht, Rasse oder Religion geben.

Wir haben gelernt, unserem Herzen zu folgen – nicht nur dem Verstand. Es fällt uns leichter, bereits eingeschlagene Wege zu verlassen, Neuanfänge zu wagen und zwischen verschiedenen Lebensstrategien zu wechseln. Wir sind eine Jugend im Wandel und drauf und dran, die Welt für immer zu verändern.


 


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32 Kommentare

Dä Jesus vor 5 Monate
Wissen bedeutet verstehen und nicht, Wortgetreu, Wikipedia und Nachrichtenartikel auf abruf vortragen. Obwohl letsteres der Politik lieber ist, als wirklich denkende und verstehende Leute. Ich kann auch ein russisches Gedicht auswendig lernen aber kein Wort verstehen, von dem was ich virgetragen habe.
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Jeanclaude vor 5 Monate
da wurde wohl nur bei Rot/Grün, Soziologiestudenten und Veganern umgefragt
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Lisa vor 5 Monate
Da brauche ich keine Umfrage dafür. Das nennt sich schlichtweg Evolution. Amseln fliegen höher als in den 80er Jahren. Weil sie keine Lust mehr hatten laufend gegen Autos zu knallen. Geparden rennen schneller als vor 30 Jahren, denn die Gazellen sind auch schneller geworden, weil sie vom Geparden nicht mehr gefressen werden wollten. Das ist einfach nur logische und biologische Evolution.
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Frank vor 5 Monate
Da verwechselt jemand Information mit Wissen. Wie oft muss ich erleben das Jugendliche bei x welchen Themen wie dressierte Äffchen Wikipedia zitieren. Diese Worthülsen als Wissen akzeptieren. Aber keinerlei Verständnis für Zusammenhänge haben. Glaubt von mir aus, das euer Handy und Internet Zugang euch zu etwas Besserem als eure Eltern macht. Ich empfinde diesen Artikel als geistige Bankrott Erklärung...
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