Auch in der virtuellen Realität werden Frauen belästigt

Wenn dich Internet-Trolls begrapschen: Wir müssen über sexuelle Belästigung in der virtuellen Realität sprechen.

Im Dezember machte ein Blogpost die Runde, in dem die Autorin eine für sie erschreckende Geschichte von ihrem ersten Ausflug in die virtuelle Realität erzählt: Ein Mitspieler im VR-Game «QuiVr» begrabschte ihren Avatar. Obwohl sie ihn im Sprachchat abwies, verfolgte er sie und griff ihrem digitalen Ich wieder und wieder zwischen die Beine. Und da sich unser Gehirn wohl rasch mit einem virtuellen Avatar identifiziert, fühlte sie sich schockiert, betroffen und «wie in echt» belästigt.

Soziale Netzwerke in der virtuellen Realität

Nachdem sich Medien der ganzen Welt die Finger an der Story wundgeschrieben haben, ist es um das Thema etwas ruhiger geworden. Zu Unrecht, denn wir stecken erst in der Anfangsphase der virtuellen Realität. Und wer glaubt, dass Menschen im Internet irgendwann aufhören pubertär rumzutrollen, der war wohl noch nie auf 4chan oder im «Club Penguin».

Neben den üblichen Multiplayer-Shootern, die langsam den Weg in die virtuelle Realität finden, entwickeln Hersteller auch Mischformen zwischen sozialen Netzwerken und Games. «AltspaceVR» ist ein solches Beispiel: User von diversen VR-Systemen können im «Second Life»-Style gemeinsam quasseln, Shows sehen (beispielsweise von Reggie Watts) oder miteinander ausgehen, flirten und sogar rumknutschen. Aber auch hier gibts – wie leider überall – Idioten.

«Sie verfolgten und betatschten sie»

«Unglücklicherweise sind bei uns Belästigungsfälle aufgetreten», sagt Gerald L. Gottheil, Marketing-Manager von AltspaceVR. «Die meisten User machen positive Erfahrungen. Aber auch in der VR gibts schwarze Schafe, die auf andere User eine negative, andauernde Wirkung haben können.»

Auf Reddit berichtet «ShmoogleOsukami», eine regelmässige Nutzerin der VR-Software: «In AltspaceVR findest du halt Leute, die so ziemlich alles befummeln. Ich beobachtete einen Fall, bei dem ein paar Spieler eine Spielerin verfolgt und begrabscht haben, obwohl sie darum bat, aufzuhören. Andere Spieler traten aber dazwischen und erklärten ihr, wie sie die störenden User blocken könnte. Und das ist ja das Gute an Altspace: Du kannst die anderen Spieler blockieren.»

Können wir zwischen virtuell und echt unterscheiden?

Die Frage, wie intensiv und «echt» so ein Belästigungsgefühl sein kann, füllt die Kommentarspalten auf Reddit und den Blogs von Betroffenen. Viele befluchen die Autorinnen, die von ihren negativen Erlebnissen berichten, sie «sollen doch aufhören so empfindlich zu sein». Aber: Wie gut kann unser Gehirn denn tatsächlich zwischen der echten und der virtuellen Realität unterscheiden?  

Eine Hand voll Studien nahm sich bisher dem Thema an. Forscher der University of California, Los Angeles, setzten Ratten in die virtuelle Realität und liessen sie dort ihrem üblichen Laborrattenalltag nachgehen: Durch Labyrinthe rennen. Die dabei gemessenen Hirnaktivitäten deckten sich keineswegs mit denjenigen der echten Welt. Entlarvt unser Gehirn also all die technischen Tricks der VR-Systeme und weiss, dass das alles nur Fake ist?

Dem widersprechen andere Studien. Stanford-Forscher zeigten, dass sich Menschen in VR enorm davor fürchteten, in einen Abgrund zu treten – obwohl sie in echt auf einem sicheren Teppich standen. Und ganz viele andere Wissenschaftler sind sich zum Thema VR nur in einem einig: Dass bisher noch keine zuverlässigen Resultate zum Effekt von VR auf Körper und Geist vorliegen.

Game-Entwickler richten Intimsphäre-Blasen ein

Da die Wissenschaft der Realität gezwungenermassen immer ein paar Jahre hinterher hinkt, müssen wir uns noch etwas gedulden, um zu wissen, ob wir mit Oculus Rift unser Gehirn zerstören und ob das Befummeln einer virtuellen Brust zu Albträumen führen kann.

Die Game-Entwickler hingegen reagierten ziemlich rasch auf die Vorkommnisse. «Wir wollen unseren Usern Komfort und Kontrolle zu bieten», sagt der Marketingchef von AltspaceVR. «Beispielsweise mit der Blockierfunktion oder einer Intimsphäre-Blase, die andere Spieler eine Armlänge entfernt hält.»

Nachdem eine Beschwerde im Netz die Runde machte, baute das Team hinter dem Game «QuiVr» kurzerhand ebenfalls eine Safe-Space-Funktion ein. Mit einer «persönlichen Blase» erschaffen Nutzer eine Art magische Hülle um sich herum, die alle anderen Spieler im Umkreis von einigen Metern für einen selbst verschwinden lässt und ihre Stimmen stummschaltet. Man selbst verschwindet ebenfalls aus dem Sichtfeld der anderen.

Schade, dass das wohl nur in der virtuellen Realität funktioniert.


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69 Kommentare

Hans vor 2 Monate
Menschen die ein Game nicht von der Realität unterscheiden können gehören in die Klapsmühle
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paulinchen vor 2 Monate
ganz einfach:männer sind allesamt unbrauchbar.die frauen,die das kapiert haben,ärgern sich gar nicht mehr über solches zeugs.zumindest verbal sind es allesamt frauenhasser (sogenannte "garderobengespräche").bindet euch nicht,schenkt den böcken keine töchter😛roblem gelöst.benutzen und wegwerfen,nur für das sind sie noch gut.
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Antwort von Martinchen vor 2 Monate
Ach schau an das Paulinchen hat immer noch die gleichen Probleme wie vor 1-2 Jahren. Das tut mir aber leid. Aber auch heute sage ich dir noch, das Problem bist DU und nicht deine "Böcke" wie du Männder so unglaublich hohl betitelst.
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Antwort von Klärchen vor 2 Monate
Wieso? Ist doch gut, wenn sie den Böcken keine Töchter schenkt, dann stirbt diese Art Frau über kurz oder lang aus. Ein Dienst an der Gesellschaft.
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