Diese Skandalfilme bringen das Publikum zum Kotzen

Es gibt Filme, die so abartig, grausam und ekelhaft sind, dass sie uns selbst Jahre später noch in Ohnmacht fallen lassen. Wir stellen dir die skandalösesten Meisterwerke vor.

Was bietet sich besser für ein erstes Date an als ein Kinobesuch? Man spart sich angestrengten Smalltalk, weil man im Kinosaal sowieso nicht sprechen darf (oder zumindest sollte) und hat nach der Vorstellung gleich mal Gesprächsstoff – in uns allen stecken doch kleine Amateur-Filmkritiker und -innen. Besonders gut geeignete und beliebte First-Date-Genres sind neben romantischen Komödien natürlich ganz klar Horrorfilme. Im Dunkeln lässt sich ja bekanntlich gut munkeln und wenn es auf der grossen Leinwand besonders spannend hergeht, setzten Beschützerinstinkte ein und zumindest Händchenhalten ist ziemlich sicher mal drin.

Was aber, wenn der Streifen so dermassen brutal und abartig hart auf die Psyche geht, dass die Zuschauer im Publikum reihenweise in Ohnmacht fallen oder kotzend aus dem Saal rennen? Soll schon vorgekommen sein. Und weil wir hier bei 20 Minuten Tilllate um euer Wohlergehen besorgt sind und immer für die Liebe – oder ein bisschen schmusen – kämpfen, folgt eine Liste von Filmen, die ihr eurem Date und am besten auch gleich euch selbst ersparen solltet.

Pink Flamingos (John Waters; 1972)

Der Kultfilm aus den Siebzigern hat seit seiner Uraufführung nichts an seiner Skandalträchtigkeit eingebüsst. Ein Feuerwerk des schlechten Geschmacks voller expliziten (teil inzestuösen) Sexszenen, ungeschönter Gewalt und immer einen Schritt über der Grenze des Erträglichen – Regisseur John Waters schickt Drag Queen Divine in diesem Meisterwek in den Kampf um den Titel als «Filthiest Person Alive». Spoiler: Spätestens in der Szene, in der die Protagonistin einen frischen und (angeblich echten!) Hundehaufen verspeist, ist ihr der Titel gewiss.

Der offizielle Trailer zu «Pink Flamingos» zeigt übrigens keinen Filmausschnitte, sondern nur die Reaktionen des Premierenpublikums:

Human Centipede 1 – 3 (Tom Six; 2009, 2011, 2015)

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnet die «Human Centipede»-Trilogie als «Sinnfreie und unmotivierte Unterhaltung weit unterhalb jeder Ekelgrenze». Dem stimmen wohl die meisten Kritiker und Zuschauer ziemlich sicher zu. Der niederländische Regisseur Tom Six erhielt für seine Werke sogar Morddrohungen von konservativen Fundamentalisten. Dennoch erfreuen sich die Filme – in denen es mehr oder weniger nur darum geht, dass Menschen Mund-an-Anus zusammengenäht werden – einer riesigen Fangemeinde rund um den Globus. Und die lässt sich von Kritiken wie «Verwerflich, erschreckend, hässlich, naiv und eine Beleidigung für den menschlichen Anstand» (Rober Ebert) nicht abschrecken – im Gegenteil.

Raw (Julia Ducournau; 2017)

Das Publikum im Jahr 2017 zu schockieren ist gar nicht mal so einfach. Eines der letzten Tabuthemen: Kannibalismus. Und genau dem nimmt sich die französische Filmemacherin Julia Ducournau an. Anstatt die Story in ein unberührtes Naturgebiet zu verlegen und klischeebehaftete «Eingeborene» zu menschenfressenden Monstern zu degradieren, spielt sich das blutige Gemetzel in «Raw» im Umfeld einer veterinärmedizinischen Fakultät ab. Während der Film über eine mordende (Ex-)Vegetarierin in Cannes gefeiert wurde, soll nicht nur eine Person vor Schock ohnmächtig geworden sein. In den USA werden zusätzlich zum Kinoticket auch kostenlose Kotztüten mitgegeben. Das sagt schon genug aus, oder?

127 Hours (Danny Boyle; 2010)

Eineinhalb Stunden lang jemandem dabei zusehen, wie er in einer Felsspalte feststeckt, klingt erstmal nicht so aufregend. Dieser Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert, beweist aber das Gegenteil. Basierend auf der Autobiographie des Bergsteigers Aron Ralston bietet «127 Hours» mehr Spannung und Nervenkitzel, als sich so manch gestandener Mann zumuten sollte. Berüchtigt ist vor allem die Szene, in der sich der Protagonist – gespielt von James Franco – selbst die Hand amputiert. «Der Streifen brachte Zuschauer dazu, in Ohnmacht zu fallen, sich zu übergeben und Schlimmeres», schreibt die «Huffington Post» nach einer Pressevorstellung – noch bevor das Werk in die offiziellen Kinos kam.

Irreversibel (Gaspar Noé, 2002)

Dieses Rape-and-Revenge-Meisterwerk ist keine leichte Kost. Bei der Premiere in Cannes verliessen mehr als 200 Leute vorzeitig den Vorführungssaal und machten «Irreversibel» damit zum «Most walked out of»-Movie des Jahrzehnts. Nicht nur die chonologisch rückwärts erzählte Story über eine brutale Vergewaltigung, sondern auch die schwindelerregenden Kamerafahrten und die unglaublich gewalttätigen und expliziten Vergeltungsszenen machen es schwierig, dieses Meisterwerk französischer Filmkunst einfach mal so zu verdauen.

Die 120 Tage von Sodom (Pier Paolo Pasolini; 1975)

Als einer der bis heute umstrittensten Werke der Kinogeschichte gilt «Die 120 Tage von Sodom» des italienischen Skandalregisseurs Pasolini. Basierend auf dem gleichnamigen Buch des Marquis de Sade (Fun Fact: Nach diesem edlen Gentleman wurde der Sadismus benannt) und strukturell angelehnt an Dantes «Inferno», zeigt der Film die Schrecken eines totalitären faschistischen Staates auf. Die explizite Darstellung von Vergewaltigung, Erniedrigung, Folter und Mord führte zu weltweiten Protesten. Auch heute noch steht die ungekürzte Fassung auf dem Index.

Antichrist (Lars von Trier; 2009)

Von der «Welt» als «meistgehasster Film des Jahres 2009» betitelt und dem allgemeinen Kinopublikum nur in einer um ganze vier Szenen gekürzten Fassung zugänglich gemacht, gilt Lars von Triers «Antichrist» als der umstrittenste Film des dänischen Starregisseurs. Nicht zuletzt wegen seiner schonungslosen Darstellung von Brutalität und Pornografie ist der depressive Horrorthriller nichts für schwache Nerven und empfindliche Mägen. Dennoch begeistern vor allem die eindrucksvollen Bilder und die tiefdüstere Ästhetik. Das ist Filmkunst aus der Hölle.

Caligula (Tinto Brass; 1979)

Und noch eine Buchverfilmung aus den Siebzigern: «Caligula» basiert auf dem Buch des US-Schriftstellers Gore Vidal und wurde vom Sexmagazin «Penthouse» produziert. Die Handlung erzählt frei den Aufstieg und Fall des römischen Imperators Caligula und zeigt ein «üppiges, spekulatives Sittengemälde voller Sex, Gewalt und Sadismus» (Lexikon des internationalen Films). Kein Wunder: Das Produzententeam feuerte nach den Dreharbeiten den Regisseur und fügte nachträglich eine ganze Menge unzensierter Hardcore-Sexszenen ein. Dem relativ plumpen – aber umso pompöseren – Porno-Epos haftet seither Kultstatus an. Für ein romantisches Date aber wohl nicht die beste Wahl.

Ein andalusischer Hund (Luis Bunuel; 1929)

Der älteste Beitrag auf unserer Liste stammt aus dem Jahr 1929 und gilt als einer der ersten Skandalfilme aller Zeiten. Der rund 16-minütige Schwarz-Weiss-Stummfilm ist ein Meisterwerk des Surrealismus. Wenn man weiss, dass Salvador Dalí persönlich das Drehbuch dazu schrieb, versteht man die Handlung wohl zwar nicht besser, findet sich aber vielleicht eher damit ab. Die wohl bekannteste Szene zeigt eine die Nahaufnahme einer Rasierklinge, die das Auge einer Frau aufschneidet. Harter Scheiss – nicht nur in den Zwanzigerjahren.

Hexen bis aufs Blut gequält (Michael Armstrong, Adrian Hoven; 1970)

Dieser Kultfilm – der seit seiner Uraufführung im Jahr 1970 in vielen Ländern noch immer indiziert ist – hält ziemlich genau das, was der Titel verspricht: «Hexen bis aufs Blut gequält». Recht viel mehr muss dazu gar nicht mehr gesagt werden. Nur so viel noch: Udo Kier spielt mit und ein Redakteur des «Evangelischen Film-Beobachters» schreibt: «Eine Brutalitätenschau ohne jede humanistische Tendenz. Sie fordert Sadisten als Zuschauer. Schärfster Protest gegen diesen Film!»


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96 Kommentare

Filmchecker vor 3 Monate
Hmmm... mir fehlt da noch "Cannibal aus dem Tagebuch eines Kannibalen" "Melancholie der Engel", die "Vomit gore" Reihe, und um meine Liste zu vervollständigen die "August Underground" Filme.... Ok evtl. Könnte man noch "Inside" hinzupacken. Ich denke das sollte mal Skandal genug sein.
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johnny l. vor 5 Monate
canibal holocaust, die ganze guinea pig reihe, ichi the killer, die nekromantik reihe....ich könnte noch ewig weiter aufzählen. der einzige in dieser liste würdige film ist 'salo' & 'pink flamingo' - do your research tillate.
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Antwort von Zombie vor 5 Monate
Hey salü Johnny, verzeihung die Störung aber ist es gestattet Deine Meinung zu teilen jo? Ich versuchs mal, Dankeschön! Selbstverständlich hast Du Recht, es fehlen noch weitere Filme hier aber selbst die Tilllateleuten wissen, was Sie hier aufschreiben können und was nicht, glaub mir auch wenn es bei gewissen Artikeln von Tillate manchmal nicht diesen Anschein hat, so haben auch Sie gewisse Regeln zu befolgen und schon mal dass Sie es gewagt haben über diese beiden Filmen wie Salo und Hexen bis aufs Blut gequält einen kleinen Bericht zu erstatten, finde ich professionell und gewagt! Was ich aber Dir gerne ganz ehrlich und freundlich mitteilen will, ist die Tatsache, dass Du vielleicht vergessen hast, das C.Holocaust und Nekromantik ( Weiss jezt nicht mehr welcher Teil entweder 1 oder 2 ) sind Snuff Filme, weil dort arme, echte Tiere dafür geopfert wurden. Bei C.Holocaust, wurden arme Papageien und Schildkröten geopfert, zumindest in der wirklich originalen italienischen Fassung und bei Nekromantik entweder 1 oder 2 wird gezeigt wie ein armes Kaninchen mit dem Messer getötet und aufgeschlitzt wird, verzeihung aber das sind absolut keine Kunstfilme mehr, in diesem Sinne. Egal ob es um echte Menschen oder Tiertötungen geht, für mich ist so etwas unverzeihlich und total absurd. Also bitte zähl solche Snuff Filme nicht dazu, denn Diese sind so oder so krank, Dankeschön! Desweiteren gebe ich Dir absolut Recht, das hier nur ein einziger Film, die verdiente Würde verdient und das ist nun mal Salo, weil wie ich schon in meinem anderen Kommentar sagte, man brachte nach diesem Film der arme Pasolini einfach so um, dabei war dieser Mann Jemand, der das Volk informieren wollte und er war so klug und gebildet, dass es für den damaligen italienischen Staat einfach zuviel wurde aber trotzdem hätte man Ihn weiterleben lassen können oder etwa nicht!!! Danke für Dein Zuhören!!!
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Grandios vor 5 Monate
Ich schaue solche Filme regelmässig mit meinen 14 Kindern und meiner Katze Bernd. Sie ist weiss und mag gerne Selina Trockenfutter. Wir essen dann gemeinsam Müsli und Bohnensalat. Die ganze Familie geniesst dieses gemütliche Zusammensein sehr. Wer auch solche Filme mag, dem empfehle ich Slow Torture Puke Chamber Mit herzlichsten Grüssen Oma Brigitte
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