«Ich dachte ich sei eine notgeile Perverse»

Juliane, 23, aus Wien wurde nach fast zwei Jahren Beziehung von ihrem Freund verlassen – der sich als schwul entpuppte. Nach dem ersten Schock nimmt sie die Situation mittlerweile mit Humor.

 

Juliane ist Medizinstudentin aus Wien, hat braune kurze Haare, modische Klamotten und ein Dauergrinsen im Gesicht. Dass das durch und durch sympathische Mädchen vor nicht allzu langer Zeit eine ziemlich fiese Trennung hinter sich gebracht hat und von ihrem damaligen Freund fast zwei Jahre lang belogen wurde, merkt man ihm nicht an.

Statt sich mit gebrochenem Herzen und Bergen von Schokolade im Selbstmitleid zu suhlen lacht die 23-Jährige: «Ich hätte es ja auch irgendwie ahnen können. Spätestens, als er beim Britney-Showcase in Las Vegas alle Songs von vorne bis hinten auswendig mitsingen konnte.» Ohne Klischees aufwärmen zu wollen – besagter Freund, beziehungsweise jetzt Ex-Freund, entpuppte sich nicht nur als glühender Verehrer der Pop-Prinzessin, sondern auch als Schwuler.

Der erste Sex war richtig gut

«Das mit Paul war meine erste richtige Beziehung. Wir haben den gleichen Freundeskreis und ich stand schon lange auf ihn. Er war immer sehr ruhig und zurückhaltend und ganz anders, als die lauten, aufdringlichen Typen, die einem sonst so begegnen», erzählt uns die gebürtige Wienerin. Es hatte damals schon Gerüchte gegeben, dass Paul eher auf Männer stehen würde und deshalb noch nie eine Freundin gehabt hätte.

Juliane grinst: «Auf Gerüchte gebe ich nicht viel. Auch, wenn sie sich in diesem Fall aus wahr herausgestellt haben. Ich wollte ihn aber unbedingt – darum habe ich einfach nicht lockergelassen und dauernd mit ihm geflirtet, Irgendwann hat er sich darauf eingelassen und wir hatten sogar richtig guten Sex nach einer Party». Seit diesem Tag seien sie offiziell ein Paar gewesen.

Tote Hose im Bett

«Die Zeit mit Paul war superschön. Wir hatten so viel Spass, waren zusammen im Kino, im Theater und im Museum, auch oft in guten Restaurants. Und wir konnten stundenlang reden, ich konnte ihm alles erzählen, er war – und ist – der beste Zuhörer und Ratgeber, den man sich vorstellen kann. Nur im Bett lief kaum etwas.»

Die Anzahl der sexuellen «Zwischenfälle», wie Juliane sie ironisch nennt, könne sie an zwei Händen abzählen. Natürlich hatte sie deswegen Vorahnungen und Befürchtungen. Wahrhaben wollte sie es jedoch nicht: «Ich habe mir halt eingeredet, dass er einfach keinen starken Sexualdrang hat. Manchmal habe ich mich schon fast für eine notgeile Perverse gehalten, weil ich viel öfter bumsen wollte als er.»

Beste Freunde fürs Leben

Mehr als eineinhalb Jahre hatte es gedauert, bis sich Paul öffnen konnte. «Wir lagen im Bett und ich habe mal wieder versucht ihn zu verführen – ich bin halt hartnäckig», scherzt die junge Frau. «Er hat meine Hand genommen und nur leise meinen Namen gesagt. In der Sekunde wusste ich sofort, was er mir sagen wollte.» Und tatsächlich: Aus dem missglückten Annäherungsversuch entstand ein langes und emotionales Outing.

«Klar war mein Herz gebrochen. Ich hab ihn ja geliebt. Ich lieb ihn immer noch. Aber tief im Inneren wusste ich es eigentlich schon lange, wollte es einfach nie wahrhaben.» Dass er sie belogen und als Alibi benutzt hat, nehme sie ihrem Exfreund nicht übel: «Er war verzweifelt und hat keinen Ausweg gewusst. Ich kann nicht böse sein. Und ich habe zwar einen Lover verloren – dafür einen besten Freund fürs Leben gewonnen. Das ist doch viel mehr wert.»

Während Paul heute in einer glücklichen Beziehung mit einem Mann lebt, stürzt sich Juliane ins wilde Single-Leben. Die Heteromänner seien zwar unzivilisierte Affen im vergleich zu ihrem Ex, dafür sei sie aber sexuell nicht mehr länger ausgehungert: «Tinder sei Dank!»


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57 Kommentare

K. vor 2 Monate
Schade nur um diese Ehe, man hätte dafür kämpfen können, um so einen Fall nie aufzugeben. Stürze also in Single-Leben um einen netten Partner zu finden. Es Grüsst K.
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Kasper vor 3 Monate
Ja, dieser Fall zeigt wieder einmal, wahre liebe gibt es halt nur durch die Technik mit Progressive und Rave oder mit einem sehr passenden Partner, der schon immer Interesse an einem hatte. Es Grüsst K.
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Rudolph Hess vor 3 Monate
"stürzt sich Juliane ins wilde Single-Leben" Ja genau, auf'm Schwanzkarusell reiten bis kein anständiger Mann dich mehr will, dann rumheulen und sich mit 39 vor'n Zug schmeissen. Schlampen müssen's immer the hard way lernen.
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Antwort von Tania vor 3 Monate
Rudolph,solange Juliane 100 % sicher Verhütet alles O.K.Ausserdem,Reiten ist auch meine Liebesstellung.
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