Bist du auf der Suche nach Geld für dein Studium?

Ein Studium kann viel kosten – nicht nur wegen den überteuerten Büchern. Wir erklären dir, wie du mit Hilfe des Staates oder Stiftungen das notwendige Geld dafür auftreibst.

Wenn du in der Schweiz studieren willst, kostet dich das rund 2000 Franken im Monat: Semestergebühren, Essen, Handyrechnung und dicke Wälzer, die dein Prof, der sie selbst geschrieben hat, dir für einen «Freundschaftspreis» von 70 Franken pro Exemplar vertickt. Das Klischee des armen Studenten, der auf Ramen-Basis den Studienalltag meistert, ist (leider) eine Realität.

Vier von fünf Studierenden erhalten finanzielle Unterstützung von den Eltern, die bis zum Abschluss deiner Erstausbildung rechtlich zur Unterstützung verpflichtet sind. Drei Viertel versuchen mit Nebenjobs die Kosten für die Ausbildung zu stemmen. Wenn du mit dem Kellnern kaum Kohle verdienst und deine Eltern auch nicht gerade wohlhabend sind, springen Staat und private Stiftungen in die Bresche. Da der Weg zur finanziellen Unterstützung aber mit dem Wälzen von Verordnungen und einer unendlich langen Liste von möglichen Geldgebern gespickt ist, bieten wir euch hier einen kleinen Reiseführer durch den Stipendiendschungel.

1. Wer vergibt Stipendien?

Grundsätzlich können dir drei verschiedene Instanzen helfen, das Loch in der Kasse zu stopfen: Der Staat, private Stiftungen und einzelne Hochschulen selbst. Seitens des Staates ist üblicherweise die kantonale Stelle am Wohnort deiner Eltern für die Stipendien zuständig.

2. Wie erhalte ich Stipendien vom Kanton?

Ganz im Sinne der Schweizer Kantönli-Tradition lässt sich diese Frage nicht in einem Satz beantworten. Grob kannst du davon ausgehen, dass du Stipendien beantragen kannst, wenn deine Ausgaben für Studium und Überleben deine Einnahmen und die möglichen Elternbeiträge überschreiten. Ist ja irgendwie logisch, oder? Aber selbst wenn euer Geld nur knapp reicht, besteht eine Chance auf einen Beitrag. Mit dem Schweizer Durchschnitt gerechnet heisst das also: Wenn du weniger als grob 1500 Franken monatlich zur Verfügung hast (für alle Ausgaben inklusive Semestergebühren, Abos etc), könntest du ein Anrecht auf Stipendien haben.

Eine erste Abschätzung liefern Stipendienrechner. Luzern, Zürich, Zug, Aargau, Basel-Landschaft oder Graubünden bieten beispielsweise Tools an, um herauszufinden, ob du stipendienberechtigt bist. Bietet dein Kanton keinen Stipendienrechner an, kannst du mit einem fremden Rechner mal eine erste grobe Abklärung treffen.

Des Weiteren pflegen verschiedene Kantone (beispielsweise Zürich und Aargau) beratende Stellen für Stipendiensuche, die dir unter die Arme greifen können.

3. Was mache ich, wenn mich der Kanton nicht unterstützen will?

Die nächstbeste Adresse für deine Anfragen sind wahrscheinlich private Stiftungen. Grundsätzlich gibt es in der Schweiz Stiftungen für alle: Für Alleinerziehende, Waisen, Behinderte… Das heisst einerseits: Die Chance, jemanden zu finden, der dir unter die Arme greift, ist gegeben.

Im Schweizer Stiftungsdschungel die Übersicht zu behalten, ist aber ziemlich kompliziert. Wenn du dich nicht durch die staatliche Liste an Stiftungen klicken willst (sie ist ewig!), hilft dir beispielsweise das Portal stipendium.ch. Für einen Betrag von 78 Franken liefert dir die Page eine exakte Liste aller Stiftungen, die dich zumindest potentiell unterstützen könnten.

4. Wie beantrage ich Stipendien?

Wenn du realistische Aussicht auf Stipendien hast, gehts jetzt ans Gesuch. Falls du schon Mal an einer Steuererklärung verzweifelt bist, musst du jetzt kurz tief durchatmen. Aber keine Sorge: Ganz so schlimm wirds nicht. Aber reservier dir trotzdem Mal einen ganzen Nachmittag und leg dir deinen Lebenslauf, deinen (AHV-)Ausweis, die Studienbestätigung und die Steuererklärungen von dir und deinen Eltern bereit.

Je nach Institution kann die Beantwortung eines Gesuches einige Monate in Anspruch nehmen. Wenn du also fürs Herbstsemester bereits Geld brauchst, ist jetzt der perfekte Moment um damit zu beginnen.

5. An wen kann ich mich sonst wenden?

Einzelne Gemeinden gewähren selbstständig Stipendien oder leisten Beiträge an hohe Lehrmittelkosten. Des Weiteren besitzen gewisse Universitäten und Hochschulen (beispielsweise die Uni Zürich und die ETH Zürich) eigene Stipendienfonds, für die sich Studierende bewerben können.

Eine weitere Möglichkeit bieten Darlehen. Die Kantone und einige Hochschulen besitzen für Erstausbildungen spezifische Darlehenskassen. Von Darlehen privater Investoren hingegen solltest du aber die Hände lassen, rät beispielsweise das Magazin «Saldo». Denn das Abzahlen der häufig überteuerten Kleinkredite könne langfristig belasten.  

Die letzte Alternative, wenn alles andere fehlschlägt: Du wirst Geldherrin, verkaufst deine Unterwäsche oder überfällst eine Bank. 


Kommentar schreiben

20 Kommentare

Maierisli vor 3 Monate
Hände weg von stipendium.ch. Die Adressdateien sind schlecht gepflegt, und zudem zahlt ihr für ein Angebot, das man anderswo gratis bekommt (Internet, Webseiten Hochschulen, Verzeichnis klassischer Stiftungen der Kantone). Das ist eine reine Geldmaschine, auf die leider zu viele hereinfallen.
7
3
Antwort
Antwort von Stefanie vor 3 Monate
Also ich habe mit der Hilfe von stipendium.ch Stipendien von 2 Stiftungen erhalten und war entsprechend zufrieden mit dem Service. Die kantonalen Verzeichnisse sind jeweils nicht komplett und nur auf den eigenen Kanton beschränkt. Entsprechend stimmt die Aussage nicht, man erhalte ein Verzeichnis aller 13000 Stiftungen beim Kanton. Da muss jeder selber wissen, ob er selber suchen will oder sich mehrere Stunden Rechercheaufwand abgibt.
2
0
Antwort
Antwort von Rita vor 3 Monate
Ich glaube du verwechselst stipendium.ch mit stipendiensuche.ch. Ich habe von beiden unterlagen bezogen und bei stipendium.ch waren alle Adressen aktuell. Nur bei stipendiensuche.ch waren das adressen, welche teilweise 10 Jahre alt und älter waren. Grundsätzlich finden sich alle Stiftungen im Handelsregister, nur sind es eben sehr viele und mir war das zu aufwändig diese selbst zu durchforsten.
3
0
Antwort
Marc vor 3 Monate
Super beitrag spornt die falschen an ein stipendium zu beantragen. Bis 25 oder bis nach der erstausbildung sind die eltern verpflichtet die ausbildung zu finanzieren. Klingt schön und gut aber wenn der Vater von X eine Firma hat und jeglicher besitz der firma gehört inklusive immobielen und Vater sich einen lohn von 3000 netto auszahlt hat Vater angeblich kein geld um die ausbildung zu finanzoeren und x bekommt ein stipendum und besucht mit dem firmen audi von Vater die uni super regelung. Gewiefte abzocker freuts. Fall 2 Vater hatt 30 jahre gespart um eine immobielie zu kaufen und soll dieso nun verkaufen um X das studium zu finanzieren jahre gespart um ein eigenheim(immobielie) zu kaufen und
5
1
Antwort
Das sind die grossen Leiden der Pornostars

Das sind die grossen Leiden der Pornostars

«Die Videos sind mir ziemlich eingefahren»
sponsored

«Die Videos sind mir ziemlich eingefahren»

Würdest du gefundenes Geld zurückgeben?

Würdest du gefundenes Geld zurückgeben?

Sogar die Bünzlischweizer lieben ihn

Sogar die Bünzlischweizer lieben ihn