Wer sich geritzt hat, kriegt von ihm ein Cover-up

Ein junger irischer Tätowierer sticht seinen Kunden über Narben, die sie sich selbst zugefügt haben. Und zwar völlig gratis.

Ganz egal, ob sie aus Zeiten pubertierenden Leichtsinns oder schweren Augenblicken im Leben stammen – Selbstverletzungsnarben verfolgen die Betroffenen oft lange danach. Um ebendiesen Menschen auszuhelfen, verpasst Ryan Kelly ihnen Farbe über die Wunden. Und zwar völlig gratis.

Der 25-jährige Tätowierer aus Dublin kämpfte in seiner Jugend selbst mit psychischen Problemen und lädt einmal pro Woche eine oder einen Auserwählten zu sich ins Tattoo-Studio ein, um die Spuren vergangener Tiefpunkte zu überdecken.

Ein Tattoo ist der kleinere Tabubruch

Inspiriert wurde Kelly von seinem Freund. Der sagte einem Job ab, weil er bei der Arbeit kurzärmlige T-Shirts tragen sollte, die seine vernarbten Unterarme nicht verdeckten. «Völlig idiotisch», muss sich der Tätowierer wohl gedacht haben und verpasste dem Jobsuchenden ein Motiv über die Schnitte. Statt Narben ziert jetzt ein etwas anderer Körperschmuck den Arm.

«Seine Einstellung hat sich nach dem Tattoo zum Positiven gewendet», erzählt der 25-Jährige dem britischen Onlineportal «The Sun» über sein erstes Versuchskaninchen. Als er dann sah, wie sehr dem Kumpel das Cover-up geholfen hat, gründete Kelly das Projekt «Scars Behind Beauty».

Unzählige Menschen wollen ihre Narben loswerden

«Ich wusste anfangs nicht, ob sich überhaupt jemand dafür interessiert», sagt der Tattoo-Künstler. Doch die Nachfrage war riesig, denn er bekam in kurzer Zeit Unmengen an Nachrichten von Menschen, die sich auch unter die Nadel legen wollen, um die Narben gegen Farben auszutauschen. Eigentlich nicht verwunderlich, der Ire bietet seine Dienste schliesslich völlig gratis an.

Sein Projekt, das er mit Beteiligung von anderen Tattoo-Künstlern ausweiten will, scheint das perfekte Mittel zu sein, um das Thema «geistige Gesundheit» in den öffentlichen Fokus zu stellen. «Ich wollte durch meine Tattoos auf psychische Probleme machen, wusste aber nicht wie», erzählt Kelly dem Onlineportal «Unilad». Mit zahlreichen Auftritten in Radioshows und dem irischen Fernsehen hat er sein Ziel nun wohl erreicht.


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50 Kommentare

Feli vor 3 Monate
Find ich eine sehr schöne Idee, cool. Finds toll, gibt er Menschen die Möglichkeit mit den sichtbaren Narben der Vergangenheit abzuschliessen zu können. Hat viel Symbolcharakter.
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A~ vor 3 Monate
Ich habe selbst Narben (zum Glück nicht ganz so offensichtlich) und finde die Idee super. Ich selbst würde es aber nicht machen da die Narben ein Teil von mir sind und sie mich daran erinnern wie ich nie wieder leben will.
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Manche Menschen ohne Hirn vor 3 Monate
Die ganzen Negativen Kommentare erschrecken mich zimlich.. Ich bin selbst nicht betroffen habe mich auch nie geritzt aber eine sehr gute Freundin von mir leidet darunter. Diese Krankheit wünsche ich keinem! Die Leute können nichts dafür ist eine Krankheit wie Depressionen auch und da kann man auch nichts dafür! Da sieht man nur wie paar Menschen einem runterstufen wegen einer Krankheit.. Und echt respekt an den Tättowierer! geile Idee
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Antwort von Rick Sanchez vor 3 Monate
@manche Menschen ohne Hirn: Tillate ist schon lange ein sammelbecken für Trolle und frustrierte Vollidioten. Da muss man sich über gar nichts wundern.
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