Arschtreten mit «Hello Kitty»-Instrumenten

Drei Franzosen rocken Kultsongs mit Kinderspielzeug. Das Netz liebt sie dafür.

Dank Grossfabriken in Asien ist es heute ziemlich einfach, sich wie ein richtiger Rockstar zu fühlen – zumindest was die Ausrüstung angeht. Während man früher selbst für das günstigste Mikrofon ziemlich tief in die Tasche greifen musste, kann heute jeder und jede easy mit dem Handy oder einem Billigkeyboard coole Mucke produzieren. Die Gorillaz etwa produzierten ihr Album «The Fall» nur mit dem iPad. Und Smartphone-DJs sind heute so häufig wie Chart-Hits von Ed Sheeran.

«Blowmaster» und «Speedfinger»

Der definitive Beweis, dass du eigentlich nur Talent und Übung und keine Luxusgitarren oder Vintage-Keyboards brauchst, um halbwegs okaye Musik zu machen, heisst «The Wackids», stammt aus Frankreich und trägt Sonnenbrillen, die sich üblicherweise nur besoffene Open-Air-Gänger auf die Nase klemmen. 

Die drei Dudes mit den Künstlernamen «Bongostar», «Blowmaster» und «Speedfinger» (das könnten eigentlich auch Porno-Pseudonyme sein) spielen nämlich Kultsongs mit Kinderinstrumenten. Ein «Spiderman»- oder «Hello Kitty»-Schlagzeug, eine Art Saxofon mit «Pacman»-Fresse oder Gitarren, die wie eine Keksdose klingen und auch nicht viel grösser sind – die Instrumente der Franzosen könnt ihr im Spielzeugladen für ganz wenig Sackgeld kaufen.

Revoluzzer mit Spiderman-Schlagzeug

Und wenn man statt riesigen Boxentürmen nur ein paar Gitarren in Hobbit-Grösse mitschleppt, fällt das Tourleben natürlich um einiges einfacher aus. Deswegen veröffentlichen «The Wackids» ihre Performances nicht nur auf Youtube, sondern sind auch häufig live zu sehen. Bisher spielen sie meistens aber nur in Frankreich und nur vor einer Menge johlender Kids, die aus unerfindlichen Gründen all die Klassiker von Queen oder AC/DC kennen, obwohl sie zu den Songs hätten gezeugt werden können. 

Dank ihrem jüngsten Video könnte sich das aber bald ändern. Das «Wackids»-Cover des «Rage Against the Machine»-Klassikers «Killing in The Name» staubte in nur zwei Tagen über 700'000 Views auf Youtube ab und wird hart gefeiert. Kein Wunder, denn der Revoluzzer-Track über Polizeibrutalität und Rassismus tritt auf Kinderinstrumenten gespielt genau so hart Arsch, wie wenn er aus Boomboxen an einer Antifa-Demo dröhnt. 

 


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3 Kommentare

gulp vor 14 Tagen
der abspann 😀
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tobi vor 15 Tagen
autsch, ist das mies....
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lari fari vor 15 Tagen
und jetzt? musik mit trashigen instrumenten gibt es schon lange
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