Beauty-Queen schminkt sich Hautkrankheit

Das Internet ist stinksauer auf eine Drag-Künstlerin, die eine Pigmentstörung zum Schminktrend machen wollte.

Beauty-Blogger und Drag-Queen Golgi Apparatus spielt mit Schönheits- und Geschlechternormen und beeindruckt mit unkonventionellen Stylings und Make-up-Konzepten. Grüner Nasenrotz, comicartige Glubschaugen, Monobraue und Ramen-Nudel-Frisuren gehören zum Repertoire der Künstlerin, die sich selbst als «biologische Teilzeit-Frau an der Kreuzung zwischen Glamour und Obszönität» beschreibt.

Hautkrankheiten sind kein Trend

Dass der Grat zwischen Exzentrik und Anstand ein schmaler ist, durfte die Instagrammerin jetzt am eigenen Leib erfahren. Ihr letztes Beauty-Posting zeigte Golgi mit weissen Flecken an den Schläfen- und Mundpartien, die ziemlich genau dem Muster der Pigmentflecken entsprechen, die dem Supermodel Winnie Harlow ihren unverwechselbaren Look geben.

Das Problemchen an der Sache: Harlow leidet unter Vitiligo, einer nicht ansteckenden, aber chronischen Hautkrankheit. Natürlich liessen bestenfalls verwunderte, wenn nicht sogar wütende Kommentare nicht lange auf sich warten. Userin Lil Esha twitterte einen Screenshot (des inzwischen gelöschten) Make-up-Fotos und fasste den Grundtenor an Reaktionen der Netzgemeinde ganz ganz passend zusammen:



Fast 40'000 Likes und 20'000 Re-Tweets bekam ihre Aussage, die übersetzt etwa so viel bedeutet wie: «Schau, was wir hier nicht wollen, ist es, Hautkrankheiten nachzustellen und sie zu einem Make-up-Trend zu machen.»

Golgi Apparatus selbst löschte das Bild kurz nach Veröffentlichung und dem massiven Shitstorm, der in den Kommentaren über sie und ihre Arbeit hinwegfegte. In einem Statement-Posting entschuldigte sich die Künstlerin zwar bei allen Leuten, die sie mit ihrem unglücklich gewählten Styling beleidigt oder verletzt habe, hatte aber auch eine (eher wacklige) Erklärung für den Look:

Die Schminke soll von einem Bild der Drag-Queen Valentina inspiriert worden sein, auf dem sie graue Streifen auf der Haut trägt. Auf gar keinen Fall habe sie die Krankheit Vitiligo im Sinn gehabt. «Ich gebe zu, dass ich die Sache von Anfang an ein bisschen klarer hätte darstellen können – aber wir lernen alle von unseren Fehlern», schreibt Golgi. «Am Ende des Tages ist niemand vor Kontroversen immun und wir können daran wachsen.»

 



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22 Kommentare

ThnlytrPtrl vor 24 Tagen
gegenüber wahren Betroffenen dieser Krankheit Vitiligo (wie zum Beispiel Winnie Harlow oder auch Michael Jackson) ziemlich geschmackslos
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vor 24 Tagen
Interessiert keinen
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Brainless Idiot with internet vor 25 Tagen
Seit wann ist das Internet sauer ? Dachte , das!!!! Internet ist somit eine Sache und Sachen können sich nicht aufregen. Eher , dass ein paar gelangweilte Teenager sich künstlich über etwas aufregen , von dem Sie nur die Hälfte verstehen und davon wiederum nur einen viertel verarbeiten können. Ich lerne immer wieder dazu.
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Antwort von Ekeltoni vor 24 Tagen
Ähem, deine Argumentation scheint auf den ersten Blick schlüssig, hält aber genauerer Betrachtung nicht stand, da sich mit der Struktur des Argumentes auch Sachverhalte "beweisen" lassen, die aufgrund besseren Wissens auf Grundlage von alltäglichen Beobachtungen als unwahr gelten müssen. So ist beispielsweise "das Kind" auch sächlich, jedoch können sich Kinder sehr wohl aufregen, wie die umittelbaren Beobachtungen aus dem Alltag beweisen. Dessen ungeachtet teile ich ihre Ansicht, wonach die Enervierung über obiges Thema künstlich und darüber hinaus eine Angelegenheit pubertärer Jugendlicher sei.
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