Wohin mit dem Arschgeweih?

Dein Tribal am Oberarm beschämt dich? «Laura 4-ever» ist wohl doch nicht mehr aktuell? Entweder du hast Humor und stempelst deine Tattoo-Fails als Jugendsünde ab. Oder du gehst zur Laser-Behandlung. Ist allerdings ziemlich teuer und schmerzhaft.

Das Infinity-Sign ist das neue Arschgeweih. Vielleicht gepaart mit einem Dalai-Lama-Zitat oder einer Zeile aus dem aktuellen Lieblingssong. Damit bloss kein Zweifel über Langweiligkeit, Peinlichkeit und Mangel an Persönlichkeit des Tätowierten erhaben bleibt.  

Individualität wird zur weichgespülten Massenware

Während man Tribals und Steissbeinverzierungen noch als unbeholfene Versuche der Rebellion gegen das Establishment sehen und mit einem charmant-ironischen Schmunzeln als Jugendsünden abtun kann, die durch den Trash-Faktor fast schon wieder an Style gewinnen, sieht es bei den ganzen «deepen» Basic-Bitch-Hipster-Tumblr-Motiven von heute ganz anders aus.

Hier löst nicht etwa ein übler Trend den anderen ab, hier wird mit der «Es ist eben hip. Wenns nicht mehr gefällt, kann ichs ja wegmachen lassen»-Attitüde ein neues Kulturphänomen geschaffen. Was lange Zeit als Statement für die Ewigkeit galt, fällt wie so vieles dem rasanten Zeitenwandel zum Opfer. Aufgeweicht und weichgespült wird Individualität zur Massenware.

Gesellschaftsfähigkeit führt zu Leichtfertigkeit

Hat man keinen Bock mehr, kommt eben der Laser zum Einsatz. Mit dieser Einstellung gehen viele von uns ins Tattoo-Studio. Ist es aber wirklich so einfach? Wir haben mal bei Herrn Dr. Christian Köhler nachgefragt. Er ist plastischer und ästhetischer Chirurg in Zürich und hat sich unter anderem auf Tattoo-Entfernung spezialisiert.

«Tatsächlich ist es so, dass der Entschluss, sich tätowieren zu lassen, heute schneller und leichtfertiger getroffen wird. Tattoos sind schlicht gesellschaftsfähiger geworden.» Trotzdem wachse das Removal-Business stetig. Man könne mittlerweile zu 99 Prozent auch grossflächige Motive vollständig entfernen. Viele seiner Klienten möchten jedoch nur eine Teilentfernung, zum Beispiel für ein Cover-Up.

Wer tattoofrei sein will, muss finanziell bluten

Ganz schmerzfrei läuft so eine Behandlung auch nicht ab. Obwohl die Technik sehr ausgereift und dadurch der Schmerzfaktor viel geringer ist, als noch vor einigen Jahren, «tut es sicherlich in verschiedener Hinsicht weh. Sowohl körperlich, als auch finanziell.» Kein Wunder, bei bis zu 1'500 Franken pro Sitzung und drei bis acht Sitzungen pro Tattoo. Da muss man schon ein bisschen für das Verschwindenlassen der Jugendsünden bluten.

Zudem käme man natürlich auch um gewisse Risiken wie Infektionen, Entzündungen und Vernarbungen nicht herum. Die Wahrscheinlichkeit sei zwar sehr klein, trotzdem sei es nicht ausgeschlossen, dass das Endergebnis nicht unbedingt dem Wunschtraum einer reinen, farb- und narbenfreien Haut entspricht.

Man sieht: Ganz so einfach, wie man sich das vorstellt, ist es eben doch nicht. Überlegt euch also alles gut, bevor ihr euch Tinte unter die Haut stechen lasst.

Die Kollegen von 20 Minuten waren zu Besuch beim Tattoo-Doktor Andreas Humm.


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77 Kommentare

Zombie vor 1 Jahr
Es ist schon lustig, dass viele junge Leute die Behaarung total unhygienisch finden aber gleichzeitig Tattos mögen. Tattos sind ja vollkommen ungefährlich für die Haut, nicht wahr? Sie sind absolut antibakteriell richtig? Und Sie sind nur eine wahrhafte Bereicherung für unsere Menschenhaut, jawohl meine Guten, so ist es absolut. Mein grösstes Kompliement geht an die Tattostechern selber, Sie sind Künstlern dass muss man denen lassen ja aber Sie sind weitaus noch richtige Gehirnspezialisten, für Geld, waschen Sie jedes Gehirn Ihrer Kunden und reden denen ein, dass 'Tattos tatsächlich für die Haut gesund seien, Sie sind der Meinung, dass das was die Hautärzte sagen nur Angstmacherei sei, weil Sie danach arbeitslos werden können, ganz klar. Andererseits möchte ich alle Tattoträgern aufmuntern und sagen das ich an mir selber mochte und mag ich Tattos seit immer............aber nur die abwaschbaren. Alle anderen Leuten können selbstverständlich tun und lassen was Sie auch immer wollen, wenn Sie Freude an Tattos haben, warum nicht? Es ist denen Ihren Körper und wenn Sie damit zufrieden sind, dann bin ich das für Sie auch, wie ich schon einmal sagte, es soll doch jeder / e so leben wie es Ihr passt. Aber wie gesagt an mir selber mag ich das absolut nicht. Danke für Eure Aufmerksamkeit!
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Frau vor 1 Jahr
Arschgeweihe zeigen etwas über den Charakter der Trägerinnen: 0815, machen wahllos jeden Trend mit und sind nichts Besonderes. Ich habe auch Tattoos, aber besondere.
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Antwort von Kk vor 1 Jahr
8jgfjbcxg So bin jetzt auch speziell
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Igel vor 1 Jahr
Gratis ist wenn man kein Tatoo hat.
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