Tausende Menschen senden ihre Kacke an Forscher

In New York startet bald eine wissenschaftliche Studie, die jedes Science-Fiction-Buch in den Schatten stellt: Die Teilnehmer müssen sich 20 Jahre lang überwachen lassen und intimste Lebensdetails preisgeben.

Zwanzig Jahre lang erfahren Wissenschaftler absolut alles über dich: Wofür du dein Geld ausgibst, wen du nachts um eins anrufst, welche Bakterien sich in deinem Kackhaufen befinden und wie lange du auf einschlägigen Pornoseiten durchs Netz surfst. Was abgedrehter klingt als die Handlung der meisten Sci-Fi-Filme, wird für rund 10'000 New Yorker bald zur Realität – sie willigten ein, an einer riesigen wissenschaftlichen Studie teilzunehmen, die sich «The Human Project» nennt.

Die Studie wurde von Forschern der amerikanischen Non-Profit-Wissenschaftsstiftung «Kavli» ins Leben gerufen und startet noch im Herbst dieses Jahres. Die beteiligten Testpersonen müssen dann regelmässig Fragebögen ausfüllen, ihre Scheisse ins Labor senden, alle Einkäufe über eine App tätigen und viele weitere intime Details ihres Lebens offenbaren, die man sonst nicht unbedingt preisgeben würde. Wer jetzt denkt, dass die gläsernen Menschen wenigstens angemessen für ihren Aufwand entschädigt werden, der irrt: Gerade mal 500 Dollar versprechen die Forscher den Teilnehmerinnen und Teilnehmern – und zwar für die gesamte Zeitspanne der Studie. Nicht pro Monat.

Die grossen Fragen des Lebens

Mithilfe der umfassenden Studie wollen die Wissenschaftler unter anderem herausfinden und verstehen, wie Krankheiten entstehen, wie wir Entscheidungen treffen, warum manche Menschen mit dem Rauchen anfangen oder wie der Wohnort über die Karriere entscheidet. Es geht also um die grossen Fragen des Lebens und darum, komplexere Antworten geben zu können als nur «Zucker führt zu Diabetes». Um diese Rückschlüsse ziehen zu können, braucht es allerdings massig genetische Daten – rund 250 Gigabyte an Daten sollen pro Jahr und Teilnehmer zusammengetragen werden. Also etwa so viel, wie auf die Festplatte eines Computers passen.

Um sicherzustellen, dass die abgespacte Studie so divers wie nur möglich ist, suchen die Forscher die Haushalte und Teilnehmer selbst aus. Die Auserwählten erhalten dann einen Brief nach Hause und wenn sie Bock haben beim Projekt mitzumachen, werden sie sofort registriert. Dann geht’s auch schon los mit dem Datensammeln: Gehaltschecks, Blut- und Urinproben, Kreditkartendaten, Intelligenztests, aber auch soziale Kontakte und Schulkarrieren sollen laut Website des Projekts untersucht werden.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Bei so vielen sensiblen Informationen fragt man sich natürlich, wo der Datenschutz bleibt. Kann da denn nichts schiefgehen? Nein, denn die Initiatoren von «Kavi» arbeiten eng mit grossen Universitäten zusammen. Die gesammelten Daten sollen dort in einem Hochsicherheitstrakt geschützt werden, wie sie auf ihrer Website schreiben. Nur ein paar Forscher haben – nach einem aufwendigen Sicherheitscheck und dem Passieren einer Schleuse – Zutritt dazu. Laptops und USB-Sticks müssen aber draussen bleiben.

Wer sich auf den Studienbericht bereits wie auf den nächsten Science-Fiction-Bestseller freut, muss seine Hummeln im Arsch noch ein bisschen aushalten: Erste Ergebnisse und Antworten dürfen wir erst ab 2020 erwarten. 


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5 Kommentare

SJW Radar vor 2 Monate
Die Aktion würde schneller gehen wenn Tilllate eine Annahmestelle machen würde.
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Claire Blanc vor 2 Monate
Die Menschheit wird immer blöder. Leistet der totalen Ueberwachung noch Vorschub.
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Platon vor 2 Monate
Na super, das wird dann dazu genutzt um das perfekte VirtualReality OpenWorld game zu schaffen, bei dem du dich nie wider aus deinem Sofa erheben willst, weil der online shop direkt ins Game integriert ist. Da muss man ja wissen woran die Gamer leiden könnten oder welche Entscheidungsmöglichkeiten man ihnen anbiten muss damit sie die Trugbilder der künstliche Welt akzeptieren Ultimatives zubehör Magensonde , kathetert und Fäkalienabsaug vorrichtung.
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Terry vor 2 Monate
Würd ich nie machen. Da kann man ja gleich chippen. Völlig daneben!
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