Übergewicht und Tattoos sind Job-Killer

Um einen Job zu finden, musst du am besten schlank sein und dein Aussehen sollte der Norm entsprechen. Auf dieses Resultat kam eine Studie, die sich der Diskriminierung bei der Anstellung angenommen hat.

«So wirst du es bei der Jobsuche nicht einfach haben»: Das hörst du von deinen Liebsten immer wieder, solltest du dich für ein Piercing oder Tattoo entscheiden. So nervig das auch sein mag, deine Familie scheint recht zu haben.

Das belegt zumindest eine Studie, die von der Internationalen Arbeitsorganisation in Auftrag gegeben wurde. «Ein Stil oder Körperbau ‹ausserhalb der Norm› bringt einen bedeutenden Nachteil bei einer Bewerbung», heisst es darin. Tattoos, eine sonderliche Frisur oder Piercings zusammen mit Übergewicht sind die häufigsten Faktoren für eine Diskriminierung.

Nicht alle verstossen dich

Die Studie wurde in Frankreich mit 998 Stellensuchenden zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt. Ihre Resultate können aber auch auf die Schweiz übertragen werden. Jean-Michel Bonvin, Professor der Sozialpolitik an der Universität Genf erklärt: «Die Vorurteile und die Klischees unterscheiden sich in den beiden Ländern kaum. Hingegen gibt es gewisse Berufsgruppen, die eher zur Diskriminierung neigen. »

So sollten Bewerber, die eine Karriere in der Kommunikation planen, ihre Haut möglichst farblos lassen. Der Soziologie-Experte betont wiederum, dass solche Auffälligkeiten von einem jungen Arbeitgeber eher akzeptiert werden. Die älteren seien «sensibler was untypische Looks» angeht.

Ungeliebte Kilos bei der Bewerbung

Dass Tattoos immer noch nicht willkommen sind, darüber lässt sich streiten. Wieso aber wird einer übergewichtigen Person der Rücken zugekehrt? «Man könnte sie als jemanden mit mangelnder Energie wahrnehmen. Eine schlanke Person vermittelt dieses negative Klischee nicht», sagt Jean-Michel Bonvin.

Für die Frauen ist das Ganze noch komplizierter. Gemäss der Studie reichen bei ihnen schon ein paar Kilos, um diskriminiert zu werden. «Die Normen sind genderspezifisch. Die Erwartungen sind unter den Geschlechtern verschieden. Von einer Angestellten wird beispielsweise verlangt, dass sie verständnisvoll, freundlich und gut angezogen ist», erzählt der Experte weiter. Andere Hürden für die Frauen: Weil sie schwanger werden könnten, haben sie einen Nachteil gegenüber männlichen Kandidaten.


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194 Kommentare

Namenlos vor 1 Jahr
Ich bin Übergewicht und habe Tattoos (Hals, Arm, Hand/Finger) und Piercings (Nase/Ohr) im sichtbaren Bereich. Ich arbeite im Krankenhaus mit täglichem Patientenkontakt. Es stört niemanden, eher sind sie begeistert und lenken sich mit Gesprächen darüber von ihrer Krankheit ab. Zu verdanken hab ich den Job 1 Person die sich gegen viele andere mit der altmodischen Einstellung durchgesetzt hat. Die Leistung und das Auftreten zählt 😉
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Personalerin vor 2 Jahre
Man kann sich ja an einer Stelle tätowieren die man bei der Arbeit nicht sieht. Ich habe eins am unteren Ende des Nackens, sieht man nur wenn ich ein Trägershirt trage, was man ja sowieso nicht sollte bei der Arbeit..
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Antwort von Wale vor 2 Jahre
Kein Trägershirt bei der Arbeit, warum eigentlich nicht? Jedenfalls mir gefällt es, als Kunde, so bedient zu werden.
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michelle saraa vor 2 Jahre
@roland Hast du den keine tattoowierten oder übergewichtigen kunden? Was tust du den mit diesen? Sollte man gleich behandeln, nicht wahr?
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